Zahnmedizin-Studentin Bombendrohung aus Prüfungsangst

Mit zwei Drohanrufen in der Heidelberger Uni-Klinik wollte sich eine Zahnmedizin-Studentin laut Polizei vor einer Prüfung drücken. Das gelang ihr zwar - doch dafür sitzt die 31-Jährige nun in Untersuchungshaft. Und der Polizei-Einsatz soll sie 10.000 Euro kosten.


Am Dienstagmorgen klingelte in der Telefonzentrale der Heidelberger Universität das Telefon. Es werde "etwas Schlimmes passieren", sagte eine Frau am anderen Ende der Leitung. Mittags in einem zweiten Anruf bei einer Abteilung der Uni-Klinik kündigte die gleiche Frau an, in einer halben Stunde werde im Krankenhaus eine Bombe explodieren.

Die Polizei schloss einen terroristischen Hintergrund zunächst nicht aus und sperrte den Zugang zur Klinik ab. Über 200 Patienten, Mitarbeiter und Besucher wurden aus der Klinik gebracht. Es kam, wie es sich die Frau ausgemalt hatte: Die Prüfung wurde abgesagt. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft handelte es sich um eine Zahnmedizin-Studentin, die an an diesem Tag eine Prüfung im Krankenhaus ablegen sollte. Allerdings machten die Beamten die Telefonzelle ausfindig, aus der der erste Anruf kam.

Beamte der Heidelberger Staatsschutzdezernats nahmen die mutmaßliche Urheberin der Drohanrufe am Mittwoch fest. Eine Richterin erließ Haftbefehl wegen Verdachts auf "Störung des Öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat" sowie Nötigung. Die 31-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft. Sie hat bereits gestanden, die beiden Anrufe gemacht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft lässt derzeit untersuchen, welche Auswirkungen die Drohungen auf den Betrieb der Klinik und die Patienten hatte. Außerdem muss die Studentin die Einsatzkosten der Polizei in Höhe von rund 10.000 Euro zahlen.

kat/dpa/ddp



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