Umfrage des DAAD Ausländische Studenten mögen deutsche Unis

Ausländische Studenten fühlen sich in Deutschland wohl und willkommen. Doch Kontakt zu Einheimischen haben sie eher selten, und der Wohnungsmarkt ist ihnen ein Graus.

Humboldt-Universität: Gerade Berlin gehört zu den beliebtesten Zielen ausländischer Studenten
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Humboldt-Universität: Gerade Berlin gehört zu den beliebtesten Zielen ausländischer Studenten


Nie zuvor kamen mehr Studenten nach Deutschland: Etwa jeder zehnte Student stammt aus dem Ausland, 300.000 sind es insgesamt, die einen Teil oder das gesamte Studium in Deutschland verbringen.

Warum Deutschland? Sie kommen, weil ihnen die Qualität der Bildung und Forschung wichtig ist und deutsche Unis einen guten Ruf haben. Die Zulassungsverfahren empfinden die meisten als einfach, die Beratung finden sie gut, die Kosten von Lebenshaltung und Studium niedrig.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Der DAAD koordiniert in seinem Stipendien- und Betreuungsprogramm STEBIT Maßnahmen der Willkommenskultur an deutschen Universitäten. Finanziert wird dieses Programm mit jährlich acht Millionen Euro durch das Auswärtige Amt. Im zehnten Jahr des Programms ließ der Austauschdienst nun 11.000 ausländische Studenten befragen, um sein Programm zu bewerten.

Am internationalsten sind englischsprachige Masterprogramme

Fazit: Die meisten schätzen ihr Gastland. Mehr als 80 Prozent der ausländischen Studenten wollen mit dem Aufenthalt in Deutschland ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz verbessern. Drei Viertel von ihnen verlassen sich dabei auf den guten Ruf deutscher Hochschulen. Viele wollen hier bleiben: 54 Prozent wollen nach dem Studium in Deutschland arbeiten.

Je höher der Abschluss, desto größer ist der Anteil internationaler Studenten: Sind es in englischsprachigen Bachelorstudiengängen nur elf Prozent, machen Bildungsausländer bei den englischsprachigen Masterstudiengängen fast die Hälfte aus (44 Prozent).

Allerdings stehen Studenten aus dem Ausland auch vor Herausforderungen. Etwa jeder Zweite (47 Prozent) hat Schwierigkeiten, eine Wohnung oder einen Nebenjob zu finden. Es hapert auch beim Kontakt zu Einheimischen: Bezugspersonen sind vor allem Studenten aus anderen Ländern (62 Prozent) und aus dem eigenen Herkunftsland (52 Prozent). An der Gasthochschule haben immerhin 49 Prozent Kontakt zu Deutschen, im Alltag außerhalb des Studiums trifft nur jeder Vierte auf Einheimische (24 Prozent).

cpa

insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
doofnuss 13.11.2014
1. wenig kontakt zu deutschen: eine fage der effizienz im studium auf englisch
zitat: "Je höher der Abschluss, desto größer ist der Anteil internationaler Studenten:... bei den englischsprachigen Masterstudiengängen fast die Hälfte aus (44 Prozent)... . Allerdings stehen Studenten aus dem Ausland auch vor Herausforderungen... Es hapert auch beim Kontakt zu Einheimischen: Bezugspersonen sind vor allem Studenten aus anderen Ländern (62 Prozent) und aus dem eigenen Herkunftsland (52 Prozent). An der Gasthochschule haben immerhin 49 Prozent Kontakt zu Deutschen, im Alltag außerhalb des Studiums trifft nur jeder Vierte auf Einheimische (24 Prozent).". priorität hat für die studenten offensichtlich das studium selbs, der schnelle und möglichst gute abschluss - aus deren sicht gott-sei-dank in englisch und nicht in dieser deutsch-sprak-schwere-sprak. studienökonomisch zieht es die ausländischen studenten ganz selbstverständlich erst mal zu den am nächsten stehenden kommilitonen: landsleute und andere hauptsächlich englischsprechende studenten aus dem ausland. das berühmte land-und-leute-kennenlernen steht beim aufenthalt in deutschland nicht an erster stelle, obwohl es sicher von den meisten auch angestrebt wird, aber erst nach der qualifizierung durch ein im verhältnis zu vielen anderen ländern ziemlich preiswertes studium, für die hoffentlich erfolgreiche karriere. letztere ist die hauptmotivation, um in deutschland zu studieren.
henrik-flemming 13.11.2014
2. Mal wieder so eine aussagelose Statisik
Erstens haben Schweden und Dänemark Studiengebühren für nicht EU Studenten eingeführt, was die Studies, die dort studieren wollten wohl abgeschreckt hat. Zweitens ist das Studium an einer britischen Uni unbezahlbar geworden. Zu guter Letzt: woher kommen die Studies? Sind dies EU Studies, die eigentlich als gleichwärtig zu den einheimische Studies angesehen werden müssen. Sind dies die Kinder von hier im Land lebenden Migranten, die die Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes beibehalten haben und einen deutsche Schulabschluss haben? http://de.statista.com/statistik/daten/studie/222/umfrage/anteil-auslaendischer-studenten-an-hochschulen/ 2007 gab es jedoch Prozentuel mehr ausländische Studies. Es geht der DAAD in dieser Befragung doch viel mehr darum die Mittel von 8 Millionen Euro zu verteidigen. Damit könnte man einer Menge von Studies aus armen Ländern ein Stipendium gewähren.
kuschl 13.11.2014
3. Wer zahlt?
Kein Wunder, daß Deutschland so beliebt ist! Während in den meisten Ländern saftige Studiengebühren anfallen, ist Deutschland für Nicht EU Studenten äußerst attraktiv, da keine Studiengebühren anfallen und der Lebensunterhalt vergleichsweise preiswert ist. Auch haben Deutsche Abschlüsse einen guten Ruf. Aus Paritätsgründen würde ich Nicht EU Studierende zahlen lassen, sie sind aber trotzdem willkommen.
karlsiegfried 14.11.2014
4. Logisch
Im Vergleich zu ihren Heimatländern kosten die deutschen Unis nichts und den deutschen Studienwilligen werden Studienplätze weggenommen. Prima, toll, einzigartig. Weiter so. Deutschland rettet und bildet die Welt - bis es pleite ist.
ingenör79 15.11.2014
5. Meine Tochter
hat als Austauschstudentin der HU 2 Semester an der UBC in Vancouver studiert. Sie musste auch keine Studiengebühren bezahlen. Dort waren übrigens fast 50% der Studenten Asiaten.
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