Zweier-Geschichten Mit welchen Tricks Studenten anbandeln

Was viele angehende Akademiker schon immer gewusst und genutzt haben, wird jetzt durch eine Fotoausstellung in Magdeburg belegt: Die Uni ist ein riesiger Beziehungsmarkt - in der Bibliothek, in der Mensa oder im Hörsaal. 100 studentische Paare erzählen ihre Kennenlern-Geschichten.


Sebastian Bock, 24, und Michelle Thor, 24: Nach einem Jahr als Paar zusammen für mehrere Monate nach Indien - die Beziehung hielt es aus
Klingebiel/Most/Nacke

Sebastian Bock, 24, und Michelle Thor, 24: Nach einem Jahr als Paar zusammen für mehrere Monate nach Indien - die Beziehung hielt es aus

Bei Louise Beilfuss, 21, und Sarmat Al-Saiegh, 27, stand ein nach eigenem Bekunden wenig ruhmreicher Satz am Anfang ihrer Freundschaft: "Hi, darf ich fragen, woher du kommst?" Der Student und die Studentin der Computervisualistik fanden zueinander, genau wie Zhuo Li und Peter Bierman: Er erspähte sie in der Bibliothek und wusste, dass er sie unbedingt ansprechen wollte. "Entschuldigung, kannst du mir mal den Geldschein für den Kaffeeautomaten wechseln?", waren seine ersten Worte.

Die Geschichten dieser beiden Paare haben die drei Studenten Yvonne Most, Andreas Klingebiel und Lennart Nacke in ihrer Ausstellung "UNITED" in Bild und Wort festgehalten - zusammen mit 98 anderen. Sie fotografierten insgesamt 100 Paare und ließen diese ihre Kennenlern-Geschichten erzählen. Die meisten davon sind Liebespaare, es sind aber auch Freunde, Arbeitskollegen und Sprachtandems im Bild zu sehen. Allen ist gemeinsam, dass sie in Magdeburg studieren oder studiert haben und sich dort ihre Lebenswege kreuzten.

Fotostrecke

21  Bilder
Fotoausstellung "UNITED": Das Beziehungsleben der Studenten
Anfangs habe er nicht geglaubt, dass sich so viele Paare für das Projekt finden würden, erzählt Ausstellungsmacher Andreas Klingebiel. Die Resonanz sei jedoch riesig gewesen. "Um das Alltagsleben in einer Gesellschaft zu verstehen, ist das Studium der Beziehungen ihrer Individuen sehr aufschlussreich", sagt Klingebiel. Der Mensch sei eben durch die Evolution nicht darauf angelegt, als Einzelgänger zu existieren. Und die Universität biete jede Menge Möglichkeiten, sich kennen zu lernen - in der Mensa, im Hörsaal, in der Bibliothek, auf Partys und in studentischen Internetforen.

Die Magdeburger Ausstellung ist in dieser Woche gestartet. Die "UNITED"-Arbeiten sind noch bis zum 11. Juli im Breiten Weg 32 (Nordabschnitt) in Magdeburg zu sehen.



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