SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

25. März 2012, 10:30 Uhr

iTunes Match

Wie Sie Apples Musik-Wolke am besten nutzen

Von Oliver Huq

Ein Plätzchen in der Wolke für jährlich 25 Euro: Bei iTunes Match kann man die eigene Musiksammlung in die Cloud stellen und von dort aus auf andere Geräte streamen oder kopieren. Was bringt der Dienst, wie nutzt man ihn am sinnvollsten? Ein Überblick von c't Audio Digital.

Um iTunes Match zu aktivieren, braucht man ein iTunes-Store-Konto mit hinterlegter Kreditkarte (Visa, Mastercard, Amex) oder Clickandbuy-Konto. Das sich in der Standardauswahl automatisch verlängernde Jahres-Abo kostet 24,99 Euro.

Beim ersten Start gleicht iTunes Match die persönliche Musiksammlung (auch Musikvideos) mit dem 20 Millionen Titel großen Katalog des iTunes Store ab. Was Apple vorrätig hat, steht dann DRM-frei im AAC-Format mit 256 kBit/s in der Cloud bereit - auch, wenn es vorher in schlechterer Qualität vorlag. Die übrigen Titel sowie selbst erstellte Cover-Bilder werden hochgeladen. Die lokale Mediathek bleibt dabei unberührt.

Normalerweise ausgeblendet, aber sehr hilfreich ist die Spalte "iCloud-Status": Sie zeigt an, welche Titel iTunes Match gefunden und welche es hochgeladen hat. Wenn Sie zusätzlich die Spalte "Datenrate" einblenden, können Sie gezielt nach gefundenen Titeln suchen, die in geringerer Qualität vorliegen, und sie durch die bessere Version ersetzen: Dazu einfach löschen und erneut aus der Cloud laden.

Gefundene Titel mit besserer Qualität, etwa Apple Lossless, lädt iTunes nicht in die Cloud. Auf anderen Geräten stehen sie also nur mit 256 kBit/s zur Verfügung, und wenn man sie löscht, bekommt man sie auch nur in dieser Qualität wieder. Nicht im Store gefundene Titel landen dagegen unverändert in der Cloud.

Altes aufpoliert

Dateien mit einer Größe von mehr als 200 MByte oder einer Datenrate unter 96 kBit/s lässt iTunes Match als "ungeeignet" links liegen. Letztere können Sie trotzdem in die Cloud übertragen, indem Sie sie in ein Format mit höherer Bitrate wandeln - mit etwas Glück findet iTunes sie dann sogar im Store und stellt sie in besserer Qualität bereit.

iTunes Match speichert bis zu 25.000 Dateien, wobei bei Apple gekaufte Songs nicht mitzählen. Befinden sich zu viele Songs in der Mediathek, verweigert iTunes den Abgleich komplett. Wenn Sie nichts löschen wollen, können Sie den Umweg über eine zweite Mediathek nehmen, um wenigstens einen Teil Ihrer Songs in die Cloud zu bekommen. Starten Sie dazu iTunes mit gedrückter Alt-Taste (Mac OS) oder Umschalttaste (Windows) und erstellen eine neue Mediathek. Deaktivieren Sie in den Einstellungen unter "Erweitert..." das Häkchen "Beim Hinzufügen zur Mediathek Dateien in den iTunes-Medienordner kopieren". Jetzt können Sie ausgewählte Titel in die Mediathek hineinziehen, ohne sie unnötig zu duplizieren. Die neu aufgebaute Mediathek synchronisieren Sie anschließend mit iTunes Match.

Dateien direkt aus der Cloud zu entfernen, ist nicht vorgesehen. Wenn Sie Titel aus Ihrer Mediathek löschen, bietet iTunes aber an, sie auch aus der Cloud zu löschen. Achtung: Dann verschwinden sie auch auf allen assoziierten iOS-Geräten. Auf iPod & Co. können Sie Dateien demgegenüber nur lokal löschen.

Bis zu zehn Geräte, davon fünf Macs oder PCs, dürfen auf eine Mediensammlung in der Cloud zugreifen. Matchen und hochladen kann immer nur eines gleichzeitig, herunterladen und streamen funktioniert auch parallel. Jedes in iTunes Match aktivierte Gerät wird exakt einer Apple-ID zugewiesen. Nach dieser Zuweisung funktioniert iTunes Match auf diesem Gerät 90 Tage lang nicht mit anderen Apple-IDs.

Mit der Funktion zum "Deaktivieren aller Computer" in der Kontenverwaltung von iTunes sollte man vorsichtig sein: Alle deaktivierten Geräte müssen beim Neuverbinden mit der Apple-ID auch den iTunes-Match-Abgleich komplett neu durchführen.

Dass eine Gruppe von Freunden iTunes Match benutzt, um eine gemeinsame Mediensammlung zu teilen, hat Apple mit diesen Einschränkungen ziemlich unattraktiv gemacht. Man müsste dazu eine gemeinsame Apple-ID verwenden, aber einer steht dafür mit seiner Bankverbindung gerade. Die Privatfreigabe erlaubt anderen Geräten übrigens nur den Zugriff auf die lokale Mediathek, nicht auf die iCloud. Nach dem Herunterladen aus der Cloud stehen Titel aber auch über die Privatfreigabe DRM-frei zur Verfügung.

Ausblick

Ein vergleichbar komfortables Backup für die eigene Musiksammlung bekommt man derzeit bei keinem anderen Anbieter so günstig. Bleibt abzuwarten, ob es bei diesen Konditionen bleibt; in Deutschland hat die GEMA da ja noch ein Wörtchen mitzureden.

URL:

Mehr auf SPIEGEL ONLINE:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH