Klausuren gehackt Student soll mehr als 90-mal seine Noten verbessert haben

Ein Student in Iowa soll sich Passwörter von Uni-Dozenten erschlichen haben - um sich Zugang zu Klausuren zu verschaffen und seine Noten zu verbessern. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.


Trevor G. ist ehrgeizig. Der junge Wrestler wollte mehr aus seinem Leben machen als nur Sport. Er entschied sich für ein Studium an der University of Iowa. Doch leider waren seine Noten offenbar nie gut genug, seine Leistungen reichten einfach nicht aus. G. wollte besser sein. Und weil er das durchs Lernen nicht schaffte, kaufte er sich einen Keylogger. Das Gerät soll er heimlich an die Computer seiner Professoren angeschlossen und Zugang zu deren Daten erhalten haben.

Mit dem Keylogger soll G. verfolgt haben, was die Profs in ihre Computer tippten, wie sie sich in die Systeme einloggten, welche Passwörter sie verwendeten, welche Noten sie eintrugen. Durch die gesammelten Passwörter soll G. nicht nur Zugriff auf Prüfungsfragen, sondern auch auf die Noten selbst gehabt haben, wie die "New York Times" berichtet. Der Student erkannte offenbar, welche Chance ihm der Zutritt zu den Systemen bot. Er musste nie wieder lernen, er konnte ja einfach seine Noten manipulieren.

Und das hat er laut Polizei auch getan: Im Zeitraum von März 2015 bis Dezember 2016 soll G. mehr als 90-mal seine Noten verbessert haben. Fast zwei Jahre lang soll er so seine Professoren und sich selbst betrogen haben. G. nutzte seine neue Macht und soll auch die Noten von mindestens fünf weiteren Studenten verändert haben, die wie er die Fächer Ingenieurwesen, Wirtschaft und Chemie studierten. Außerdem soll er Kopien von anstehenden Klausuren an seine Kommilitonen verteilt haben.

FBI schaltet sich in Ermittlungen ein

Erst als eine Professorin merkte, dass eine Note, die sie G. gegeben hatte, ohne ihre Kenntnis verbessert worden war, kam der Betrug ans Licht. Die Universität warnte daraufhin 250 Mitarbeiter der Uni, dass sich "unautorisierte Individuen" Zugang zu Passwörter verschafft hätten. Daraufhin begann auch das FBI zu ermitteln. In G.s Wohnung sollen sie unter anderem Keylogger und Handys gefunden haben, auf denen offenbar Klausuren und Passwörter zu finden waren.

Das FBI untersuchte offenbar auch Textnachrichten von G. Andere Studenten sollen ihm demnach geschrieben haben, welche Noten sie brauchten. In einer Nachricht gab G. laut "New York Times" einem Kommilitonen den Auftrag, in einen Wirtschaftskurs zu gehen und zu bestätigen, dass die Dozentin sich in ihren Account eingeloggt hat, sodass sie die "Info erhalten können."

G. wurde vor mehr als zwei Wochen festgenommen. Sollte er verurteilt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

kha



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