Uni-Tipps gegen den Massenansturm Studienstart, sommerlich entspannt

Studienstart im Sommersemester, das heißt, den Massenansturm in Ruhe abzuwarten: Eine halbe Million Erstsemester strömen jedes Jahr an die Unis, doch nur rund jeder Zehnte von ihnen beginnt sein Studium im April. Welche Vorteile hat der ungewöhnliche Einstieg? Und welche Nachteile?

Mit dem Laptop auf der Wiese: Im Sommer findet das Studium auch draußen statt
Corbis

Mit dem Laptop auf der Wiese: Im Sommer findet das Studium auch draußen statt


Wo findet die Statistikvorlesung statt, wann ist das Prüfungsamt geöffnet, welches Salatdressing schmeckt in der Mensa am besten? Wenn im April das Sommersemester startet, sind die meisten Studenten mit dem Uni-Alltag bereits vertraut. Denn: Die Mehrheit beginnt ihr Studium zum Wintersemester.

Ungefähr eine halbe Million Erstsemester zählen deutsche Unis und Hochschulen jedes Jahr - doch nur rund jeder Zehnte beginnt sein Studium zum Sommersemester. Dabei hat der Start im April durchaus Vorteile.

"Die Wohnsituation ist im Sommer etwas entspannter, auch wenn die Bewerberzahlen für Wohnheime immer noch hoch sind", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes. Auch die Bearbeitungszeiten für Bafög-Anträge fallen im Sommersemester etwas kürzer aus, da die Ämter nicht so überlastet sind.

Alina Klinge, 19, genoss besonders das vertrautere Verhältnis unter den Studenten. "Während im Winter in der Regel über tausend Erstsemester mit dem BWL-Studium im Münster beginnen, waren es im Sommer nur etwa 150", sagt sie. Gerade während der Orientierungswoche für Studienanfänger sei es deshalb einfacher gewesen, sich anzufreunden. Ein Gefühl von Anonymität und Massenabfertigung sei nicht aufgekommen.

Direkt nach ihrem Abitur hatte sich Alina Klinge noch nicht bereit für das Studium gefühlt. "Ich hatte einfach Lust, etwas zu erleben, bevor es richtig ernst wird", erzählt sie. Deshalb beschloss sie, sich für einen Studienplatz im Sommersemester zu bewerben - und es klappte.

Studienplätze sind auch im Sommer knapp

Allerdings braucht man auch etwas Glück: "Nur rund 20 Prozent aller Studiengänge werden überhaupt zum Sommersemester angeboten", sagt Meyer auf der Heyde. Dazu zählen Fächer wie Wirtschaft oder Jura und Mono-Bachelor-Studiengänge, die nicht mit einem zweiten Fach koordiniert werden können. Masterstudiengänge beginnen nur vereinzelt im Sommer. Die Bewerbungsfrist ist bei zulassungsbeschränkten Studiengängen meist Ende Januar - bei allen anderen ist es in der Regel Ende März.

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Wer allerdings glaubt, im Sommersemester aufgrund von weniger Bewerbern leichter den Wunschstudienplatz zu ergattern, irrt sich. Das ist nur der Fall, wenn die Hochschule im Sommer im Fachbereich genauso viele Plätze im Verhältnis zur Bewerberzahl anbietet wie im Winter. Ansonsten ändert sich für Studienstarter am Numerus clausus (NC), also der Zulassungsbeschränkung, nichts.

Möglicherweise ist es im Sommer sogar schwieriger, einen Platz zu bekommen. Beispielsweise in Medizin: "Im Wintersemester 2013 fielen knapp fünf Bewerber auf einen Studienplatz in Medizin", sagt Bernhard Scheer von der bundesweiten Zulassungsplattform Hochschulstart.de. Im Sommer des gleichen Jahres hingegen waren es elf Bewerber. "Das liegt daran, dass dieser Studiengang zum Sommersemester von viel weniger Hochschulen angeboten wird", erläutert Scheer. Zum Vergleich: Während im Winter über 30 Hochschulen das Fach Medizin anbieten, sind es im Sommer gerade einmal neun. Da sei dann auch die geringere Zahl der Bewerber insgesamt irrelevant.

Alle Klausuren bestanden

Der Start im Sommersemester hat noch einen anderen Nachteil, warnt Scheer: "Studienstarter sollten überprüfen, ob Orientierungsveranstaltungen oder Mathevorkurse im Sommer überhaupt angeboten werden." Wichtig sei auch, das Veranstaltungsangebot des jeweiligen Faches genauer unter die Lupe zu nehmen. Es könne durchaus sein, dass es die Einführungsveranstaltungen nur im Wintersemester gibt. "Dann startet man unter Umständen mit den Vorlesungen des zweiten Semesters", sagt Engl. Erstsemester gehen damit das Risiko ein, im Sommer mit dem Stoff nicht hinterherzukommen und schließlich ein Fachsemester zu verlieren.

Auch Alina Klinge musste direkt mit Statistik II anfangen. Für die Studentin war das nicht immer einfach: "Manchmal haben die Professoren von Sachen geredet, von denen ich noch nie etwas gehört habe." Trotzdem hat sie alle Klausuren mitgeschrieben und bestanden. Mit ein bisschen Anstrengung sei das gut zu schaffen, findet sie. Einige ihrer Kommilitonen haben allerdings Klausuren auf das nachfolgende Semester verlegt.

In ihrem zweiten Semester belegte Klinge dann die noch ausstehenden Einführungsveranstaltungen. Und das, sagt sie, "war manchmal fast schon ein bisschen langweilig für mich".

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Julia Naue/dpa/lgr

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Seite 1
lindenbast 21.03.2014
1.
Zitat von sysopCorbisStudienstart im Sommersemester, das heißt, den Massenansturm in Ruhe abzuwarten: Eine halbe Million Erstsemester strömen jedes Jahr an die Unis, doch nur rund jeder Zehnte von ihnen beginnt sein Studium im April. Welche Vorteile hat der ungewöhnliche Einstieg? Und welche Nachteile? http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studienstart-im-sommersemester-starten-massenansturm-abwarten-a-956835.html
Die meisten Studiengänge können, wie ja auch der Artikel sagt, nur zum Wintersemester begonnen werden. Damit hat sich der ganze Artikel im Grunde erledigt.
kommentor 21.03.2014
2.
Bei einigen der "Planungen" schüttelt man ja schon heftig den Kopf, selbst dann, wenn einem eher die - wesentlich entspanntere und offenere - Unilandschaft von vor 20 Jahren vertraut ist statt der von heute. Ich sage mindestens die Hälfte Bauchlandungen voraus.
renee gelduin 21.03.2014
3.
---Zitat--- Uni-Tipps gegen den Massenansturm: Studienstart, sommerlich entspannt ---Zitatende--- Was genau soll da entspannt sein ? ---Zitat--- Studienstart im Sommersemester, das heißt, den Massenansturm in Ruhe abzuwarten: Eine halbe Million Erstsemester strömen jedes Jahr an die Unis, doch nur rund jeder Zehnte von ihnen beginnt sein Studium im April. Welche Vorteile hat der ungewöhnliche Einstieg? Und welche Nachteile? ---Zitatende--- ---Zitat--- Studienplätze sind auch im Sommer knapp Allerdings braucht man auch etwas Glück: "Nur rund 20 Prozent aller Studiengänge werden überhaupt zum Sommersemester angeboten", sagt Meyer auf der Heyde. Dazu zählen Fächer wie Wirtschaft...Wer allerdings glaubt, im Sommersemester aufgrund von weniger Bewerbern leichter den Wunschstudienplatz zu ergattern, irrt sich....Möglicherweise ist es im Sommer sogar schwieriger, einen Platz zu bekommen. Beispielsweise in Medizin: "Im Wintersemester 2013 fielen knapp fünf Bewerber auf einen Studienplatz in Medizin", sagt Bernhard Scheer von der bundesweiten Zulassungsplattform Hochschulstart.de. Im Sommer des gleichen Jahres hingegen waren es elf Bewerber. "Das liegt daran, dass dieser Studiengang zum Sommersemester von viel weniger Hochschulen angeboten wird", erläutert Scheer. Zum Vergleich: Während im Winter über 30 Hochschulen das Fach Medizin anbieten, sind es im Sommer gerade einmal neun. Da sei dann auch die geringere Zahl der Bewerber insgesamt irrelevant. ---Zitatende--- Toller Artikel. Einfach mal mit irgendeinem Falschwissen angefangen und im Laufe des Schreibens den Irrtum nicht mal bemerkt ?
alexx 23.03.2014
4.
Ich habe meinen Bachelor zum WS und meinen Master zum SS begonnen. Kann einen Start zum SS nur empfehlen. Es ist persönlicher, leerer und individueller.
ehv-fernstudium 24.03.2014
5. Alternative Fernstudium
Jeder Studienstart, ob Sommer oder Winter, birgt Hürden und Hindernisse: Überfüllte Mensen und Wohnheime während des Wintersemesters und rare Studienplätze im Sommersemester erschweren dabei nur zusätzlich das Einfinden in das Studium. Alleinig das Durchschlagen in Nebenjobs, das Kämpfen durch Prüfungs- und Studienordnungen und das Wirr-Warr in den Uni-Ämtern nagt erheblich an den Nerven von Studierenden. Eine Alternative zu solchen Stressmomenten im Studierendenalltag schaffen Fernstudienkonzepte. Zeitgemäßes Fernstudieren ist dabei nicht mit einem einsamen Lernen zu verbinden. Vor, während sowie nach dem Studium stehen Fernstudierenden persönliche Betreuer, die sich als stetiger Ansprechpartner um alle bürokratischen, ablaufspezifischen und inhaltlichen Anliegen kümmern, zur Verfügung. Stressfaktoren im Vollzeitstudium, die durch einen klaren und einheitlichen Support vermindert werden. Darauf, sich auf die individuellen Situationen eines Studierenden einzulassen und kompromissbereite Lösungen für ein unkompliziertes Studieren zu finden, sind die Betreuer trainiert. Massenabfertigung ade! Auch im Hinblick auf die finanzielle Belastung durch ein Studium hat das Fernstudienkonzept eine Option parat: Der berufliche Werdegang kann weiterhin verfolgt und absolviert, Karrierewege müssen nicht unterbrochen werden. Mithilfe von eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernphasen, die durch kombinierte Präsenzseminare unterstützt werden, gelingt der tätigkeitsbegleitende akademische Abschluss. Die Möglichkeiten, letztere online zu absolvieren, lässt außerdem Wohnraumprobleme des Vollzeitstudiums verpuffen. Der Europäische Hochschulverbund (EHV-Fernstudium und Weiterbildung) ist auf Fernstudiengänge spezialisiert und präsentiert innovative Kontraste zum Vollzeitstudium. Lösungen für anspruchsvolle Lebens- und Karrierewege setzt der EHV um. Ein tatsächlich entspanntes Studieren ist im Rahmen des Fernstudiums somit durchaus möglich. Weitere Informationen unter www.ehv-fernstudium.de
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