Allo am Ende Google entwickelt schon wieder einen Messenger

Das nächste Kapitel in Googles jahrelangem Versuch, Apples iMessage und Apps wie WhatsApp etwas entgegenzusetzen: Allo wird aufgegeben, jetzt soll es die App "Chat" richten.

Google I/O 2016: Das Unternehmen stellt die Apps Allo und Duo vor.
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Google I/O 2016: Das Unternehmen stellt die Apps Allo und Duo vor.


Sie trugen Namen wie Google Talk, Hangouts, Google Messenger, Allo und Android Messages - und hatten trotz technischer Unterschiede eines gemeinsam: Keine der Chat-Apps, die Google seinen Kunden bisher anbot, konnte den führenden mobilen Chat-Plattformen Paroli bieten.

Wie "The Verge" berichtet, startet der Konzern nun einen neuen Anlauf. Die erst 2016 vorgestellte App Allo soll vorerst nicht weiterentwickelt werden. Dafür soll Android Messages - die Standard-SMS-App auf den meisten Android-Smartphones - aufgebohrt und umbenannt werden. Ihr neuer Name lautet schlicht "Chat".

Wobei Chat genaugenommen keine App ist, sondern eher eine Art programmierbares Gerüst für Funktionen, die auf die sogenannten Rich Communication Services (RCS) aufsetzen, einen Datenübertragungsstandard, der die klassische SMS ersetzen soll. Die eigentliche App wird, anders als etwa Apples iMessages, vom jeweiligen Mobilfunkanbieter gestaltet.

55 Provider hat Google dem Bericht zufolge schon von diesem Konzept überzeugt. Noch in diesem Jahr sollen zumindest einige davon ihre Version von Chat für ihre Kunden aktivieren. Google sorgt dabei dafür, dass die Kunden des einen Providers via Chat problemlos mit den Kunden eines anderen Providers kommunizieren können. Außerdem integriert das US-Unternehmen neue Funktionen, wie etwa eine GIF-Suche und die Unterstützung des Google Assistant, in die App.

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Allo: So sieht der neue Google-Messenger aus

So wie auch iMessage, WhatsApp, Signal, Telegram und Threema, um nur einige andere Lösungen zu nennen, wird Chat über die mobile Datenverbindung abgewickelt. Anders als die genannten Apps wird Chat aber keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterstützen.

Schickt ein Chat-Nutzer eine Nachricht an jemanden, der die App nicht hat, kommt sie als klassische SMS an. Das wiederum ist auch bei iMessage so. Ob Apple das RCS-Protokoll jemals unterstützen wird, ist unklar. Zunächst muss man davon ausgehen, dass Chat keine plattformübergreifende Lösung wird - ein weiterer Nachteil gegenüber WhatsApp und anderen Messengern.

Googles vorangegangener Versuch - die Chat-App Allo - hat bisher weniger als 50 Millionen Nutzer. WhatsApp, der Facebook Messenger und iMessage hingegen haben jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer.

pbe

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zeichenkette 20.04.2018
1. Google:
"Wir versuchen einfach mal was, und dann stampfen wir es ein und fangen von vorn an. Irgendwann muss das ja mal auf Anhieb klappen!". Leider ist es inzwischen so, dass man sich auf Google-Dienste außerhalb der Suche und Gmail gar nicht mehr einlassen möchte, denn Google scheint die Aufmerksamkeitsspanne eines gestörten Jugendlichen zu haben.
Mr Bounz 20.04.2018
2. Sorry aber I Message .....
Apple veröffentlicht KEINE Nutzerzahlen! Also ist die Einordnung mal wieder der Apple Affinität eines Redakteurs geschuldet. Schade das es für Apple immer noch so leicht ist Werbung zu erhalten. Bei WahtsApp und Facbook Messenger stimmen die Zahlen ungefähr mit den Quellen die ich gefunden habe überein.
DarkTranquility 20.04.2018
3. Bloatware
@#1: Außerdem sind viele Google-Apps fest installiert, d.h. wenn die Apps abgekündigt sind, geistern sie immer noch im RAM umher und lassen sich lediglich durch rooten entfernen. Samsung mit seinen eigenen Apps ist da nicht besser...
iBert 20.04.2018
4. Vergebens
Man kann ja gar nicht dauernd chatten, insgesamt sind schon 3 Milliarden Leute versorgt, zwischendurch muss man ja auch noch Youtube und Netflix gucken, Spotify und Apple-Music hören und so weiter. Ich würde mich ja bereit erklären, das alles gegen ordentliche Bezahlung zu erledigen, so aber muss ich arbeiten und kann mich nicht Googles Durchbrüchen widmen.
zeichenkette 20.04.2018
5.
Zitat von Mr BounzApple veröffentlicht KEINE Nutzerzahlen! Also ist die Einordnung mal wieder der Apple Affinität eines Redakteurs geschuldet. Schade das es für Apple immer noch so leicht ist Werbung zu erhalten. Bei WahtsApp und Facbook Messenger stimmen die Zahlen ungefähr mit den Quellen die ich gefunden habe überein.
Stimmt, Apple veröffentlicht keine Nutzerzahlen. Müssen sie aber auch gar nicht, denn jeder iPhone-Nutzer hat zwangsläufig iMessage und wenn er eine SMS an jemanden schreibt, der auch ein iPhone hat, dann wird die als iMessage verschickt, ganz automatisch. Die iMessage-Nutzer sind damit identisch mit den Nutzern von iOS-Geräten und damit ist die Benutzerbasis etwas über einer Milliarde. Davon abgesehen haben Sie Recht, Apple veröffentlicht das nicht weiter.
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