Hochschule in Istanbul Gauck und Gül eröffnen Türkisch-Deutsche Uni

Der Lehrbetrieb läuft seit Monaten, rund 130 Studenten sind schon eingeschrieben, jetzt gab es den offiziellen Festakt: Bundespräsident Gauck und sein türkischer Kollege Gül eröffneten die Türkisch-Deutsche Uni in Istanbul.

Präsidenten Gül und Gauck, Ministerin Wanka: Hochschule in Istanbul eröffnet
AP/dpa

Präsidenten Gül und Gauck, Ministerin Wanka: Hochschule in Istanbul eröffnet


Doppelt hält besser: Bundespräsident Joachim Gauck und der türkische Staatschef Abdullah Gül haben in Istanbul die Türkisch-Deutsche Universität eröffnet. Ihren Lehrbetrieb hat die Hochschule allerdings schon zum vergangenen Wintersemester aufgenommen, feierlich verkündet wurde das bereits vor einem Jahr.

Gauck würdigte bei der Zeremonie jetzt die Hochschule als "neues Kapitel in den Wissenschaftsbeziehungen beider Länder". Damit könnten auch die engen Wirtschaftskontakte zwischen Deutschland und der Türkei weiter intensiviert werden, sagte Gauck am letzten Tag seines Staatsbesuchs. Er wurde in Istanbul von Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) begleitet.

Gül, der sich nach den kritischen Worten Gaucks an die Adresse der türkischen Regierung am Vortag betont freundlich zeigte, erinnerte daran, dass etwa 5000 Firmen mit deutschem Kapital in der Türkei tätig seien. Drei Millionen Türkischstämmige lebten in Deutschland, fünf Millionen deutsche Touristen besuchten die Türkei jedes Jahr. Die neue Hochschule solle eine "Elite-Universität" werden, die auch Führungskräfte für deutsch-türkische Unternehmen ausbilden werde.

Der Beginn des Lehrbetriebs in Istanbul hatte sich seit dem Start der Planungen 2006 immer wieder verzögert. Im September vergangenen Jahres wurden dann die ersten Studenten begrüßt. Etwa 130 Hochschüler haben sich für die Bachelor-Studiengänge Jura, Mechatronik und BWL eingeschrieben. Irgendwann sollen rund 5000 Studenten an der Hochschule in Istanbul lernen. Zehn Prozent der Plätze sind nach Angaben des Rektors Halil Akkanat für ausländische Studenten vorgesehen, darunter auch Deutsche.

Die TDU ist juristisch eine türkische Hochschule, die Türkei hat denn auch das Grundstück zur Verfügung gestellt und übernimmt den Großteil der Kosten. Deutschland hat unter anderem die Kosten für die Planung der Studiengänge übernommen und wird deutsches Lehrpersonal bezahlen. Studiengebühren soll es nicht geben.

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otr/dpa

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