Öko-Lastentransport mit Fahrrad Ich fahr dein Zeug, wohin du willst

Zehn Bierkisten? Läuft. Kühlschrank? Kein Problem. Mit ihrer Fahrrad-Spedition bieten Berliner Studenten eine Öko-Alternative für WG-Wechsler. Die "Velogistas" rühmen sich, so schnell wie ein Auto unterwegs zu sein.

Lieferservice per Elektrorad: Roland Naumann ist Mitbegründer von Velogista
Velogista

Lieferservice per Elektrorad: Roland Naumann ist Mitbegründer von Velogista


Etliche Jungakademiker um den Pädagogen Roland Naumann betreiben nun einen Lieferservice namens Velogista, der mit einer Fahrradflotte auch schwere Lasten durch die Stadt fahren kann. Die Gefährte, die erst einmal in Berlin unterwegs sind, können in einer Box hinterm Sattel bis zu 250 Kilogramm Gewicht laden und so auch problemlos Kühlschränke oder zehn Bierkisten für die nächste Party ausliefern.

Diejenigen, die vorn strampeln, werden allerdings von einem E-Motor unterstützt. Velogista-Vorstand Naumann und seine Kollegen wollen ein nachhaltiges, umweltschonendes Transportunternehmen schaffen.

"Würden alle Waren mit dem Fahrrad statt dem Auto transportiert, wären die Straßen deutlich leerer", sagt Naumann. Außerdem verursache ein Radeltransport deutlich weniger Lärm - und sei erfahrungsgemäß oft sogar genauso schnell wie ein Auto, das laut einer Studie im Berliner Stadtverkehr mit durchschnittlich 24 Stundenkilometern unterwegs ist.

Bis zu 250 Kilogramm Zuladung: Ein Velogista-Transportfahrzeug
Velogista

Bis zu 250 Kilogramm Zuladung: Ein Velogista-Transportfahrzeug

Derzeit sucht Velogista Kurierfahrer auf Minijob-Basis. Da so ein Lastenrad als Pedelec gilt, braucht man keinen Führerschein. "Allerdings sollte man körperlich fit sein", sagt Naumann.

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insgesamt 47 Beiträge
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pekaef 16.11.2014
1. Nicht ganz neu
Bereits in den 1970er Jahren hat ein Bekannter von mir in Erlangen sechs (oder waren es vier?) Fahrräder und eine dazwischenliegende Plattform so zusammengeschweißt, dass man damit ganze Umzüge fahren konnte. Es gab dann leider Streit mit der Polizei, die eine Kfz-Zulassung für das Ding verlangte, wenn ich mich recht entsinne ...
ditor 16.11.2014
2. Unfug
Warum sollte man Transporter so ausführen dass der Fahrer der Umwelt direkt ausgesetzt ist? Weil das Entwicklungslandniveau so unglaublich "fair" und in Berlin ständig Sommer ist?
agust81 16.11.2014
3. mal wieder so ein grünes Hirngespinnst!
Toller Artikel für ein Unternehmen das gerade mal zwei der im Text besprochene Gefährte hat. Was hilft es eine Euro-Palette transportieren zu können, wenn man sie weder selbständig ein- und ausladen kann? Zudem eine seltsame Preisgestaltung. Wenn der Fahrer im Stau steht, oder zu langsam fährt oder irgendwo hockt und kifft, zahle ich pro angefangene 30min!? Dann doch lieber ein normalen Lieferdienst, der mir zum Festpreis meine Palette von A nach B bringt, sie selbständig ein- und auslädt und günstiger ist....
Überfünfzig 16.11.2014
4. Ach schon wieder....
...so ein Bericht aus der Gutmenschenwelt des grünen Milieus, der unterschwellig mit dem erhobenen Finger zeigen will, wie man CO2-arm leben und überleben kann. Was seit ihr modernen, golffahrende und täglich im Hamsterrad stehende Mitbürger nur für schlaffe Kümmerlinge und Vassallen der großindustriellen Komplexes. Seht her es gibt Alternativen!
hippelandexpress 16.11.2014
5. Schutzengel fährt hoffentlich mit
Wenn diese Gefährte im dichten Großstadtverkehr die Fahrbahn mit Kraftfahrzeugen teilen, ist den Piloten ein aufmerksamer Schutzengel zu wünschen. Die genannte durchschnittliche Geschwindigkeit wird vermutlich proportional mit Zunahme dieser Gefährte weiter fallen. Daran wird man mit einem PKW in der City kaum vorbei kommen. Oder fahren die ausschließlich auf Radwegen?
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