Ungarn Bedrohte US-Elite-Uni in Budapest erfüllt Bedingung für Fortbestand

Im Frühjahr hatten Tausende Ungarn für die von US-Milliardär Soros gegründete Elite-Uni CEU demonstriert - sie war durch ein neues Gesetz gefährdet. Jetzt erfüllt sie die Bedingung zum Weitermachen.

Proteste vor der sogenannten Soros-Uni in Budapest im April
AFP

Proteste vor der sogenannten Soros-Uni in Budapest im April


Die US-geführte Central European University (CEU) in Budapest hat eine wesentliche Bedingung für ihren Fortbestand erfüllt. Die Zukunft der Elitehochschule war durch ein neues ungarisches Hochschulgesetz gefährdet.

Der neuen Regelung zufolge dürfen Universitäten aus dem nicht europäischen Ausland nur dann eine Hochschuleinrichtung in Ungarn betreiben, wenn sie eine solche auch in ihrem Ursprungsland unterhalten. Auf die CEU trifft das nicht zu - ebenso wie auf andere renommierte amerikanische Auslandsuniversitäten in vielen anderen Ländern der Welt.

Die Uni unterzeichnete nun mit dem Bard College in New York eine Absichtserklärung, laut der das Bard College an seinem Sitz in den USA einen Campus für die CEU betreiben wird, teilte die CEU am Mittwoch in Budapest mit. Damit wäre die Bedingung aus dem Hochschulgesetz erfüllt.

EU-Gremien und Kritiker hatten das Gesetz als auf die CEU zugeschnitten kritisiert. Mit ihm sollte die angesehene Uni demnach zur Schließung gezwungen werden. Die EU-Kommission leitete wegen des Hochschulgesetzes und wegen eines neuen repressiven Gesetzes für Zivilorganisationen gegen Ungarn Vertragsverletzungsverfahren ein. Bereits im Frühjahr hatten Tausende Ungarn gegen das Gesetz demonstriert.

Der rechtsnationale ungarische Ministerpräsident Viktor Orban führt seit Monaten einen Kreuzzug gegen den Gründer der Uni, den US-Milliardär und Philanthropen George Soros. Zuletzt wurde er mit einer Plakatkampagne diffamiert.

sun/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.