Gerichtsprozess Ehemaliger Doktorand der TU Darmstadt wegen IS-Propaganda angeklagt

Er soll auf Facebook für die Terrormiliz "Islamischer Staat" geworben haben. Einem ehemaligen Promotionsstudenten der TU Darmstadt droht deshalb nun ein Gerichtsverfahren.

Ausschnitt aus dem Video, in dem der Promotionsstudent für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) wirbt
DPA

Ausschnitt aus dem Video, in dem der Promotionsstudent für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) wirbt


Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main hat wegen Terrorverdachts Anklage gegen einen ehemaligen Doktoranden der TU Darmstadt erhoben. Er müsse sich wegen mehrerer Delikte verantworten, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle: Werbung für eine ausländische terroristische Vereinigung, Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Volksverhetzung und versuchte Nötigung.

Er sitzt seit Februar 2017 in Untersuchungshaft. Die Darmstädter Universität beendete nach Bekanntwerden der Vorwürfe das Promotionsverfahren des Mannes. Der Syrer war seit 2007 als Promotionsstudent an der Uni eingeschrieben.

Der 37-Jährige soll laut Anklage 2016 in Videos und einem Kommentar auf Facebook zur Unterstützung der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in seinem Heimatland aufgerufen haben. Kollegen vom Fachbereich Mathematik hatten ihn in dem Video erkannt, wie TU-Sprecher Jörg Feuck sagte. Der Doktorand sei "als Kollege geschätzt" gewesen. Es habe vorher keine Anzeichen dafür gegeben, dass er den IS unterstützte.

Während seiner späteren Untersuchungshaft soll er zudem einem Mitgefangenen Geld in Aussicht gestellt haben, um Bombenanschläge zu begehen. Dieser informierte daraufhin die Polizei. Außerdem soll sich der Mann bereits 2014 Anleitungen zum Bau von Bomben und eines Gewehrschalldämpfers beschafft haben. Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen fanden die Ermittler allerdings nicht.

Die Sicherheitsbehörden waren zunächst wegen der IS-Videos auf den Mann aufmerksam geworden, im Februar vergangenen Jahres durchsuchten Beamte dessen Wohnung und Büro. Nachdem bei der Analyse beschlagnahmter Speichermedien die Anleitungen zum Bombenbau gefunden wurden, beantragten die Ermittler Haftbefehl. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) ist für den Fall zuständig und wird die Anklage nun prüfen.

koe/AFP



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