Surftipp Schnupperkurs in Staatshaftung

Zwei Passauer Jura-Studenten wollen ihren Kommilitonen das Leben leichter machen und bieten auf ihrer Webseite Hilfe für die Klausurvorbereitung. Die beiden päppeln damit das eher magere Angebot für Juristen im Netz auf.

Von Ingo Butters


World Wide Web statt dicker Wälzer
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World Wide Web statt dicker Wälzer

Fertig mit ihrer Arbeit sind die Macher von "Onlinerecht24" längst nicht. So stranden Besucher beim "Allgemeinen Verwaltungsrecht" zur Zeit auf nicht freigeschalteten Links.

Doch was zwei Passauer Studenten mit ihrer Homepage bisher schon auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen: Für sechs große Rechtsbereiche haben sie die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen zusammengetragen und gleich mit den passenden Evergreens unter den Klausurfragen verlinkt. Durch das eigene Studium wissen die Macher schließlich ganz genau, was die Profs von den Studenten wünschen.

Die kostenlose Seite ist so aufgebaut, dass sich die Nutzer nach Belieben unterschiedlich tief in die einzelnen Rechtsgebiete einarbeiten können. Eine echte Alternative zu den kostspieligen Repetitorien ist das Angebot zur Zeit noch nicht, doch gerade Studienanfängern kann sie einen ersten Überblick über die Stofffülle geben, mit der sich Jura-Studenten plagen müssen.

Echte Hilfen zur Klausurvorbereitung sind im Netz eher rar. Studenten der Juristerei müssen sich bisher meist für teures Geld dicke Bücher kaufen, aus denen sie dann das Wissen Zeile für Zeile pauken. Das World Wide Web bietet dabei eher wenig Hilfen.

Und wenn sich in Sachen Internet für Juristen doch was tut, kommen die Impulse meist vom Campus. Zentrale Anlaufstelle für Juristen im Netz ist zum Beispiel das Juristische Internetprojekt Saarbrücken geworden. Als das World Wide Web noch in den Kinderschuhen steckte, trug der Student Mischa Dippelhofer 1994 "Juristische Informationen im Internet" zusammen und legte damit den Grundstein für die wohl umfassendste Linksammlung für Juristen im Netz.

Wenn die Seite der Passauer Studenten einmal zum Nonplusultra im Netz werden soll, müssen die beiden allerdings noch eine ganze Menge Nachtschichten einlegen. Damit man auf der Seite auch endlich mal nachsehen kann, was sich hinter einem "enteignungsgleichen Eingriff" wohl verbergen mag.

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