Abzocke bei Studenten Mieten, vermieten, übers Ohr hauen

Vorsicht bei der Zimmersuche! Die Freiburger Polizei warnt Studenten vor einer Betrügerin. Die Masche der Frau: Sie mietet leerstehende Studentenbuden, zahlt einfach nichts und sucht dann selbst Untermieter, von denen sie Kaution kassiert und verschwindet.

Mietbetrug in Freiburg: Da bleibt wenig in der studentischen WG-Kasse
Corbis

Mietbetrug in Freiburg: Da bleibt wenig in der studentischen WG-Kasse


Es ist so viel leichter geworden, einen Zwischenmieter zu finden, wenn man für ein, zwei Semester ins Ausland geht: Studenten nutzen die vielen Internetportale zur Wohnungsweitergabe und zum Zimmertausch; Wohngemeinschaften rekrutieren online neue Mitbewohner. Alles geht meist schnell und unkompliziert. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht, wie sich gerade in Freiburg zeigt.

Die Polizei dort warnt vor einer Betrügerin, die es vor allem auf Studenten abgesehen hat. Eine "besonders raffinierte Täterin", nennen sie die Ermittler und beschreiben sie so: Anfang 20, etwa 1,65 Meter groß, dunkle, schulterlange Haare, spricht fließend Deutsch und Französisch. Der Polizei zufolge tritt die Betrügerin vertrauenerweckend und seriös auf und nutzt die Wohnungsnot von Studenten aus.

Ihre Masche funktioniert so: Im Netz sucht sie nach leerstehenden Wohnungen von Studenten, die ins Ausland gehen oder schon unterwegs sind, aber noch keinen Zwischenmieter haben.

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WG-Typen: Willst du mit mir wohn'?
Sie zahlt ihnen aber keine Miete, sondern sucht - das ist der zweite Schritt ihres Plans - wiederum selbst einen Untermieter für die Wohnung. Von dem kassiert sie dann eine Kaution und die Miete für den ersten Monat im voraus. Die neuen Untermieter bekommen aber erst mal keinen Schlüssel, weil sie behauptet, wie die Polizei schreibt, den noch "für anstehende Renovierungsarbeiten" zu brauchen.

Wie die studentische Wohnungsnot zu Semesterbeginn zunimmt

Zudem räumt die Frau den Angaben zufolge die Wohnungen aus, klaut Fernseher, Lampen, Geschirr und verschwindet mit der Beute. Allein durch die Kautionen und die Miete habe sie von mehreren Opfern bereits über 5000 Euro erbeutet.

Damit nutzt die Betrügerin eine Situation aus, die sich in Studentenstädten wie Freiburg vor allem zu Semesterbeginn immer wieder ergibt: Bezahlbare Zimmer sind rar, Wohnheimplätze knapp, zumal wegen doppelter Abi-Jahrgänge und dem Wehrpflichtende mehr Studenten als früher an die Hochschulen drängen. Das Angebot an günstigem Wohnraum wuchs aber nicht in gleichem Maß.

Vor gut einem Jahr schätzten die Studentenwerke, es würden bis zu 25.000 Wohnheimplätze fehlen. Selbst in Berlin, wo die Mieten mancherorts noch immer erschwinglich sind, warteten damals kurz vor Semesterstart noch 500 Bewerber auf ein Zimmer im Wohnheim.

Einige Studenten, die keine Unterkunft fanden, haben kurzerhand improvisiert: Sie funktionierten Keller zu Bettenlagern um und Eingangshallen zu Zeltplätzen, zumindest vorübergehend.

otr



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insgesamt 8 Beiträge
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Methados 27.08.2012
1. .
Zitat von sysopCorbisVorsicht bei der Zimmersuche! Die Freiburger Polizei warnt Studenten vor einer Betrügerin. Die Masche der Frau: Sie mietet leerstehende Studentenbuden, zahlt einfach nichts und sucht dann selbst Untermieter, von denen sie Kaution kassiert und verschwindet. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,851772,00.html
ja, wg-gesucht.de entwickelt sich leider immer mehr zu einer abzock site. ich vermiete mein unterzimmer auch immer wieder, mir macht es spass neue leute so kennen zu lernen, die mietkosten sind mir dabei egal, das handel ich immer flexibel aus. leider rufen nun zu 90 % nur noch leute aus dem ostblock an, russen, rumänen, bulgaren, alle total unverschämt und wollen immer sofort vorbei kommen. ja, is klar, denen mach ich ja auf. habe nun angefangen keine fotos mehr zu veröffentlichen und schreibe klare ausgrenzungen für bewerber, hilft leider nur bedingt.
sami_vfb 27.08.2012
2. @Methados
Kleiner Tipp: Versuche dein Zimmer doch mal über das Portal http://www.wg-cast.de zu vermieten. Dort bewerben sich die Interessenten mit einem Profil auf deine Bude und du entscheidest vorab, wem du deine Kontaktdaten freischaltest.
keksguru 27.08.2012
3. Idiotie der Zwischenmiete
klar man will sich damit die WOhnungssuche nach der Rückkehr erspären, aber genausogut könnt man seinen Sachen bei den Eltern unterstellen und sich das einfach nur sparen.... ds war schon immer etwas suspekt und wird auch so bleiben. Mein Kram steht bei meim Bruder, und wenn ich wiederkomm halt neues Spiel neues Glück.
DonCabron 28.08.2012
4.
Zitat von keksguruklar man will sich damit die WOhnungssuche nach der Rückkehr erspären, aber genausogut könnt man seinen Sachen bei den Eltern unterstellen und sich das einfach nur sparen.... ds war schon immer etwas suspekt und wird auch so bleiben. Mein Kram steht bei meim Bruder, und wenn ich wiederkomm halt neues Spiel neues Glück.
Solltest Du jemals in München nach einer Wohnung suchen, wünsche ich Dir schon mal viel Spaß mit den über 100 anderen Bewerbern im Hausflur... Aber hey, neues Spiel, neues Glück!
felisconcolor 28.08.2012
5. ist schon
Zitat von sysopCorbisVorsicht bei der Zimmersuche! Die Freiburger Polizei warnt Studenten vor einer Betrügerin. Die Masche der Frau: Sie mietet leerstehende Studentenbuden, zahlt einfach nichts und sucht dann selbst Untermieter, von denen sie Kaution kassiert und verschwindet. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,851772,00.html
verrückt. Wird ein neues Einkaufszentrum gebaut muss sicher gestellt sein das genügend Parkplätze vorhanden sind. Eine Uni braucht es nicht zu scheren, wie ihre Studenten unterkommen. Grübel. Auf einen Parkplatz gehen mit Sicherheit 4 Zelte... ;-)
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