Lüneburg Studenten ziehen in Flüchtlingsunterkünfte

Was tun mit leer stehenden Flüchtlingsheimen? Die Stadt Lüneburg vermietet die Container an Studenten. Das sei nicht nur günstig, es fördere auch die Integration.

Unterkunft für Flüchtlinge und Studenten in Lüneburg
Pressestelle Hansestadt Lüneburg

Unterkunft für Flüchtlinge und Studenten in Lüneburg


Es kommen längst nicht mehr so viele Flüchtlinge zu uns wie noch vor einem Jahr. Das entlastet die Kommunen, aber es stellt sie auch vor ein Problem. Vielerorts stehen nun Unterkünfte leer, die blitzschnell für Flüchtlinge geschaffen wurden.

So ist es auch in Lüneburg, Niedersachsen. Dort hat man beschlossen, Studenten in freigewordenen Flüchtlingsheimen unterzubringen, wie der "Weser-Kurier" berichtet - und tut damit auch gleich noch etwas gegen die Wohnungsnot in Studentenstädten.

"Wir wollten dem Bedürfnis nach günstigem Wohnraum bei den Studierenden entgegenkommen", sagte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Zeitung. Ein Zimmer in einem Containerdorf koste 150 Euro - die Hälfte der üblichen WG-Zimmermiete in Lüneburg. Ein Zimmer in einem Haus, das zuvor als Flüchtlingsunterkunft fungiert habe, sei für 256 Euro zu haben.

In den Containern im Stadtteil Rettmer wohnen Studenten Tür an Tür mit den verbliebenen Flüchtlingen. Das fördere die Integration, sagt Pia Steinrücke, Lüneburger Stadträtin für Bildung. "Wir freuen uns, dass es hier gelungen ist, zwei Gruppen zusammenzubringen, die jeweils in neuer Umgebung in einen neuen Lebensabschnitt starten", sagte sie dem "Weser-Kurier".

Erstes Wohnheim für Flüchtlinge und Studenten
  • Kira Brück
    In München hat ein in Deutschland einzigartiges Integrationsprojekt eröffnet: In einem Wohnheim leben und lernen junge Flüchtlinge mit Studenten zusammen. Wie das funktioniert?
  • Ein Besuch.

Auch der Anti-Rassismus-Referent des Asta, Benjamin Christodoulou, ist dem Bericht zufolge begeistert von der gemeinsamen Unterbringung. "Viele Studenten haben Lust, etwas mit den Geflüchteten zu organisieren, obwohl sie vertraglich nicht dazu verpflichtet sind", sagt er. Es seien zum Beispiel Fußballrunden oder Nachhilfe für die Kinder im Gespräch.

In anderen Städten gibt es ähnliche Pläne und Projekte, zum Beispiel in Kiel.

lov

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