Was kostet die Welt? Bali, scharf und schön

In einer Villa wohnen, mit dem Taxi zur Uni fahren, einen privaten Surflehrer heuern - das kann sich doch niemand leisten. "Auf Bali schon", sagt Friedemann Karig. Der Austauschstudent aus Passau verrät, wie es geht.


Bali - schon der Name der Insel klingt magisch, ruft Bilder von paradiesisch weißen Sandstränden, sattgrünen Reisterassen und Full Moon Partys hervor. "Insel der Götter" wird Indonesiens Urlaubsparadies auch genannt und "Asien für Anfänger". Ein Auslandssemester auf Bali - das klingt verlockend. Aber gibt es da überhaupt eine Uni?

Gibt es: die "Udayana University of Indonesia" in Balis Hauptstadt Denpasar, mit einem Ableger auf dem neuen Campus in Jimbaran etwas weiter südlich. Knapp 15.000 Studenten sind in Wirtschaftswissenschaften, Medizin und technischen Fächern eingeschrieben. Studiengebühren für Indonesier: 200 Euro, für Ausländer: 1200 Euro. Hinzu kommt der Interkontinentalflug ab 650 Euro.

Ist das bezahlt, fängt das süße Leben an: Bali liegt preislich höchstens auf Schwellenland-Niveau. Die wichtigste Regel beim Einkaufen lautet: handeln. Hart bleiben, Preise vergleichen, Desinteresse zeigen - bis zu 80 Prozent Preisnachlass kann man so erreichen. Bis auf Restaurantbesuche, Clubs und Supermärkte sind fast alle Dienstleistungen und Waren Verhandlungssache. Also: Sonnenbrille aufs Pokerface und ab in die tropische Liquidität.

Villen & Strandbungalows

Wucherpreise für schäbige WG-Zimmer am Stadtrand? Meterlange Wartelisten fürs Wohnheim? Auf Bali undenkbar, als westlicher Gaststudent wohnt man komfortabel.

Eine im typischen Mix aus Bali-Bambus und europäischer Funktionalität gebaute Villa mit großem Pool, Garten, Klimaanlage und allem anderen westlichen Komfort kostet keine 1000 Euro. Tut man sich zusammen und hat ein bisschen Glück, kann man für 200 bis 250 Euro wie ein König wohnen.

Noch günstiger sind einfache Häuser, Appartements oder Bungalows: Ab 100 Euro im Monat geht es bei konstanten 30 Grad auch ohne warmes Wasser. Diese Unterkünfte haben oft eine Außendusche und wenig Schnickschnack, liegen aber dafür meist in Strandnähe und im Bermuda-Dreieck der Strandgemeinden Kuta, Legian und Seminyak – für Meer, Uni und Nachtleben ideal.

Zur Miete kommen Fixkosten von 10 bis 20 Euro – Wäscheservice, Putzfrau und Internet sind oft im Preis inbegriffen oder relativ günstig. Für Vergnügungen aller Art bleibt also genug Geld übrig. Das Umrechnen ist einfach: 10.000 Indonesische Rupiah entsprechen 90 Cent. Rechnet man immer glatt auf einen Euro um, ist man auf der sicheren Seite.

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