Wahl zwischen acht Elite-Unis US-Wunderkind Kwasi Enin geht nach Yale

Der 17-jährige Kwasi Enin hätte auf acht Elite-Unis der USA gehen können, nun wird es Yale. Der Sohn ghanaischer Einwanderer möchte dort Medizin studieren. Seine Wahl traf er aber aus anderen Gründen.

Kwasi Enin: "Folgt in der High-School euren Leidenschaften"
REUTERS

Kwasi Enin: "Folgt in der High-School euren Leidenschaften"


Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, nun weiß Kwasi Enin, wohin er geht: Der 17-Jährige wird ab Herbst in Yale studieren. Acht Eliteuniversitäten hatten um den Sohn ghanaischer Einwanderer gebuhlt. Der Teenager sorgte mit dem Bekanntwerden der Zusagen von Harvard, Yale, Brown, Columbia, Dartmouth, Princeton, Cornell und der University of Pennsylvania vor einigen Wochen für eine Sensation: Die Kriterien der Ivy-League-Universitäten sind sehr streng - nur etwa jeder zehnte Bewerber wird angenommen.

Dass Yale seine erste Wahl ist, verkündete Enin nun in der Turnhalle seiner früheren Schule, der William-Floyd-High-School in Mastic Beach im Staat New York. CNN zufolge hat ein Besuch des Campus der Universität in der vergangenen Woche den Ausschlag gegeben.

"Ich habe Genies aus aller Welt getroffen", sagte Enin laut CNN. "Und jeder dort war so freundlich und zuvorkommend." Zwar möchte der 17-Jährige Medizin studieren, beeindruckt hat ihn aber eine andere Leidenschaft, die er mit den Angehörigen der Universität zu teilen glaubt: "Ich denke, ihre große Wertschätzung und Liebe für Musik, die ich auch habe, war sehr wichtig für die Entscheidung, dort hinzugehen."

Drei Instrumente und eine A-Cappella-Gruppe

Enin hatte beim Sat-Test, den Studienbewerber in den USA standardmäßig absolvieren müssen, 2250 von 2400 möglichen Punkten erreicht - ein Wert, den nur zwei Prozent der Testteilnehmer erreichen. Dass er Zusagen an gleich acht Elite-Universitäten bekommen würde, hätte er niemals erwartet, sagte Enin, und zunächst gedacht, es liege ein Irrtum vor, als all die positiven Antworten ihn erreichten.

Seine Eltern, eine Krankenschwester und ein Pfleger, die in den achtziger Jahren aus Ghana in die USA gekommen waren, hoffen, dass er sich während seines Studiums nicht ablenken lässt, sagte Vater Ebenezer Enin laut CNN. Er und seine Frau hätten ihrem Sohn immer viel Freiheit gelassen, seien gleichzeitig aber sehr streng zu ihm gewesen, was die Ausbildung betrifft. Laut "Time" sagte er, er sei sehr stolz auf seinen Sohn, erwarte aber, dass Kwasis Schwester, die 14-jährige Adwoa, noch besser abschneiden werde.

Kwasi Enin spielt drei Instrumente und singt in einer A-Cappella-Gruppe - Hobbys, die er laut CNN hofft, in Yale weiterverfolgen zu können, wenn er mal nicht lernen muss. Sein Rat an alle Schüler, die später mal an einer Elite-Universität studieren wollen: "Folgt in der High-School euren Leidenschaften und macht nicht nur die Dinge, von denen ihr glaubt, dass sie euch an diese Schulen bringen. Entwickelt eigene Interessen abseits der Wissenschaft."

emt

insgesamt 46 Beiträge
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Seite 1
pike3000 01.05.2014
1. Und warum wird darüber berichtet?
Genies gibts bei uns genügend.... Und zu 2% zu gehören..... das wären von 80.000.000 ganze 160.000 Menschen.... warum also hat das Kerlechen irgend eine Relevanz? Hat es etwas zu tun das der Junge aus Ghana kommt und die amerikanische propaganda möchte uns für Afrikaner sensibilisieren oder steckt sonst irgendwas dahinter??? Die Zeiten sind momentan politisch zu heikel als das man einen Lückenfüller für die Zeitung bräuchte..... Sinnvoller wäre der Junge macht eine Lehre bevor er studiert... Unterqualifizierte Theoretiker gibt es mehr als genug auf diesem Planeten.
licorne 01.05.2014
2. Auch das sind die USA
ein Land mit ausgezeichneten Universitäten, Spitzenwissenschaftlern und kulturell interessierten und engagierten Menschen. So habe ich die Staaten auch kennengelernt. Dort gibt es nicht ausschließlich Bürger, die auf Jugendliche in ihren Garagen schießen. Ich kenne die Aufgeschlossenen, Freundlichen und Interessierten auch, den Teamgeist und die Hilfsbereitschaft vieler Amerikaner, ihre Toleranz und Gastfreundschaft. Das Gegenteil gibt es natürlich, wie überall, auch.
gwels 01.05.2014
3.
In Deutschland ist ein solcher Werdegang viel viel schwieriger, da unser Bildungssystem weniger durchlässig ist und keine solchen Tests hat. So bleiben erstens Einwanderer tendenziell "weiter unten", da der Weg zum Abitur für sie deutlich länger wird und die Weichen oft subjektiv von vorurteilsbelasteten Lehrern gestellt werden. .. und zweitens finden wir auch die großen Talente (bzw Genies) für bestimmte Fächer viel schlechter, da über Studienplatz und Förderung fast nur die Leistung aus jahrelanger, angepasster Schullaufbahn gilt. Ich wäre für ähnliche Vor-Uni-Tests in DE! :)
Blaue Fee 01.05.2014
4. Es ist eine aussergewöhnliche Leistung
Zitat von pike3000Genies gibts bei uns genügend.... Und zu 2% zu gehören..... das wären von 80.000.000 ganze 160.000 Menschen.... warum also hat das Kerlechen irgend eine Relevanz? Hat es etwas zu tun das der Junge aus Ghana kommt und die amerikanische propaganda möchte uns für Afrikaner sensibilisieren oder steckt sonst irgendwas dahinter??? Die Zeiten sind momentan politisch zu heikel als das man einen Lückenfüller für die Zeitung bräuchte..... Sinnvoller wäre der Junge macht eine Lehre bevor er studiert... Unterqualifizierte Theoretiker gibt es mehr als genug auf diesem Planeten.
Die Relevanz besteht darin, dass er von 8 Ivy League Universitäten angenommen wurde, das ist bisher noch niemandem gelungen. Mich freut es, dass er die Wahl hatte und sich für die ihm am sympathischte Uni entscheiden konnte. Viele hunderttausend Schüler in den USA haben sich mit zweit- oder drittklassigen Unis zufrieden zu geben, da ihre SATs oder ACTs nicht gut genug waren.
hobbyleser 01.05.2014
5. Naja...
Zitat von licorneein Land mit ausgezeichneten Universitäten, Spitzenwissenschaftlern und kulturell interessierten und engagierten Menschen. So habe ich die Staaten auch kennengelernt. Dort gibt es nicht ausschließlich Bürger, die auf Jugendliche in ihren Garagen schießen. Ich kenne die Aufgeschlossenen, Freundlichen und Interessierten auch, den Teamgeist und die Hilfsbereitschaft vieler Amerikaner, ihre Toleranz und Gastfreundschaft. Das Gegenteil gibt es natürlich, wie überall, auch.
Es gibt ein paar private Unis, die sich dank ihres Reichtums gute Köpfe einkaufen können. Ansonsten gibt es einen großen Haufen Mittelmaß. Ausserdem ist Bildung nicht frei und systematische Aufstiegschanchen nicht vorhanden. Ich bin wahrlich kein besonderer Freud der dt. Unilandschaft, aber die US-Unis sind lediglich Weltspitze in der Selbstvermarktung. Da gibt es wahrlich besseres.
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