Mögliche Konsequenzen aus Plagiatsaffäre Von der Leyen wartet's ab

Was wäre, wenn... Ursula von der Leyen der Doktortitel aberkannt würde? Ein Plagiatsverdacht wird gerade geprüft. Die Ministerin ficht das nicht an, wie sie in einem Interview sagt.

Ursula von der Leyen: "Noch nie so schwierige Entscheidungen fällen müssen"
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Ursula von der Leyen: "Noch nie so schwierige Entscheidungen fällen müssen"


Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss unter einem enormen Druck stehen. Sie soll beim Verfassen ihrer Doktorarbeit womöglich nicht sauber gearbeitet haben, die Untersuchungen laufen. Wie sie das im Tagesgeschäft aushält, fragte die "Bild am Sonntag" von der Leyen nun.

"Ich habe in zehn Jahren als Ministerin gelernt, dass ich mich - ganz egal was in meinem Privatleben los ist - auf meine Arbeit konzentrieren kann", sagte die Ministerin dazu. "Diese Erfahrung kommt mir jetzt zugute. Denn ich habe noch nie in einem Amt so schwierige Entscheidungen fällen müssen wie im Verteidigungsministerium."

Die erhobenen Vorwürfe gegen von der Leyen, über die der SPIEGEL zuerst berichtet hatte, lassen die Ministerin trotzdem nicht kalt: "Dass ich die Kritik von VroniPlag ernst nehme, zeigt sich daran, dass ich die Universität bereits Ende August gebeten habe, meine Arbeit erneut zu überprüfen."

Die Plagiatsjäger von "VroniPlag" wollen an 45 Prozent der von ihnen untersuchten Seiten der Dissertation Plagiate und andere Zitierverstöße festgestellt haben. Rechtsexperten halten den Entzug des Doktortitels für wahrscheinlich. Wann dazu ein Ergebnis vorliegt, ist noch offen.

Mehrere Minister waren in der Vergangenheit wegen Plagiatsfällen zurückgetreten, darunter Ex-Bildungsministerin Annette Schavan. Eine Entscheidung, ob von der Leyen zurücktreten werde, wenn ihr die Medizinische Hochschule in Hannover den Doktortitel entziehen sollte, habe sie bislang nicht getroffen. Auf eine entsprechende Frage antwortete die Ministerin mit Nein.

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windpillow 18.10.2015
1. Aussitzen wird Mode
"Womöglich nicht ganz sauber gearbeitet"? -Sie war stinkfaul und hat Kopiert auf Teufel komm raus- hieß es in einer ersten Beurteilung ihrer sog. Doktorarbeit!
Criticz 18.10.2015
2. Hat irgendjemand etwas anderes erwartet?
Derweil, wenn man sich mit der Untersuchung der Arbeit befasst, ist es offensichtlich, dass hier in einem nicht mehr akzeptablen Maß abgeschrieben/nicht korrekt zitiert wurde. Es besteht also Klärungsbedarf - das juckt von der Leyen natürlich nicht. Sie wird es aussitzen. Und wenn es wirklich hart auf hart kommt wird Frau Merkel sicher noch einen auskömmlichen Posten schaffen: Frau Schavan lässt grüßen - erhielt einen Posten für den sie nicht mal formal die Qualifikation hatte.
black-mamba 18.10.2015
3. Volkes Wille
Ich jann mir nicht virstellen, dass die Gründer unserer Demokratie und due Verfasser des Grundgesetzes solche Leute wie die v.D. Leyen als Volksvertreter gemeint hatten. Gesetze sollen ausgelegt werden wue sie gemeint sind, nicht wie man sie hinbiegen kann. Darum muss diese Frau aus dem Amt entfernt werden. Sie verfügt in keinster Weise über die moralische Kompetenz, die eine Ministerin oder ein Minister zur Ausübung einer solchen Verantwortung braucht. Dasselbe gilt für Ihre "Chefin"
KapArkona 18.10.2015
4. Was soll das denn?
Ein Interview mit unserer Verteidigungsministerin und das wegen Plagiatsvorwürfen? Dann noch die Aussage sie tritt nicht zurück. Investigativer gehts nicht. Danke! Wir haben Sonntag und ich bin gnädig gestimmt. Frau von der Leyen ficht alles nicht an, na und wird sie sich denken den blöden Doktor brauch ich eh nicht als Verteidigungsministererin und mach keinen Guttenberg. MfG
Nabob 18.10.2015
5. Wir werden darauf konditioniert werden zu lernen,
dass aberkannte Doktor-Titel zum Alltag zählen, resp. dass die betroffenen Personen teflonmäßig weiter und erst recht ihren Lobby-Tätigkeiten nachgehen werden. Vroni-leaks ist zwar gut, geht aber von nicht mehr aktuellen gesellschaftlichen Werten aus. Zudem wurden alle aberkannten Dissertationen universitär für gut befunden - Wissenschaft also auch schon korrupt, je nachdem was man macht oder wie man heißt? Frau von der Leyen ist bekannt für ihren energisch vertetenen Herkunftsdünkel, eine Art des besonderen Provinzialismus. Und man weiß auch, dass diese kleine Frau voller inzwischen unsichtbarer gehaltener Eitelkeiten steckt, die ihr womöglich den freien Tisch für ihre ministeriellen Aufgaben versperrt. Was zählt da noch ein aberkannter Doktor-Titel, wenn die Türen für die weitere Lobby-Arbeit offner stehen, als je zuvor.
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