Studenten in Wohnungsnot Schlaflos unterm Abflussrohr

Antreten, einschlafen - Thomas, 19, wohnt, wo früher Soldaten schliefen


Thomas Rudzki hat keinen Fahrradkeller, dafür aber einen soliden Sicherheitszaun
Benjamin Jungbluth

Thomas Rudzki hat keinen Fahrradkeller, dafür aber einen soliden Sicherheitszaun

"Seit Anfang Oktober wohne ich in einer ehemaligen US-amerikanischen Kaserne in Heidelberg. Das Studentenwerk hat hier mehrere Wohnblöcke angemietet und WGs für Studenten eingerichtet. Die Amerikaner haben aber immer noch ihr Hauptquartier um die Ecke und auf dem Weg zur Uni komme ich jeden Tag an bewaffneten Soldaten vorbei. Unsere Wohnhäuser sind auch noch von einem massiven Sicherheitszaun umgeben.

Am Anfang wirkte das alles natürlich etwas komisch, aber eigentlich ist das kein großes Problem für mich. Skurril finde ich eher die Aufteilung der Zimmer. Früher gab es hier drei Schlafräume und ein großes Wohnzimmer. Jetzt sind hier vier Studenten untergebracht, da sind die Zimmergrößen natürlich sehr ungleich verteilt. Aber in allen Zimmern gibt es riesige Einbauschränke. Und auch die Küche sieht sehr amerikanisch aus und ist ungewöhnlich groß.

Meine Mitbewohner und ich nutzen nur etwa die Hälfte der Schränke, der Rest steht leer - wir haben einfach nicht genügend Küchenutensilien für all den Stauraum. Etwas nervig ist das ganze Improvisieren. Weil die Gebäude sehr kurzfristig als Wohnheime angemietet worden sind, ist vieles noch Baustelle.

Internet gibt es seit Wochen nicht und die Matratzen vom Studentenwerk sind auch noch zu lang für die Bettgestelle. Und warum die Handwerker den eingeplanten Fahrradkeller zugemauert haben, das konnte sich von den Verantwortlichen auch noch niemand erklären. Unsere Räder müssen wir deshalb vorm Haus abstellen. Aber immerhin klaut die niemand, bei unserem Sicherheitszaun."

Aufgezeichnet von Benjamin Jungbluth



insgesamt 50 Beiträge
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Clawog 01.11.2011
1. Studenten
Das ist ja schrecklich. Das gleicht ja schon Nord Koreanische Verhältnissen. Kann man diese "Trauergeschichten" denn nicht noch etwas mehr dramatisieren? Wir verblöden und müssen schon jeden Mist über uns ergehen lassen. Es gibt sicher Tausende Rentner, welche anständige und rücksichtsvolle Studenten für ein paar Euro eine Bleibe geben würden.
akflens 01.11.2011
2. Schon seit Jahren in Flensburg so...
In Flensburg herrscht schon seit einigen Jahren Wohnungsnot (auch wenn die Stadt das bestreitet). Als ich vor zwei Jahren mit dem Studium hier begann, hatte ich Komilitonen in meinem Studiengang, die über ein halbes Jahr lang nach Wohnungen gesucht haben und in der Zeit mit Couchsurfing oder Hostels über die Runden kommen mussten. Und Seitdem wird es nur noch schlimmer, da die Zahl der Studierenden permanent steigt. Aber keine neuen Wohnungen hinzu kommen.
Peter Sonntag 01.11.2011
3. Erobert die Unitäten, diskutiert mit den Dezernenten !
Zitat von sysopWG-Zimmer und Wohnheimplätze sind zum Semesterstart äußerst knapp, manche Studenten hausen jetzt in Zelten, Kellern, Sporthallen. Fünf Jungstudenten verraten, wo sie sich betten - und was sie da erleben. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,793866,00.html
Sollte es mit dem Studium nicht gleich klappen, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, erst einmal einen anständigen Beruf zu erlernen. Damit ergäben sich ganz prächtige "Perspektiven".
mauimeyer 01.11.2011
4. Generation Golf II
Zitat von sysopWG-Zimmer und Wohnheimplätze sind zum Semesterstart äußerst knapp, manche Studenten hausen jetzt in Zelten, Kellern, Sporthallen. Fünf Jungstudenten verraten, wo sie sich betten - und was sie da erleben. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,793866,00.html
Jetzt kommt die Generation Golf II ans Jammern! Bisher gut in Hotel Mama, z.T. in zwei Zimmern und eigenem Bad, gewohnt. Jetzt stehen an Brennpunkten nicht genug preiswerte Komfort-Appartements zur Verfügung und schon gibt es Schlagzeilen! In den ostdeutschen Uni-Städten ist genug Platz! So und so. Was glauben die heutigen Erstsemester eigentlich, wie schwierig es war 1964 Zimmer zu bekommen? Das gehört zum erwachsen-werden dazu, daß man (frau) auch mal Schwierigkeiten überwindet. Wahrscheinlich sind das in der gepamperten Generation GolfII die ersten Schwierigkeiten, auf die man trifft. Im Wohnwagen in Aachen über 4 Semester wohnen, war keine Seltenheit. Hinterher wußte man wenigstens, wie sich so ein Teil im Dauergebrauch bewährt, und konnte entsprechende Testberichte schreiben. Toll wären doch mal Berichte darüber, wie man es wirklich geschafft hat eine angemessene Behausung zu finden! Kauri
steamiron 01.11.2011
5. .
Zitat von sysopWG-Zimmer und Wohnheimplätze sind zum Semesterstart äußerst knapp, manche Studenten hausen jetzt in Zelten, Kellern, Sporthallen. Fünf Jungstudenten verraten, wo sie sich betten - und was sie da erleben. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,793866,00.html
Bla, Bla, Bla, auch ich habe in Kiel und Flensburg studiert. Ich hatte während der Zeit nacheinander 2 Zimmer in Flensburg und 2 Zimmer in Kiel bewohnen dürfen. In beiden Städten gab es genug Zimmer und Wohnungen. Wer suchet der findet. Unselbstständigkeit führt zu Lösungen wie im Artikel beschrieben.
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