Allo Google startet intelligenten Messenger

In seiner neuen Messaging-App Allo bindet Google eine künstliche Intelligenz ein. Ein virtueller Assistent soll Nutzern per Chat im Alltag helfen. In Deutschland ist der Dienst zunächst unvollständig.

Präsentation der Allo-App auf der I/O-Entwicklerkonferenz
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Präsentation der Allo-App auf der I/O-Entwicklerkonferenz


Google greift mit seiner neuen Messaging-App Allo die Konkurrenten WhatsApp und Facebook-Messenger an. Den Kern der App bildet ein virtueller Assistent, der beispielsweise Nachrichten beantworten oder ein Restaurant finden und gleich einen Tisch bestellen kann.

Fragt ein Chatteilnehmer beispielsweise, ob der Gesprächspartner Lust auf Burritos hat, zeigt der Google Assistent mexikanische Restaurants in der Nähe an. Außerdem schlägt Allo selbstständig Antworten auf Nachrichten vor. Das soll auf Basis der Text- und Bilderkennung geschehen.

Die Messaging-App wird am Mittwoch zunächst in den USA veröffentlicht und läuft auf Googles Android-Smartphones und iPhones. Für Europa sollte der neue Messenger in der Nacht zu Donnerstag verfügbar sein. Der Assistent wird dabei zunächst nur auf Englisch mit den Nutzern kommunizieren, weitere Sprachen sollen demnächst folgen, hieß es. Allo wurde auf der Entwicklerkonferenz Google I/O angekündigt.

Google ist bei Chatanwendungen zurückgefallen

Für das Google-Betriebssystem Android gab es bislang keine zentrale Messaging-App des Suchmaschinenkonzerns. Der Konzern ist auf diesem Feld zurückgefallen. Anders als Googles Video-App Hangout, die sich vornehmlich an geschäftliche Nutzer richtet, soll Allo vor allem Privatnutzer ansprechen. Mit Duo bietet Google zudem eine weitere Videochat-App.

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Neue Videochat-App: Das ist Google "Duo"

Erst vergangene Woche hatte Apple seine App aktualisiert und mit eigenem App-Store ausgestattet. Die größten Wettbewerber in dem Markt sind allerdings die Facebook-Tochter WhatsApp und der Facebook-Messenger. Beide haben jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer. iMessage ist nur auf Geräten des Konzerns verfügbar.

Auch Facebook setzt auf Chatbots, öffnete seinen Messenger aber für Assistenten vieler verschiedener Anbieter, von Medien bis Fluggesellschaften oder Banken. Ein Plan ist, den Facebook Messenger auch in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden zu etablieren und damit Geld zu verdienen.

Preview von Google Home

Bei Allo hält der Assistent den Nutzer zudem beispielsweise mit täglichen Updates über das Wetter, Sport und Nachrichten auf dem Laufenden. Zudem können Nutzer sich Reisemöglichkeiten anzeigen lassen oder ihm auch Wissensfragen stellen. Googles Assistent ist eine Weiterentwicklung des Dienstes Google Now, einer intelligenten Suchmaschine. Er bildet eine Vorstufe zum smarten Lautsprecher Google Home, der diesen Herbst erscheinen soll.

Weiter bietet Allo die Möglichkeit, emotionale Äußerungen in unterschiedlicher Größe zu senden, um deren Betonung zu ändern. Fotos können mit Texten und Zeichnungen versehen werden. Hinzu kommen Sticker, ähnlich wie in Apples neuem iMessage App-Store.

Zum Schutz der Privatsphäre können die Nachrichten in einem Inkognito-Modus auch Ende-zu-Ende verschlüsselt und mit einem Verfallsdatum versehen werden. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten beispielsweise auch WhatsApp und iMessage.

brt/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
johannesraabe 21.09.2016
1.
Die SMS wird mir immer symphatischer. Was soll so ein Mist? Das ist doch wohl mehr als nervtötende Werbung, man könnte es Terror nennen.
caty24 21.09.2016
2. Smarte Fernseher ,sind es nicht diese,die auch ausgeschaltet
das Schlaffzimmer abhörchen? Jetzt smarte Google Lautsprecher. Jeder Lautsprecher kann auch als Mikrofon,zum abhören benutzt werden.
Korken 21.09.2016
3. Hangouts ist schon super
Warum man Hangouts nicht mehr promoted? Ist in vielen Dingen Whatsapp deutlich überlegen und mitnichten als Videochat für Geschäftsleute konzipiert. Hangouts kann aber Videochats, auch mit mehreren Personen gleichzeitig, schon jahrelang, als man bei Whatsapp noch mit Sprachmessages experimentierte. Hangouts ist hervorragend mit anderen Google Funktionen verknüpfbar und ist außerdem nicht auf die persönliche Handynummer beschränkt. Man kann nebenbei Anrufe, auch ins normale Telefonnetz und dieses in einigen Gegenden auch kostenlos, damit durchführen. Darüberhinaus plattformübergreifend auch einfach z.B. am PC zu nutzen. Keine Ahnung, warum dieser hervorragende Messenger, der sowieso schonmal auf allen Androids installiert ist, eher nicht beachtet wird. Man hätte sicher auch das Pseudokillerargument Ende-zu-Ende Verschlüsselung noch integrieren können. Jetzt werden Messenger und Videochats in verschiedene Apps ausgelagert? Hoffe mal, dass sie sich damit nicht selbst in die Quere kommen.
chris03kiel 21.09.2016
4. Wanze hoch drei
Freilich ich lass google überall mithören???? Wer das nutzt, dem ist nicht mehr zu helfen. Und zum Beitrag von oben Sog. schlaue Fernseher abkoppeln vom Netz ganz einfach.
zeroslammer 21.09.2016
5. Es ist nirgendwo die Rede von Lautsprechern
etc...Wie kommt man jetzt darauf? Wenns denn so ist, dann kann auch über Hangouts abgehört werden. Da brauchts keine Extra App. Aber Hauptsache mal was erwähnt, was nix mit dem Artikel zu tun hat. Ausserdem muss es ja niemand installieren.
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