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Android Market: 22 Abzock-Apps entdeckt

Sie tarnten sich als harmlose Spiele - und begannen dann, kostenpflichtige SMS zu versenden: Google hat erneut betrügerische Android-Apps aus seinem App-Store entfernt. Vor allem Nutzer in Europa und Asien waren betroffen.

Intel-Tablet mit Android: Einige Apps wollen nach Hause telefonieren Zur Großansicht
AFP

Intel-Tablet mit Android: Einige Apps wollen nach Hause telefonieren

Köln - Mittels SMS-Betruges versuchen Ganoven seit längerem, arglose Opfer um ansehnliche Geldbeträge zu erleichtern. Auf den ersten Blick lädt sich der Smartphone-Besitzer ein Spiel oder einen Bildschirmhintergrund auf sein Gerät. Tatsächlich beginnen solche Apps nach ihrer Installation bald, eine Reihe von SMS an sogenannte Premium-Nummern zu verschicken. Dabei können jedesmal mehrere Euro fällig werden.

22 solcher Anwendungen hat Google jetzt aus dem Android Market geworfen, nachdem das Unternehmen von Sicherheitsfirmen wie Symantec oder Lookout auf das Problem hingewiesen wurde. Allerdings kam die Putzaktion recht spät. Zwar hatte Google laut "Ars Technica" bereits in der vergangenen Woche neun Apps entfernt, die sich zum Beispiel als Downloadhilfe für beliebte Spiele wie "Angry Birds" oder Horoskope tarnten. Doch kaum aussortiert, wurden sie durch 13 weitere ersetzt, die das Spiel fortsetzten. Bis sie erneut entfernt wurden, könnten sie nach Lookout-Schätzungen bis zu 14.000 mal heruntergeladen worden sein. Lookout bietet auch eine Auflistung aller bisher erkannten Apps.

Wie schon in den vergangenen Monaten seien auch jetzt vor allem Android-Nutzer in Europa und Asien betroffen. Im Verlauf der App-Nutzung sei ein Hinweis zum Fortfahren erschienen, der tatsächlich die versteckte Zustimmung zum kostenträchtigen SMS-Versand beinhaltet habe, so Lookout weiter. Anwender in den USA liefen keine Gefahr, weil die teuren Nummern von dort aus nicht erreicht werden könnten. Auch wenn es sich bei den unter dem Begriff "Android.Rufraud" zusammengefassten Programmen um ein trojanisches Pferd handele, stuft Symantec das Risiko als niedrig ein. Immerhin sei es nicht sehr weit verbreitet.

Möglicherweise sei der formale Grund für ihre Aussortierung durch Google der Umstand, dass sie rechtmäßige Programme imitierten und damit gegen das Urheberrecht verstießen, mutmaßt "Ars Technica". Denn grundsätzlich würden Applikationen, die SMS verschicken, die AGB des Android Markets nicht verletzen.

Google verweigerte auf Anfrage des Fachdienstes eine Stellungnahme, ob wie schon früheren Fällen die problematischen Anwendungen via Fernwartung auch von den Geräten Betroffener entfernt würden.

meu

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Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.
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