Zitat des Tages "Ruinen, die sich Universität nennen"

Fast 1,2 Milliarden Euro sparen die Länder dank der Bafög-Reform. Das Geld muss in Bildung fließen, doch in Hamburg sieht es nicht danach aus. Uni-Präsident Dieter Lenzen ist daher sauer - und erklärt seine eigene Uni zum Trümmerhaufen.

DPA

"Ein Perspektivpapier, in dem nicht über Geld gesprochen wird, ist perspektivlos. Ich möchte als Präsident verdammt noch mal wissen, wann diese Ruinen, die sich hier Universität nennen, renoviert werden."

Der Hamburger Uni-Präsident Dieter Lenzen ist immer mal wieder gut für kernige Sprüche. In einer Pressekonferenz, zitiert vom "Hamburger Abendblatt", hat er jetzt auch für seine Verhältnisse brachial vom Leder gezogen - voller Ärger über das Papier "Strategische Perspektiven für die Hamburgischen Hochschulen bis 2020" (Hier als PDF), das Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeld (SPD) vorgelegt hat. Das Papier sei so schlecht, dass es "nicht zu reparieren" sei, schäumt der streitbare Uni-Präsident.

"Weit über eine halbe Milliarde Euro" sei nötig, um die Hochschulen in Hamburg zu sanieren, schätzt Dieter Lenzen. Allein für den Campus Von-Melle-Park würden 630 Millionen Euro gebraucht. So dürfe etwa der sogenannte Philosophenturm laut Bauamt nur noch bis 2016 genutzt werden.

Eine mögliche Geldquelle für die Renovierungen: Ab Januar 2015 will der Bund den bisherigen Länderanteil an den Bafög-Kosten dauerhaft übernehmen. Die Länder werden dadurch insgesamt um knapp 1,2 Milliarden Euro pro Jahr entlastet, für Hamburg sind das rund 38 Millionen Euro. Dieses Geld sollen die Länder zusätzlich für Bildung ausgeben, besonders für die Hochschulen - doch während einzelne Länder wie Hessen diese Verabredung zügig umsetzen wollen, sind andere deutlich zögerlicher. Auch in Hamburg, sagt Lenzen, verschwinde das Geld einfach im Haushalt: "Das ist völlig inakzeptabel." Vom Hamburger Senat heißt es nebulös, man werde "weiter große Summen für den Ausbau des Hochschulstandorts einsetzen" - doch mitgemeint sind dabei bereits beschlossene und finanzierte Neubauten für einen Campus der Geo- und Klimawissenschaften.

Bei den Studieninteressenten haben sich die baulichen Zustände auf dem Hamburger Campus dagegen anscheinend noch nicht herumgesprochen: Zum bevorstehenden Wintersemester haben sich für die knapp 5600 Studienplätze über 50.000 Bewerber gemeldet. Vielleicht lockt sie aber auch nur der Reiz des Morbiden.

him

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insgesamt 42 Beiträge
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outwiper 29.08.2014
1. Aber hauptsache
wir Hamburger kriegen eine Elphilharmonie und einen Deckel auf die A7 den keiner braucht ausser arme Anlieger die alle jünger sind als die BAB. Allein für die zwei Objekte gehen hunderte von Millionen drauf. Vielleichst stecken wir die Stdenten ja beld in Zelte. Dürfte knapp werden. Zelte brauchen wir ja für (Wirtschafts)Flüchtlinge.
weltretter1 29.08.2014
2. wie sagten schon Erkan und Stefan:
"Bildung bremst". Ich denke, man sollte Unis ganz abschaffen. Im Sinne der gewünschten Gleichmachung ist das eh unsinnig. Außerdem ist das Geld besser in Zeltstädte und neueste IT in Förderschulen angelegt als in Studenten (die meist sowieso nur kapitalistisch denken). Umsonst wandern nicht die Besten ab - und als Ausgleich kommen dafür die Dümmsten aus dem Kaukasus nach Dtschl. !! Gute Nacht !!!
Checkker 29.08.2014
3. Ja natürlich,
warum nicht gleich eine ganze neue Universität bauen? Und warum in Hamburg? Man könnte die Gebäude doch auf die Maleviven auslagern, da studiert es sich doch gleich viel geschmeidiger. Es spricht sich immer leicht, wenn man sich an anderer Leute Geld vergreifen möchte. Ein Stuhl, ein Tisch, eine Tafel und ein Dach über den Kopf. Warum müssen Studenten in Palästen studieren? Macht sie das schlauer?
happy2010 29.08.2014
4.
Zitat von outwiperwir Hamburger kriegen eine Elphilharmonie und einen Deckel auf die A7 den keiner braucht ausser arme Anlieger die alle jünger sind als die BAB. Allein für die zwei Objekte gehen hunderte von Millionen drauf. Vielleichst stecken wir die Stdenten ja beld in Zelte. Dürfte knapp werden. Zelte brauchen wir ja für (Wirtschafts)Flüchtlinge.
so ist es in der demokratie sie sagen, man braucht keine a7 andere sgen, man braucht keine uni
spmc-122226439819235 29.08.2014
5. Führende Industrienation ?!
Der Staat nimmt Steuern ohne Ende ein,aber die Infrastruktur -Autobahnen,Strassen,Schulen Unis ,ect.- sind in einem Drittweltzustand,wo ist unser Steuergeld ? Es gibt einige Maßnahmen ,welche helfen sollten,Amtshaftung,erweiterte Möglichkeiten für die Rechnungshöfe und ein Parlament welches sich auf den Wählerauftrag besinnt,Schaden vom dt.Volk abzuhalten.
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