Kredite für Enkel US-Rentner müssen 67 Milliarden Dollar Studiengebühren abstottern

Fast drei Millionen Amerikaner über 60 Jahre sind verschuldet, weil sie Studiengebühren zurückzahlen müssen. Die meisten haben die Kredite für Kinder oder Enkel aufgenommen.

Wer an einer Elite-Uni wie Harvard studieren will, muss viel Geld zahlen
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Wer an einer Elite-Uni wie Harvard studieren will, muss viel Geld zahlen


Studieren in den USA ist teuer. Fast 25.000 Dollar Studiengebühren verlangen US-Unis im Schnitt pro Jahr, Privat-Unis sogar 36.000 Dollar. Um diese Summen zahlen zu können, müssen die meisten Studenten einen Kredit aufnehmen - oder sich das Geld von Eltern oder Großeltern leihen. Und Letzteres passiert offenbar immer häufiger.

Laut einer Studie des amerikanischen Consumer Financial Protection Bureau, einer staatlichen Verbraucherschutzstelle, hat sich die Zahl der über 60-Jährigen mit Studiengebühren-Schulden zwischen 2005 und 2015 vervierfacht auf 2,8 Millionen Menschen.

Fast 67 Milliarden Dollar beträgt die Summe, die sie an Studienkrediten zurückzahlen müssen. 73 Prozent der Betroffenen gaben an, die Kredite für die Ausbildung von Kindern oder Enkeln aufgenommen zu haben.

Die meisten haben zudem noch andere Kredite abzuzahlen, etwa für Häuser oder Autos, und tun sich mit der Rückzahlung schwer. Jeder vierte ältere Studiengebühren-Schuldner gab an, aus finanziellen Gründen bei der Gesundheitsvorsorge zu sparen.

vet



insgesamt 14 Beiträge
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urlauber10 10.01.2017
1. Fairnesshalber...
muss man allerdings auch berichten, dass es eine Unmenge an Stipendien und oeffentlicher Unterstuetzung fuer US-Studierende gibt. Wir haben z.Zt. zwei Kinder an staatlichen Unis, beide bekommen zum Teil beachtliche Foerderungmittel abhaengig von ihren GPA -und ACT- Ergebnissen. Wenn Kind sich in der High School anstrengt kann Kind sogar 2 Jahre umsonst am Community College studieren und/oder bis zu 40 credit hours mit auf die Uni nehmen. D.h. 30 000$ gespart oder Bachelor in 3 - 3 1/2 Jahren. Negativ: der durchschnittlich Begabte nimmt Kredite auf und Kinder reicher Eltern koennen studieren auch wenn sie "dumm" sind (siehe Dubbya oder The Donald).
Knossos 10.01.2017
2. Zum einen
bemerkenswert, wie wenig die Preise gestiegen sind (Anfang der 80er an der Columbia University gewesen. Wenn ich mich recht entsinne, lagen die Gebühren dort damals schon bei über USD 20 000), zum anderen sollte gebührenfreies Studium zu den geringsten Leistungen von Staatswesen gehören, die ursprünglichem Verständnis nach für das Volk da sind. Es muß ja nicht gleich so sein, daß man aus aller Welt antreten und kostenfreie Ausbildung wahrnehmen kann. Die eigene Bevölkerung jedoch sollte selbstverständlich und unabhängig vom Elternhaus zur Schule gehen und studieren können.
duke_van_hudde 10.01.2017
3. Das kann manauch anders sehen
Zitat von Knossosbemerkenswert, wie wenig die Preise gestiegen sind (Anfang der 80er an der Columbia University gewesen. Wenn ich mich recht entsinne, lagen die Gebühren dort damals schon bei über USD 20 000), zum anderen sollte gebührenfreies Studium zu den geringsten Leistungen von Staatswesen gehören, die ursprünglichem Verständnis nach für das Volk da sind. Es muß ja nicht gleich so sein, daß man aus aller Welt antreten und kostenfreie Ausbildung wahrnehmen kann. Die eigene Bevölkerung jedoch sollte selbstverständlich und unabhängig vom Elternhaus zur Schule gehen und studieren können.
In Deutschland studieren vor allen Akademikerkinder also Kinder von Eltern mit haeufig höheren Einkommen und das heisst das Steuern der Mittelschicht die eine Lehre gemacht haben gehen für die Ausbildung der Kinder der Elite drauf. Eine klare Umverteilung von Unten nach oben. Kinder von der Elite also z.b. die Kinder eines Lehrerehepaar können ruhig die Kosten einer Uni selbst tragen. Für Kinder armer Eltern oder sehr begabte Kinder könnten dann von mir aus das Studium aus Steuermitteln bezahlt werden. Wichtig ist dann halt nur das man nicht wie in den USA das bestimmte Bevölkerungsgruppe bevorteilt werden. Dort muss man die richtige Hautfarbe haben damit man ein Stipendium. Für alle die diesen Etniehintergrund nicht haben sieht es auch als Kinder der Unterscht ziemlich schlecht aus.
Nordstadtbewohner 10.01.2017
4. Bitte weniger Sozialneid. Jeder sollte seine Kosten selbst tragen.
Zitat von duke_van_huddeIn Deutschland studieren vor allen Akademikerkinder also Kinder von Eltern mit haeufig höheren Einkommen und das heisst das Steuern der Mittelschicht die eine Lehre gemacht haben gehen für die Ausbildung der Kinder der Elite drauf. Eine klare Umverteilung von Unten nach oben. Kinder von der Elite also z.b. die Kinder eines Lehrerehepaar können ruhig die Kosten einer Uni selbst tragen. Für Kinder armer Eltern oder sehr begabte Kinder könnten dann von mir aus das Studium aus Steuermitteln bezahlt werden. Wichtig ist dann halt nur das man nicht wie in den USA das bestimmte Bevölkerungsgruppe bevorteilt werden. Dort muss man die richtige Hautfarbe haben damit man ein Stipendium. Für alle die diesen Etniehintergrund nicht haben sieht es auch als Kinder der Unterscht ziemlich schlecht aus.
In Deutschland gibt es momentan etwa 2, 8 Millionen Studenten. Es ist also ausgeschlossen, dass nur ein kleiner Kreis seine Kinder an die Uni schickt. Daneben empfinde ich Begriffe wie "Akademikerkinder" und "Elite" (von Ihnen als Beispiel ein Lehrerehepaar genannt) als antiquiert und hinterwäldlerisch. Universitäten stehen in Deutschland und auch den USA allen Menschen mit Abitur offen, egal ob die Eltern wohlhabend oder nicht wohlhabend sind. Wenn es um die Finanzierung eines Studiums geht, sollte jeder seine Kosten ungeachtet des sozialen Standen selbst tragen. Das würde den Staat spürbar entlasten.
awoth 10.01.2017
5. Meine Tochter hat vergangenes Jahr
ihr Naturwissenschaftliches Studium N einer der besten Unis in den USA sehr erfolgreich abgeschlossen. Studiengebühren haben wir insgesamt ca 5000$ bezahlt. Der Rest waren Stipendien ( übrigens auch von einer Firma, die in Deutschland sndässig ist und keinen Cent für unsere "Deutschlandstipendien" springen lässt) Im Übrigen dtimme ich #3 (duke-van-hudde) 100%ig zu! Was ist den das "der Staat" oder "Steuermittel". ????
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