Uni-Sport Turne lieber ungewöhnlich

Toll, dass es Uni-Sport gibt. Aber oft sind die Angebote ziemlich fad, fanden die UniSPIEGEL-Autorinnen Lisa Seelig und Elena Senft. In Berliner Turnhallen testeten sie die drolligsten Leibesübungen - von Popping über Pantomime bis zu hawaiianischem Hula.


Mutige Testerinnen: Lisa (in Weiß) und Elena (ganz links) beim Pantomime-Kurs
Gundula Krause

Mutige Testerinnen: Lisa (in Weiß) und Elena (ganz links) beim Pantomime-Kurs

1. Teil: Montag, 16 Uhr: Popping mit Sibila

Popping ist nicht etwa ein Sport mit erotischer Komponente, sondern Robotertanz, so steht es auf der Website der TU Berlin. Also so etwas Ähnliches wie Breakdance. Popping, vermuten wir, ist die Bronx unter den Tanzsportarten, ausgeübt von einer Gang junger Menschen, die ihre Basecaps falschherum tragen, Goldketten mögen und einen Ghettoblaster auf der Schulter montiert haben.

In der Halle machen sich aber lediglich Ralf und Benni warm. Ralf studiert Astrophysik, trägt eine randlose Brille und einen dunkelbraunen Sportanzug. Benni macht Zivildienst und hat sehr rosige Wangen. Popping, geboren auf den Straßen Kaliforniens, groß gemacht von Michael Jacksons Moonwalk, ist für Ralf und Benni das, was für Mädchen Ponyreiten ist: ein Sehnsuchtssport.

Sibila, unsere Lehrerin, strahlt etwas mehr Glaubwürdigkeit aus, denn sie trägt ein sogenanntes Zandanna, ein Piratenkopftuch in Military-Optik - und ein Headset. Auf ihre Kommandos hin beginnen sich die Körper von Dirk und Benni ruckartig zu bewegen. Benni legt seinen in Wellen. Wir trainieren zunächst den "Arm Pop", doch die zuckenden Bewegungen mit Hand und Oberarm verursachen nach wenigen Minuten schlimmen Muskelschmerz.

Sibila, die ihre Hand im Akkord von einer imaginären Herdplatte wegzieht, sieht resigniert zu. Das Desaster unserer Performance können wir selbst gut mitverfolgen, weil wir vor einer langen Spiegelwand poppen. Der King of Pop würde sich im Grab umdrehen.

  • Typischer Satz in der Garderobe: "Ich muss echt noch an meiner Strobing-Performance arbeiten."
  • Nicht hingehen, wenn: man vom vielen Sitzen in der Bibliothek Rückenschmerzen hat.
  • Fachrichtungen: Nanotechnologie, Astrophysik, Luft- und Raumfahrttechnik

© UniSPIEGEL 5/2009
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