App "Lost Journey" Nur wer die Welt kopfstehen lässt, kommt weiter

Jump'n'Run und Rätsel-Spiel in einem: Die iOS-App "Lost Journey" vereint zwei beliebte Genres in einem Spiel. Wir haben das Spiel getestet - und sind sehr angetan.

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Ein Mädchen im roten Mantel liegt schlafend auf einem Stein. Da fliegt ein Schmetterling herbei und spricht: "Die verlorene Erinnerung muss hier irgendwo sein. Ich werde dich zu ihr führen." An den Bildrändern strahlen gelb- und rotgefärbte Herbstbäume, im Hintergrund zeichnen sich chinesische Tempelanlagen ab.

Die App "Lost Journey" des chinesischen Publishers SoulGame Information operiert an der Grenze zwischen liebevoller Gestaltung in Aquarell-Optik und Kitsch. Zu Beginn mit leichter Tendenz in Richtung Kitsch, doch das fällt einem bald nicht mehr auf, denn das Spiel ist so kompliziert, dass man sich auf die Lösung der jeweiligen Aufgaben konzentrieren muss.

Die Level bieten bis zu vier Elemente, die man der Reihe nach erreichen muss: Speicherelemente, um den Spielstand zu sichern, die sogenannten Erinnerungsstücke, Schlüssel und einen Wirbel, durch den man in den nächsten Level gelangt. Die Erinnerungsstücke zu sammeln, ist die Hauptaufgabe im Spiel. Man muss dem Mädchen im roten Mantel helfen, alle zu finden und so die Erinnerung wieder zu vervollständigen. Die Schlüssel braucht es, um in das "Verbotene Gebiet einzusteigen" - das jedenfalls erklärt der Schmetterling am Anfang.

Dafür benötigt der Spieler klassische Jump'n'Run-Fähigkeiten: Er muss Kisten verschieben, über Schluchten und tödliche Speere springen. Das Spielfeld ist auf die Fläche des Displays beschränkt, und um die Level zu lösen, reichen hüpfen und rennen nicht aus - man muss auch denken.

Spannende Rätsel und immer wieder neue Elemente

Besonderen knifflig wird "Lost Journey" durch den Wende-Button. Neben den Richtungspfeilen und der Sprungfunktion kann der Spieler die Welt umdrehen. Dann steht sie nicht nur auf dem Kopf, sie wird auch ins Negative verkehrt. Was gerade eine Wand war, ist dann eine Nische, und was eben noch der Boden war, wird zum Himmel. Der Wende-Trick macht die Aufgaben zu spannenden Rätseln. Man muss Kisten in der einen Welt verschieben, um damit in der Negativ-Welt Löcher zu schaffen. Das ist genauso kompliziert, wie es klingt.

Hat man das Prinzip einmal verstanden, wird das Spiel trotzdem nicht langweilig. In den höheren Leveln warten immer wieder neue Elemente mit besonderen Eigenschaften, die den Spieler vor neue Rätsel stellen.

Für eine mit 48 MB relativ kleine und mit 99 Cent vergleichsweise günstige App ist der Umfang des Spiels beachtlich. Nach einer Stunde Spielzeit haben wir gerade einmal acht von mindestens 24 Leveln geschafft. Bei den absolvierten Leveln wird die jeweilige Bestzeit gespeichert - wenn man das Spiel irgendwann durchgespielt hat, kann man noch mal an seiner Geschwindigkeit arbeiten.

Die dazugehörigen Highscores lassen sich mit anderen teilen - dafür muss man sich allerdings anmelden. Die App bietet außerdem einen Screen-Recording Modus, mit dem man seine Leistung auch in Video-Form dokumentieren kann.

Nur den Ton, eine langsame Hintergrund-Klaviermusik, stellt man besser ab. Sie wiederholt sich alle paar Sekunden und kann wirklich nerven. Im Test bleibt das aber das einzige größere Manko.


"Lost Journey" gibt es bisher nur für iOS, das Spiel kostet 99 Cent. Es wird für Spieler ab neun Jahren empfohlen, weil einige Szenen auf Kinder recht gruselig wirken können.

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