Blätterbilder auf Uni-Campus Die Rechenkünstlerin

Die Wiese vor der Sacramento State University ist ihre Leinwand: Joanna Hedrick arbeitet im Uni-Beratungszentrum - und harkt nach Feierabend verwelkte Blätter zu aufwendigen Mustern.

Alex Bohl

Wenn im Herbst die Blätter fallen, geht der Lernstress für viele Studenten in den USA erst richtig los: Die Abschlussprüfungen stehen bevor. So auch an der Sacramento State University im US-Bundesstaat Kalifornien. Um die Studenten aufzuheitern, arrangiert Joanna Hedrick das herabfallende Laub zu aufwendigen Kunstwerken.

"In meiner Kunst geht es darum, etwas Schönes in etwas Einmaliges zu verwandeln, an dem man nicht einfach vorbeilaufen kann", sagte Hedrick dem "Sactown Magazine". Sie arbeitet im Uni-Beratungszentrum und hat Landschaftsgestaltung studiert.

Seit 2013 formt sie in jedem Herbst das herabfallende Laub zu geometrischen Mustern und Labyrinthen. Auf die Idee brachte Hedrick die Montessori-Schule ihrer Tochter, an der es ein Labyrinth aus Steinen gibt, durch das die Kinder laufen können. Das soll beruhigen und helfen, sich selbst zu reflektieren.

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Uni-Mitarbeiterin macht Blätter zu Kunst: Laub-Kunst

Die Labyrinthe aus Laub seien gleichzeitig ein schönes Fotomotiv, erzählt Hedrick. Die Motive würden von Jahr zu Jahr komplexer. Inspiriert werde sie auch von Andy Goldsworthy, der aus Naturmaterialien vergängliche Kunstwerke schafft.

"Mit den konzentrischen Kreisen will ich die Jahresringe der Bäume darstellen", sagt Hedricks. Die Arbeit mit der Laubharke sei für sie wie Therapie und sehr beruhigend. Am liebsten benutzt sie Ginko-Blätter für ihre Kunst, weil diese sich schnell kräftig gelb färben.

Mittlerweile haben ihre Bilder viele Bewunderer, nicht nur auf dem Campus, sondern auch in sozialen Netzwerken. "Der Hype wird jedes Jahr größer, aber in diesem Jahr bekomme ich so viel Aufmerksamkeit wie noch nie", erzählt die zweifache Mutter. Sie freue sich schon auf den kommenden Herbst.

koe



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