Dubiose Atteste Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "Doc Holiday"

Bei einer Prüfung an der Uni Hohenheim verließen 48 Studenten den Hörsaal und legten zweifelhafte Atteste desselben Arztes vor. Nun wird gegen ihn ermittelt. Er soll bis zu 145 falsche Krankschreibungen ausgestellt haben.

Universität Hohenheim in Stuttgart
DPA

Universität Hohenheim in Stuttgart


Nach massenhaften Krankmeldungen an der Universität Hohenheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen einen Arzt. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, wird der Mediziner verdächtigt, falsche Atteste ausgestellt zu haben.

Derzeit gehen die Ermittler von bis zu 145 möglichen Fällen aus. Bei der Durchsuchung seiner Praxisräume beschlagnahmten die Beamten am Donnerstag umfangreiche Unterlagen und Dateien, die nun ausgewertet werden, wie es hieß.

Die Universität in Stuttgart war stutzig geworden, weil bei Dutzenden Abbrechern einer Klausur am 23. Mai die Krankschreibungen von demselben Arzt ausgestellt worden waren.

Es geht um eine Klausur im Fach Finanzwissenschaften, die nach und nach 48 Studenten abgebrochen hatten. Sie legten anschließend Atteste vor, in denen der betreffende Arzt allen dieselbe Diagnose bescheinigte: Kopfschmerzen in Kombination mit Sehstörungen oder Übelkeit und Erbrechen. In Hochschulkreisen trägt der Mediziner offenbar den Spitznamen "Doc Holiday".

Die Uni forderte Stellungnahmen von den Studierenden und zog Konsequenzen: Sie erkannte die Mehrheit der Prüfungsrücktritte nicht an. Für drei Studenten bedeutete das die endgültige Exmatrikulation aus dem Studiengang. Für sie war es der dritte und letzte Prüfungsversuch.

lov/lie/dpa



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