Studenten-Plakate zur Wohnungsnot Wie die Sardinen

Gestapelt, gestopft, das Wohnheim droht zu platzen: 400 Studenten haben kreative Plakate zur Wohnungsnot gestaltet. Hier sehen Sie die besten Arbeiten.

Fabian Karrer

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Viele, viele, viele Menschen. Sie stapeln sich übereinander, nebeneinander, drängeln sich in einer großen Traube vor einem kleinen Häuschen: So sieht studentische Wohnungsnot aus. Zumindest, wenn Studenten sie illustrieren. Das haben sie für das Deutsche Studentenwerk getan, das um Beiträge für den 29. Plakatwettbewerb bat. Er stand unter dem Motto "Wie ge-wohnt".

Knapp 400 Studenten reichten 640 Plakate ein. Nun stehen die Preisträger fest: Designstudentin Xueh Magrini Troll von der Weißensee Kunsthochschule Berlin hat die Jury mit ihrem Plakat, auf dem zu sehen ist, wie sich Menschen aufeinandertürmen, überzeugt. Sie erhält den ersten Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist. "Mama ich habe eine Wohnung gefunden 2" hat sie das Bild genannt.

Die Motive der anderen Plakaten zeigen vor allem alternative Wohn- und Schlafmöglichkeiten (Mülltonne, Sardinenbüchse, Schreibtisch, Zelt, Pappkarton) oder wieder Menschenmengen (vor Häusern stehend, um Schlüssel kämpfend, übereinander liegend). Auf einem Poster sieht man ein Smartphone-Display mit einer Anfrage an die Software Siri: "Hey Siri", steht da. "Was kann ich für dich tun?", fragt Siri. "Kann ich bei dir wohnen?" Und Siri antwortet: "Oh. Guck mal, ein Eichhörnchen!!!"

Dass die Wohnungssuche in vielen Städten für Studenten extrem schwierig ist, zeigt eine neue Studie des Immobilienentwicklers GBI. Demnach ist es vor allem in München schwer, eine Wohnung zu finden, gefolgt von Frankfurt am Main und Hamburg. GBI hat für die Studie 87 deutsche Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten verglichen. Anhand von Kriterien wie zum Beispiel der Attraktivität der Stadt, der Erstsemesterzahl und der Durchschnittsmiete für ein WG-Zimmer wurde das Ranking erstellt.

Auch das Studentenwerk ist sich der angespannten Situation bewusst: Obwohl die Zahl der Studenten in den vergangenen Jahren um fast ein Viertel auf 2,5 Millionen gestiegen ist, nahm die Zahl der geförderten Wohnheimplätze nur um drei Prozent zu. Noch bis zum Jahr 2020 soll das Studentenhoch anhalten, heißt es auf der Homepage des Studentenwerks.

Eine Ausstellung mit den 30 besten Plakaten zum Thema "Wie ge-wohnt" wird in den nächsten anderthalb Jahren nacheinander in den Deutschen Studentenwerken zu sehen sein.



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
Crom 29.09.2015
1.
Hat irgendein Student dadurch eine (bessere) Wohnung bekommen? Wohl kaum. Die Energie hätten sie besser anders investiert.
daniel_wiesemann 29.09.2015
2.
Es gibt genug Städte mit guten Universitäten, wo es genug günstige Wohnungen gibt. Es muss nicht jeder in die beste und attraktivste Stadt ziehen. Aber es klar, dass das viele wollen. Aber sie sollen sich nicht beschweren, dass es keine Wohnungen für Studenten geben würde. Dann muss man eben mit dem Zug nach Köln fahren oder im Ruhrgebiet studieren.
tobbyrobby 29.09.2015
3. Früher ...
... haben Studenten massenhaft in WG's gelebt. Heutzutage sollte es am besten eine eigene Bude sein. Fehlt nur noch der Neuwagen zur UNI-Anreise und im Sommer der All-In-Urlaub im 4 Sterne-Hotel.
Newspeak 29.09.2015
4. ...
Zitat von CromHat irgendein Student dadurch eine (bessere) Wohnung bekommen? Wohl kaum. Die Energie hätten sie besser anders investiert.
Na ja, man kann auch sehr kurzsichtig denken. Manchmal hilft es schon, wenn ein Problem erst mal artikuliert und öffentlich gemacht wird. Bei all diesen Dingen, ob das die studentische Wohnungsnot ist, oder die prekären Beschäftigungsverhältnisse von Vielen, oder die Armut vieler Rentner, bei all diesen Dingen muß man sich vor Augen führen, daß wir eines der reichsten Länder dieser Erde sind, daß der Wohlstand doch laut Frau Merkel angeblich bei allen ankommt (ja, auch eine bezahlbare Wohnung zu finden, gehört dazu) und daß Deutschland sowieso nur toll ist. Allen geht es gut. ALLEN. Per definition.
el_pintor 29.09.2015
5. Dekadenz
Mich ärgert diese Haltung. Ich bin zwar selber Student aber wieso beschwert man sich derlei wenn man gegenüber dem Rest der Bevölkerung sämtliche Privilegien genießt? Dass man abstreiche bei der Wohnung machen muss ist doch vollkommen in Ordnung
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