Weltweites Ranking Beste deutsche Uni auf Platz 45

In der Weltliga der Universitäten landet Deutschland zwar insgesamt auf einem achtbaren vierten Rang, wie ein neues Ranking der Universität Shanghai zeigt. Die Top 100 werden aber klar von den USA dominiert, deutsche Hochschulen spielen dort nur eine Nebenrolle. Exzellenz keimt besonders in Bayern.


Guten Rutsch: Die TU München kann sich über ihren Rang freuen
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Guten Rutsch: Die TU München kann sich über ihren Rang freuen

Die Universität Shanghai hält die TU München für die beste deutsche Hochschule. In ihrer Liste der 500 besten Universitäten weltweit sehen die Chinesen die TU München auf dem 45. Platz. Kurz dahinter folgt eine weitere Münchner Hochschule: Die Ludwig-Maximilians-Universität erreichte Rang 51 und war im Vorjahr bereits auf Rang 48. In der ersten Hundertschaft plazierten sich auch die Universitäten in Heidelberg (64. Platz), Göttingen (79.), Freiburg (88.), die Berliner Humboldt-Universität (95.) und die Uni Bonn (99.).

Klar angeführt wird das "Academic Ranking of World Universities" von amerikanischen Universitäten. In den Top 100 stellen sie über die Hälfte der Hochschulen und stürmten gleich zu acht in die Top Ten. In ihre Phalanx einbrechen konnten mit Cambridge (Rang 3) und Oxford (8.) lediglich zwei britische Unis. Ganz vorn aber liegen Harvard und Stanford, gefolgt von Berkeley, MIT, Caltech, Princeton, Columbia und Chicago.

Mächtiges Auf und Ab in Berlin

Das Ranking aus Shanghai gilt in der internationalen Wissenschaftlergemeinde als seriöse und transparente Wertung. Zu den Kriterien zählen unter anderem die Zahl der Nobelpreisträger unter den Absolventen und Forscher einer Universität, die Zitierhäufigkeit und die Zahl der Beiträge in Fachzeitschriften. Berücksichtigt wird dabei auch der Forschungsertrag im Vergleich zur Größe der Universität. Die Shanghai Jiao Tong University, die das Ranking regelmäßig durchführt, landet selbst nur im letzten Fünftel der 500 Hochschulen.

Humboldt-Uni Berlin: Rasanter Aufstieg

Humboldt-Uni Berlin: Rasanter Aufstieg

In der Länderwertung, einer Art Medaillenspiegel, erreicht Deutschland insgesamt einen vierten Platz, hinter den USA, Großbritannien und Japan, aber vor Kanada, Frankreich, Schweden und der Schweiz. Besonders starke Veränderungen gab es bei der Plazierung der rivalisierenden Berliner Hochschulen: 2003 schaffte die Freie Universität noch Platz 95, im neuen Ranking stürzte sie in die nicht näher aufgeschlüsselten Ränge 202 bis 301. Die Humboldt-Universität dagegen stieg steil auf - aus den Rängen 152 bis 200 nunmehr auf Platz 95.

Die Erklärung ist einfach und verwirrend zugleich. Sie liegt im Streit um das Erbe der Berliner Universität vor dem zweiten Weltkrieg: Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, hatte sich die Humboldt-Universität wegen der Nobelpreis-Wertung beschwert. Die Chinesen berücksichtigen die Zahl der Nobelpreisträger einer Hochschule seit 1911. Die Nobelpreise der früheren Berliner Universität seien zunächst der FU zugeschlagen worden, die erst nach dem Krieg gegründet wurde - im diesjährigen Ranking aber der Humboldt-Uni. FU-Präsident Dieter Lenzen hält die Shanghai-Rangliste allerdings laut "Tagesspiegel" für fragwürdig und rätselt, was Nobelpreise, die vor einigen Jahrzehnten gewonnen wurden, überhaupt über die aktuelle Qualität einer Hochschule aussagen können.



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