Aktivist Francisco Tapia Der Mann, der 500 Millionen Dollar verbrannte

"Das ist mein Akt der Liebe für euch": Der chilenische Aktivist Francisco Tapia hat studentische Schuldscheine im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar gestohlen - und dann vernichtet. In einem YouTube-Video erklärt er seine Motive.

Francisco Tapia: "Es ist vorbei, es ist geschafft"
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Francisco Tapia: "Es ist vorbei, es ist geschafft"


Santiago de Chile - Verbrennen statt zurückzahlen: Ein chilenischer Aktivist hat von der Universität del Mar studentische Schuldscheine im Gegenwert von 500 Millionen US-Dollar gestohlen - und diese verbrannt. Mit der Aktion möchte der Aktivist Francisco Tapia nach eigenen Angaben gegen die steigenden Schulden von Studenten protestieren. In einem Video auf Youtube äußert er sich leidenschaftlich zu seiner Tat.

"Es ist vorbei, es ist geschafft", sagt der junge Mann in dem fünf Minuten langen Video. "Ihr müsst keinen Peso mehr bezahlen. Wir haben unsere Angst verloren, unsere Angst davor, als Kriminelle angesehen zu werden, weil wir arm sind." Die Schuldscheine hatte der Aktivist während eines studentischen Treffens auf dem Campus in Santiago gestohlen.

Nach der Verbrennung der Finanzpapiere zeigte Tapia deren Überreste nach Angaben der "Huffington Post" in einem Kulturzentrum in Santiago. Die Polizei sammelte die Asche ein und leitete Ermittlungen gegen den Aktivisten ein - wegen Diebstahls und Zerstörung von Universitätseigentum.

Tapia versteht seine Aktion als einen "Akt der Liebe". "Ich bin selbst wie ihr, lebe in einem beschissenen Leben, lebe von Tag zu Tag", erklärt der Aktivist.

In den vergangenen Jahren hatten Studenten in Chile immer wieder gegen die Privatisierung des Bildungssystems und Studiengebühren demonstriert. Bei Protestzügen durch die Straßen der Hauptstadt Santiago wurden mehrfach mehr als 100.000 Studenten gezählt. Die Studentenbewegung legte Universitäten und Schulen lahm.

jbe

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
mustafa20 19.05.2014
1. Gewaltätiger Mensch
Zitat von sysopYouTube"Das ist mein Akt der Liebe für euch": Der chilenische Aktivist Francisco Tapia hat studentische Schuldscheine im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar gestohlen - und dann vernichtet. In einem Youtube-Video erklärt er seine Motive. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/chile-francisco-tapia-verbrennt-schuldscheine-der-studenten-a-970361.html
Man hat die Möglichkeit zu studieren - egal, wieviel Geld die Familie hat. Der Student bekommt einen zinslosen Kredit, denn alles andere wäre sehr unfair gegen Menschen, die zwar nicht an der Uni studieren und durch das teure Studium später überdurchschnittlich verdienen können, aber trotzdem dafür zahlen müssen ... So kann man also völlig umsonst studieren - NUR wenn man nach dem Studium GUT verdient muss man in sehr verträglichen Raten das zurückzahlen, was einem den guten Verdienst ermöglicht hat. Wenn man nichts oder schlecht verdient, dann zahlen anderen Menschen das Studium für einen und man muss nicht einen cent zurückzahlen! Fairer geht es wirklich nicht. Was der Student tut, ist Begriffe zu besetzen - er faselt von Schulden, obwohl er ganz genau weiß, dass jeder anderen seine Schulden zurückzahlen muss und sonst Ärger mit dem Gericht bekommt - während er es nur muss, wenn er ein fettes Gehalt bekommt. Er will, dass andere von ihren Kindern und ihren Lebenszielen abrücken und mit ihrem Eigentum sein Leben finanzieren - das ist pure Gewalt und ganz bestimmt nichts Heldenhaftes.
haribo143 19.05.2014
2. Mutig, aber dumm
Diebstahl von einer halben Milliarde dürfte ihm eine sehr, sehr lange Zeit hinter Gittern bringen...
muontec 19.05.2014
3. cool...
ob das auch.mit dem Studienkredit meiner Tochter geht?
kulinux 19.05.2014
4. Falsche Methode!
Der Mann hat aber auch gar nichts verstanden! Man vernichtet keine Schuldscheine, sondern fälscht diese in eigens angemieteten Fabrikgebäuden am Fließband und jagt dann mit diesen vermeintlichen "Beweisen" die "Kreditkunden" aus ihren Häuschen –*so wie es amerikanische (und deutschen) Banken in den USA gemacht haben. Wenn man dann immer noch mangels Deckung in Schwierigkeiten kommt, lässt man sich vom Steuerzahler "retten". SO funktioniert Kapitalismus. Schuldscheine verbrennen ist sooo … ja was? Mittelalter? 19. Jh.? …*naja, jedenfalls irgendwie lächerlich … Oder…?
NightToOblivion 20.05.2014
5. Bildung darf nix kosten!
Richtig so. Bildung sollte nix kosten. Das sehen lustigerweise in Deutschland immer nur die anders die ne kostenlose Bildung hatten, aber selbst nicht auf die Idee kommen dafür in nachhinein zu zahlen.
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