Nach Todesfällen US-Studentenverbindungen verbieten hochprozentigen Alkohol

Mehrmals waren Studenten bei umstrittenen Aufnahmeritualen ums Leben gekommen. Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 15 Prozent dürfen bei Partys deshalb nicht mehr ausgeschenkt werden.

An der Penn State University starb im vergangenen Jahr ein 19-Jähriger nach einer Party der Studentenverbindung
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An der Penn State University starb im vergangenen Jahr ein 19-Jähriger nach einer Party der Studentenverbindung


Sie haben ein Jahr lang Zeit, um hochprozentigen Alkohol aus ihren Häusern zu verbannen: Die meisten Studentenverbindungen aus den USA und Kanada haben sich darauf geeinigt, dass ab dem 1. September 2019 keine Getränke mit mehr als 15 Prozent Alkoholgehalt mehr auf Veranstaltungen angeboten werden sollen.

Bei einer Abstimmung hätten sich die Verbindungen "fast einstimmig" für die neue Regelung entschieden, teilten sie mit. Die neue Regel betrifft Verbindungen an 800 Universitäten.

Immer wieder sterben Studenten in Verbindungen, weil sie zu viel Alkohol getrunken haben. Im Oktober 2017 kam ein 18-Jähriger an der Louisiana State University nach einem umstrittenen Aufnahmeritual ums Leben. Er hatte einen Blutalkoholwert von 4,96 Promille.

In Pennsylvania starb ein 19-Jähriger nach einer Verbindungsparty. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass ihm innerhalb von zwei Stunden 18 alkoholische Getränke verabreicht worden waren. Auch in Texas gab es einen ähnlichen Fall.

Einige Universitäten hatten daraufhin Bruderschaften und Studentenverbindungen komplett verboten. Die nordamerikanischen Verbindungen sind für ihre teils extremen "Prüfungen" berüchtigt.

Der Vorsitzende der "North-American Interfraternity Conference" Judson Horras sagte, Alkoholmissbrauch und "seine ernstzunehmenden Konsequenzen gefährden" Werte der Studentenverbindungen wie Bruderschaft, persönliche Weiterentwicklung und die Bildung einer starken Gemeinschaft.

Die neue Regel sei ein klares Bekenntnis der Studentenverbindungen, sich auf die Sicherheit ihrer Mitglieder zu fokussieren, sagte Horras.

lmd/mes/AP



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