Titelhandel Diplom von der "Standford University"

Titelhändler verkaufen aufwendig gestaltete Urkunden, die ihren Besitzer als Inhaber eines akademischen Grades ausweisen, letztlich aber wertlos sind. Ein einzelner Buchstabe kann den Unterschied machen.


Das Schwedische Zentralamt für Höhere Bildung macht jetzt auf eine besonders dreiste Masche aufmerksam: Die Briefkasten-Hochschulen schmücken sich mit Namen, die denen renommierter Bildungsanstalten zum Verwechseln ähnlich sind. Während ein Absolvent der renommierten Stanford University im Berufsleben wahrscheinlich weit kommt, haben Abschlüsse der "Standford University" oder der "Stamford University" nur "Schrottwert".

Auch hinter der "Berkley University" und der "Berkeley International University" verbergen sich, im Gegensatz zur bekannten University of California, Berkeley, nur Titelmühlen. Britische Elitehochschulen finden beispielsweise in der "Cambridge State University" oder der "Oxford International University" ungeliebte Nachahmer.

Die Zahl der fragwürdigen Institute ist in den vergangenen vier Jahren weltweit von 200 auf 800 angestiegen, so die Studie. Sie sind meist in den USA oder in karibischen Steuerparadiesen angesiedelt und setzen über 500 Millionen Dollar pro Jahr um.

Gut gemachte Fälschungen

Die Urkundenhändler verdienen ihr Geld mit der Eitelkeit von Möchtegern-Akademikern oder mit der Arglosigkeit von Kunden, die denken, sie würden tatsächlich einen akademischen Abschluss erwerben, indem sie einen Geldbetrag überweisen und einige Arbeitszeugnisse einschicken.

Die Pseudo-Dokumente sind aber durchaus dazu geeignet, erfahrene Personalchefs zu täuschen, sagt der schwedische Experte Erik Johansson: "Die Urkunden sehen manchmal besser aus als die echter Hochschulen."



© UniSPIEGEL 4/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.