Was kostet die Welt? Santiago, großartig und gefährlich

Mhhhh, Fastfood: In Santiago de Chile gibt es an jeder Ecke Leckereien, schwärmt Benjamin Loy. Er rät: die Mensa meiden, nachts lieber nicht allein um die Häuser ziehen - und auf keinen Fall in der Öffentlichkeit Alkohol trinken.


Einen Kulturschock zu bekommen - diese Gefahr hält sich in Santiago de Chile in Grenzen. Denn die Hauptstadt von Chile erinnert ein wenig an Europa, sie ist sozusagen ein Südamerika für Einsteiger. Mit dem Charme der Latino-Metropolen Rio und Buenos Aires kann sie zwar nicht ganz mithalten. Dafür ist die Stadt mit ihren rund 4,7 Millionen Einwohnern aber vergleichsweise überschaubar und sicher. Und sie beherbergt einige der besten Unis des Kontinents.

Obwohl Santiago zu den teuersten lateinamerikanischen Städten zählt, ist das Studentenleben verglichen mit Europa relativ günstig.

Wellblech und Wolkenkratzer

Die Mietpreise sind die höchsten im Land, Studentenwohnheime sucht man vergeblich. Aber man kann in zahlreichen WGs unterkommen. Zimmer kosten je nach Komfort und Lage zwischen 120 und 250 Euro im Monat. Wer ein Wintersemester in Chile verbringt, sollte unbedingt darauf achten, dass es eine Heizung gibt. Das ist längst nicht immer der Fall - und in den schlecht isolierten Häusern kann es sehr kalt werden.

Sonst gilt bei der Wohnungssuche: auf das Viertel achten. Nicht überall fühlt man sich sicher. Ein guter Kompromiss zwischen den Luxus- und Armenvierteln sind die Bezirke Providencia und Ñuñoa in der Nähe des Stadtzentrums. Wesentlich teurer wird's in den Edelvierteln Las Condes oder Vitacura.

Micro, Metro, Colectivo

Das brandneue Nahverkehrssystem Transantiago zählt trotz einiger Kinderkrankheiten zu den besten und modernsten in Lateinamerika. Mit einer aufladbaren Magnetkarte bezahlt man in Bus und Metro bargeldlos Fahrpreise zwischen 50 und 70 Cent je nach Tageszeit, mit Studentenausweis sogar nur ein Drittel.

In den Stoßzeiten ist die Metro hoffnungslos überfüllt. Sie durchzieht die Stadt auf fünf Linien und verkehrt zwischen 6.30 Uhr und 22.45 Uhr. Die Busse, dieMicros, fahren rund um die Uhr, feste Fahrpläne gibt es aber nicht. An den Haltestellen hält man den Arm raus, um dem Fahrer ein Zeichen zu geben, dass man mit will. Eine Alternative, vor allem nachts, sind Sammeltaxis. Die Fahrer dieser Colectivos berechnen einen Grundpreis von 200 Pesos pro Fahrt und danach etwa 80 Pesos (10 Cent) pro Minute.

Wer seine Auslandskrankenversicherung nicht so gern in Anspruch nehmen möchte, sollte das Fahrrad lieber stehen lassen. In unsicheren Gegenden allein zu Fuß unterwegs zu sein - das ist ebenfalls keine gute Idee.

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.