Kochbuch von Asylsuchenden Nächstenliebe, die durch den Magen geht

Flüchtlingshilfe, die schmeckt: Studenten aus Berlin haben ein Kochbuch mit Rezepten Asylsuchender herausgegeben. Darin geht es jedoch um viel mehr als um die Zutatenliste der Leibgerichte von Menschen aus Ländern wie Irak, Äthiopien und Afghanistan.


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Kochbuch von Flüchtlingen: Gutes Rezept
Nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa wird in Deutschland wieder viel über Asylpolitik debattiert. Vier Studenten aus Berlin machen nun auf ungewöhnliche Weise auf die Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam. Gemeinsam mit Asylsuchenden entwickelten sie das Kochbuch "Über den Tellerrand kochen". Darin stellen Männer und Frauen aus dem Irak, Äthiopien, Afghanistan und elf weiteren Nationen ihre Lieblingsgerichte vor - und erzählen zudem die Geschichte ihrer Flucht.

Die Idee für das kulinarische Projekt hatten Carolin Strehmel, Bontu Guschke, Gerrit Kürschner und Ninon Demuth, Studenten an der Freien Universität Berlin. Sie brachten das Buch innerhalb von nur sechs Wochen zur Druckreife; jetzt ist es für 15 Euro erhältlich (Infos unter ueberdentellerrandkochen.de).

Dabei ist es für die Studenten, die Publizistik und Biochemie studieren, nicht nur beim Rezeptesammeln, Layouten und Schreiben geblieben: Sie freundeten sich mit einigen Flüchtlingen an, gingen mit ihnen einkaufen, trafen sich zum gemeinsamen Kochen.

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Manche Zutaten, wie die Okraschoten aus dem Hochland Ostafrikas, waren den jungen Akademikern bis dahin völlig unbekannt. Genauso wie die Rezepte für Erdnussbutter-Suppe aus Ghana, Fisch-Eintopf aus Nigeria oder das pakistanische "Chicken Karaki", das mit einer würzigen Ingwer-Knoblauch-Paste angerichtet wird. Ein besonders gutes Rezept? "Ich habe mir gestern noch Biryani gekocht. Das ist ein Reisgericht mit Huhn, Curry und Rosinen", sagt Carolin.

Wenn das Buch ein Erfolg wird, wollen sie und ihre Kommilitonen ein weiteres Kochbuch auf den Markt bringen. Ein Teil des Erlöses geht an die Organisation Pro Asyl.

Buchtipp
  • Mit diesem Kochbuch machen vier Studenten aus Berlin auf ungewöhnliche Art auf die Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam: In "Über den Tellerrand kochen" stellen Asylbewerber aus Ghana, dem Irak, Syrien und elf anderen Ländern Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat vor - und erzählen von ihrer Flucht und ihrem neuen Leben in Deutschland.

    Das Buch wird derzeit neu aufgelegt und ist ab Januar wieder erhältlich. Vorbestellungen über team@ueberdentellerrandkochen.de. Ein Teil des Erlöses geht an die Organisation Pro Asyl.

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insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
missp 22.12.2013
1.
Diese Menschen haben Schlimmes erlebt und suchen Schutz bei uns und wir behandeln sie wie Dreck, schlimmer noch: Wir zwingen sie dazu, nicht zu arbeiten und sich weiterzubilden - die meisten wollen doch arbeiten, Geld verdienen, Deutsch lernen, um hier zu leben, aber sie dürfen es nicht, weil unser Gesetzgeber es verbietet! Und den Einzugsort des Asylheims verlassen, dürfen sie auch nicht.
1bc 22.12.2013
2. wer sind
Ich möchte den Studenten für ihren persönlichen und positiven Einsatz danken. Ich bewundere sie für ihre Nächstenliebe, persönliche Reife. Glückwunsch, Sie alle wollten etwas Positives beitragen, das haben Sie erreicht. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Und frohe Weihnachten!!!
Zores 22.12.2013
3. Gut so
Zitat von sysopGerrit Kürschner/Ninon DemuthFlüchtlingshilfe, die schmeckt: Studenten aus Berlin haben ein Kochbuch mit Rezepten Asylsuchender herausgegeben. Darin geht es jedoch um viel mehr, als um die Zutatenliste der Leibgerichte von Menschen aus Ländern wie Irak, Äthiopien und Afghanistan. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/studenten-schreiben-kochbuch-mit-asylsuchenden-a-939765.html
Art. 16a Absatz 1 besagt "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht". Diese bewußt eng gefasste Definition läßt sich nicht durch ein, die Sozialindustrie förderndes, Kochbuch erweitern. Und das ist auch gut so.
_derhenne 22.12.2013
4.
Erstaunlich wie das allen Menschen essenzielle - und damit einende - Thema Essen hier der aktuellen Asyldiskussion ein Gesicht gibt. Sonst wirken die Artikel immer blutleer, anonym, die Betroffenen wirken weit weg... Ich glaube hier kommt die ein oder andere einfache Stammtischweisheit weniger schnell über die Lippen. Deshalb: Danke für dieses Projekt. Auch Asylbewerber essen!
Politikernachwuchs 22.12.2013
5. Asylanten
Zitat von _derhenneErstaunlich wie das allen Menschen essenzielle - und damit einende - Thema Essen hier der aktuellen Asyldiskussion ein Gesicht gibt. Sonst wirken die Artikel immer blutleer, anonym, die Betroffenen wirken weit weg... Ich glaube hier kommt die ein oder andere einfache Stammtischweisheit weniger schnell über die Lippen. Deshalb: Danke für dieses Projekt. Auch Asylbewerber essen!
Richtig, aber Sie töten auch und wollen nicht menschlich leben. Siehe die Pressemeldungen aus Berlin: Messerstecherein sind das Werk der Asylanten!! Auch Erpressungen sind Ihr Werk. Dies soll unterstützt werden? Es reicht wenn die Polizei auf Anweisung sich weigert das Recht zur Geltung zu bringen!!
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