Texas Uni erlaubt Waffen im Hörsaal

Mit der Pistole auf den Campus: Im US-Bundestaat Texas ist das künftig kein Tabu mehr. Die Uni der Hauptstadt Austin hat ihr Waffenverbot aufgehoben - wenn auch widerwillig.

Sieg der Waffenlobby: Eine Uni in Texas musste ihr Waffenverbot aufheben.
REUTERS

Sieg der Waffenlobby: Eine Uni in Texas musste ihr Waffenverbot aufheben.


Bisher galt der Campus der University of Texas in Austin als waffenfreie Zone. Das ändert sich jetzt. Die Universität im US-Bundesstaat Texas verkündete am Mittwoch offiziell die Erlaubnis, Schusswaffen mit in die Hörsäle zu bringen - gegen die Überzeugung ihres eigenen Präsidenten. "Ich glaube nach wie vor nicht, dass Waffen auf den Campus gehören", sagte Gregory Fenves, "diese Entscheidung war die größte Herausforderung meiner Präsidentschaft." Die neue Regel soll am 1. August in Kraft treten.

Im konservativ geprägten Texas hatte das Parlament vor sechs Monaten ein generelles Waffenverbot für Universitätsgelände aufgehoben. Hochschulpräsident Fenves musste diesen Beschluss nun umsetzen, auch gegen den Protest vieler Professoren und Studenten. "Ich fühle mit den vielen Wissenschaftlern, Angestellten, Studenten und Eltern, die Petitionen, E-Mails sowie Briefe geschrieben und sich für ein Verbot von Waffen auf dem Campus eingesetzt haben", sagte Fenves.

Einige Wissenschaftler hatten gedroht, die Universität zu verlassen, sollte das Waffenverbot auf dem Campus aufgehoben werden. Waffengegner fürchten, dass durch das Tragen von Revolvern oder Pistolen auf dem Campus eine bedrohliche Stimmung entstehe. Die Befürworter halten dagegen, eine Waffen-Erlaubnis sorge etwa im Falle einer Schießerei für mehr Sicherheit.

Die Hochschule in Austin war im Jahr 1966 einer der ersten Schauplätze einer Schießerei auf einem Campus in den USA. Der frühere Soldat Charles Whitman tötete dort von einer Aussichtsplattform auf dem Glockenturm herab 14 Menschen. 30 weitere wurden verletzt.

fok/AFP/AP

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