Start ins Wintersemester In diesen Städten fällt Studenten die Wohnungssuche schwer

Bald beginnt das Wintersemester - höchste Zeit, eine Unterkunft zu finden. Doch oft haben Studenten zu kämpfen: Die Wohnungsnot hat sich in vielen Uni-Städten verschärft. Die Übersicht über die Brennpunkte.

Skyline von Köln: Studenten finden deutlich schwieriger eine Wohnung
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Skyline von Köln: Studenten finden deutlich schwieriger eine Wohnung


Zu teuer, zu viel Konkurrenz, zu weit draußen: Studenten in Deutschland haben einer Studie zufolge immer größere Probleme bei der Wohnungssuche.

In der Mehrheit der Universitätsstädte habe sich die Wohnsituation im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des Moses Mendelssohn Instituts im Auftrag des Immobilienentwicklers GBI.

Untersucht wurden alle Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten. In 19 Städten schätzen die Forscher die Wohnsituation als besonders kritisch ein. Allen voran stehen München, Frankfurt am Main und Köln.

Besonders in Köln sei die Suche nach einer passenden Wohnung im Jahresvergleich deutlich schwieriger geworden. Auch in Freiburg, Darmstadt, Konstanz und Düsseldorf habe sich die Lage stark zugespitzt.

Besonders schwer in großen Metropolen

Die Studienautoren haben Miet- und WG-Preise, Leerstandsquoten, Wanderungssalden, Studenten- und Erstsemesterzahlen ausgewertet. Auch die Zahl der Berufsschüler, die den Studenten auf dem Wohnungsmarkt Konkurrenz machen, wurde berücksichtigt.

Vor allem in den großen Metropolen und in international anerkannten Unistädten sei die Wohnungssuche schwierig, schreiben die Forscher. München, das viele Jahre mit besonders hohen Mieten eine Sonderstellung hatte, werde langsam von anderen Städten eingeholt.

In sieben der 91 Hochschulstandorten sei es aber auch etwas einfacher geworden, die passende Wohnung zu finden: in Bielefeld, Hannover, Kaiserslautern, Kassel, Münster, Osnabrück und Würzburg.

Trotz der vielerorts angespannten Situation zögen die Studenten weiter in die begehrten Städte - und dort auch nicht automatisch in die günstigeren Quartiere, erklärten die Forscher.

Statt in weniger attraktive Gegenden zu ziehen, machten sie für eine entsprechende Lage mit Kneipen und Kulturangeboten lieber Kompromisse bei Ausstattung und Wohnungsgröße.

In den folgenden 19 Städten ist die Wohnungssuche für Studenten der Studie zufolge besonders kritisch:

1. München

2. Frankfurt am Main

3. Köln

4. Hamburg

5. Stuttgart

6. Freiburg im Breisgau

7. Darmstadt

8. Berlin

9. Tübingen

10. Konstanz

11. Heidelberg

12. Mainz

13. Aachen (Städteregion)

14. Bonn

15. Düsseldorf

16. Karlsruhe

17. Münster

18. Mannheim

19. Ulm

lov/dpa

insgesamt 42 Beiträge
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fritzi_sieburg 26.09.2016
1. Lasst uns nicht im Regen stehen - in Hannover
Entspannung in Hannover? Naja! Seit zwei Jahren engagieren sich in der Initiative Wissenschaft Hannover Hochschulen, Studentenwerk, Wohnungsbaugesellschaften und Stadt für mehr studentischen Wohnraum. Eine wichtige Zielgruppe sind internationale Studierende. "Lasst uns nicht im Regen stehen" heißt unsere aktuelle Kampagne zum WS 2016/2017, mit der wir gezielt Privatvermieter ansprechen. Mehr dazu www.wissen.hannover.de
unfaked 26.09.2016
2. In Karlsruhe seit Jahren bekannt
Ich bin selbst in einer der Studierendenvertretungen in Karlsruhe tätig. Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt, weswegen verschiedene Organisationen Notunterkünfte zu Wintersemesterbeginn anbieten. Dabei hat das hiesige Studierendenwerk genügend Rücklagen um Wohnheime zu bauen. Dort liegt aber auch nicht das Problem. Die Stadt verkauft seit einigen Jahren freie Grundstücke lieber an geldbringende Investoren, welche dann irgendwelche Luxussiedlungen errichten. Die Stadt kommt im studentischen (und sozialen!) Wohnungsbau nicht nach. Ich habe selbst schon mit Studierenden gesprochen, die ihr Studium abbrechen mussten, da sie keine Bleibe finden konnten.
silenced 26.09.2016
3.
In so manchen kleinen Uni- und Hochschulstädten (also unter 5000 Studenten usw.) werden Studenten, welche keine Wohnung oder WG gefunden haben sogar in Turnhallen untergebracht. Aber psst, das soll ja keiner Wissen, ist zudem nicht so Prestigeträchtig kleine Städte in die Medien zu bringen. Journalismus und Studien-Effekthascherei vom Feinsten.
Mindbender 26.09.2016
4. ...
Super Artikel..."kritisch, kritisch, kritisch!". Aber das einzig interessante, nämlich die Antwort darauf _warum_ die Wohnungssituation kritsch ist (zuviele Studenten, zu wenig Buden), gibt der Artikel nicht.
shmubu 26.09.2016
5. Worum geht es hier überhaupt?
Studenten, die ohnehin kaum Kaufkraft haben, können in den grossen Städten kaum mehr in den Szenevierteln wohnen, sondern müssen für die Nähe zu Läden, Kneipen und sonstigen Hotspots Abstriche, z.B. in der Wohnungsgrösse, hinnehmen. Diese Zustände sind unerträglich. Allerdings waren sie es damals auch schon, als ich als Student in Wien in die Kärntnerstrasse ziehen wollte, in eine Penthousewohnung gegenüber dem Stephansdom. Meine Frau hat in Tübingen studiert (tolle Kneipen) wohnte aber 7 Kilometer ausserhalb, auf dem Land, das heisst sie musste jeden Tag zweimal 10 Minuten Bus fahren. Und zum spontanen Bier trinken musste sie auf den Balkon ihrer eigentlich viel zu grossen Wohnung. Das muss eine echte Zumutung gewesen sein!
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