Wetter-Quiz Der Prognose-Primus kommt aus Köln

"Paul" wird ein Tiefdruckgebiet im Laufe des Jahres getauft werden. Und wer hat's erfunden? Ein SPIEGEL ONLINE-User aus Köln: Christian Neuhaus sagte das Wochenendwetter in Hamburg nahezu exakt voraus - kein Wunder, als Student der Meteorologie ist er Halbprofi unter den Wetterfröschen.

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Falsches Statement: Selbst in Hamburg war's am Wochenende mild
DDP

Falsches Statement: Selbst in Hamburg war's am Wochenende mild

Die amtlichen Wetterdaten sind unbestechlich: Auf plus 4° Grad kletterte die Höchsttemperatur in Hamburg am vergangenen Sonntag, und weil es sich gegen Abend nicht abkühlte, blieb es auch in der Nacht auf Montag bei 4°. Exakt 1,2 Stunden lang - gerundet also eine Stunde - wurden die Hanseaten am Sonntag von der Sonne beschienen. Für Hamburger Verhältnisse kein schlechter Wert.

"Normalerweise rechnet man für Hamburg ja eher mit Nebel, Wolken, Regen", sagt Christian Neuhaus. Trotzdem hat er beim SPIEGEL ONLINE-Wetterquiz eine fast exakte Prognose abgegeben, lediglich bei der Höchsttemperatur lag der Kölner um ein Grad daneben. Damit landete er einsam auf dem ersten Rang - wenn auch nur knapp: Gleich sieben Mitspieler teilen sich den zweiten Platz.

Besser "Paul" als "Atomfried" oder "MacGyver"

Zu gewinnen gab es das Recht, einem Tiefdruckgebiet des laufenden Jahres einen Namen zu verpassen. Die Namen, häufig bei den Wetterberichten in den Medien genannt, werden vom Meteorologie-Institut der FU Berlin vergeben. Jahrzehntelang gingen die Wissenschaftler streng nach festen Listen vor, doch inzwischen kann man Wetterpatenschaften übernehmen und für 299 Euro ein Hoch-, für 199 Euro ein Tiefdruckgebiet "kaufen". Die Einnahmen kommen einer von der Schließung bedrohten Wetterstation zugute.

Wetterfrosch: Hätte gegen Quizsieger Christian Neuhaus keine Chance
DPA

Wetterfrosch: Hätte gegen Quizsieger Christian Neuhaus keine Chance

Ein Tief hatte das Institut für den Quiz-Sieger bei SPIEGEL ONLINE reserviert. Zunächst wählte Christian Neuhaus "Heinz-Dieter", doch weil die Berliner Meteorologen Doppelnamen nicht akzeptieren, entschied er sich jetzt für "Paul". Etliche andere der rund 400 Quiz-Teilnehmer hatten die bizarrsten Namen vorgeschlagen - "Athenasius", "Warnfrid" oder "Mephisto", "Dixon", "Atomfried" oder "Russvogel". Mindestens "MacGyver" und "Schnirpsel" wären sicher chancenlos gewesen, selbst wenn die Teilnehmer brillant abgeschnitten hätten.

Christian Neuhaus schaffte fast den Volltreffer. Der Kölner ist vom Fach: Als Meteorologie-Student kurz vor dem Diplom kennt er sich mit dem Wetter aus. Bei einem Wetterquiz seines Institutes für den Raum Köln-Düsseldorf hat er allerdings "ziemlich schlecht abgeschnitten", räumt der 27-Jährige ein - und das just an dem Wochenende, an dem er seine propehtischen Gaben für Hamburg unter Beweis stellte.

Als zulässiges Hilfsmittel erleichterte ihm ein Blick auf die Wetternachrichten beim Deutschen Wetterdienst und auf anderen Internetseiten die Prognose. Dabei hatte Neuhaus nicht einmal bis zur letzten Minute gewartet, sondern seinen Tipp bereits Freitagmittag abgegeben, also eineinhalb Tage vor Quiz-Ende.



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