Sammelklage Letztes Kapitel der "Trump University"?

Die "Trump University" war nicht mal eine richtige Universität, Tausende von Kursteilnehmern klagten. Der US-Präsident will den Streit mit Geld beilegen. Doch zwei Kläger wehren sich.

Dubios: Donald Trump und seine "Trump University"
AP

Dubios: Donald Trump und seine "Trump University"


Hat die "Trump University" Studenten betrogen? Hat sie ihre Kunden über die Qualität der Kurse getäuscht und sie stattdessen mit Psychotricks immer wieder nur gedrängt, für zusätzliche Kursangebote noch mehr Geld auszugeben?

Der Rechtsstreit um diese Fragen zieht sich schon seit sieben Jahren hin, Donald Trumps Fernhochschule ist seit 2010 wieder geschlossen. Bereits vorher hatte sie ihren Namen ändern müssen, weil sie in Wahrheit keine Universität mit anerkannten Abschlüssen war. Viele der "von Trump handverlesenen Kursleiter" hatten gar keine passenden Abschlüsse. Und Teilnehmer wurden offenbar zu positivem Feedback gedrängt.

An diesem Donnerstag nun könnten die Gerichtsakten zur Trump University geschlossen werden, wenn nämlich ein Richter ein Vergleichsangebot Trumps bestätigt. Dann sollen alle Kläger insgesamt 25 Millionen Dollar bekommen, aber auf weitere Schritte in diesem Rechtsstreit verzichten. Allerdings erkennt Trump dabei keinerlei Schuld an. Er habe lediglich als Präsident schlicht keine Zeit, sich weiter mit dem Fall zu befassen.

Recht, den Präsidenten zu verklagen

Das Angebot hatten die Anwälte des Milliardärs zehn Tage nach dessen Wahl zum US-Präsidenten gemacht. Richter Gonzalo Curiel sagte damals, er hoffe, dass dies einen Heilungsprozess vorantreiben helfe, den dieses Land bitter nötig hat". Seine vorläufige Zustimmung gab er einen Monat später.

Der Deal kann theoretisch noch scheitern. Zwei Kläger haben Zweifel angemeldet, worüber das Gericht nun entscheiden muss. Eine ist Sherri Simpson, eine Anwältin aus Fort Lauderdale in Florida. Sie sagt, sie habe nicht genug Gelegenheit bekommen, um sich aus der Sammelklage auszuklinken und fühle sich in ihrem Recht beeinträchtigt, den Präsidenten zu verklagen.

Ein anderer Kläger, der sich gegen die Vereinbarung wehrt, ist Harold Doe. Laut Gerichtsunterlagen will er eine höhere Vergleichssumme herausschlagen. Der Vergleich soll den rund 3700 Teilnehmern der Sammelklage ungefähr 80 Prozent ihres Schadens ersetzen.

Simpson und ein Partner haben im Jahr 2010 rund 35.000 Dollar bezahlt, um sich im "Gold-Elite"-Programm der Trump University einzuschreiben. Versprochen wurde ihnen, dass ihnen ein Mentor Trumps geheime Strategien für Immobilieninvestitionen nahebringt. Simpson, die sich inzwischen in Anti-Trump-Kampagnen auftritt, sagt, dass sie für das viele Geld nur wenig bekommen hat: Die Lehrvideos waren fünf Jahre alt, das Schulungsmaterial enthielt nur Information, die man auch kostenlos im Internet finden konnte, und ihr Mentor habe nicht auf E-Mails und Anrufe reagiert.

"Er soll Fehler eingestehen"

"Mir ist es wichtig, dass Trump seinen Fehler eingesteht", sagte Simpson der Nachrichtenagentur AP. Die Trump-Anwälte sagen, dass die Frist, um sich aus dem Verfahren zu verabschieden, im November verstrichen ist, Simpson habe ihre Chance verpasst. Sollte sie heute scheitern, kann sie diese Entscheidung anfechten. 13 Kläger hatten sich vor dem Termin im November zurückgezogen, keiner davon hat bisher selbst Klage gegen den Präsidenten eingereicht.

Der Streit um seine "University" hatte in Trumps Wahlkampf für Wirbel gesorgt. Die demokratische Seite nutzte Informationen aus den Gerichtsakten, um ihn als betrügerischen Geschäftsmann darzustellen. Trump griff immer wieder öffentlich den Richter an, dem er unterstellte, aufgrund seiner mexikanischen Abstammung voreingenommen zu sein.

mamk/AP



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