iTunes Match: Wie Sie Apples Musik-Wolke am besten nutzen

Von Oliver Huq

Ein Plätzchen in der Wolke für jährlich 25 Euro: Bei iTunes Match kann man die eigene Musiksammlung in die Cloud stellen und von dort aus auf andere Geräte streamen oder kopieren. Was bringt der Dienst, wie nutzt man ihn am sinnvollsten? Ein Überblick von c't Audio Digital.

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AP / Apple

iTunes Match: Wolkenspeicher für alle Songs

Um iTunes Match zu aktivieren, braucht man ein iTunes-Store-Konto mit hinterlegter Kreditkarte (Visa, Mastercard, Amex) oder Clickandbuy-Konto. Das sich in der Standardauswahl automatisch verlängernde Jahres-Abo kostet 24,99 Euro.

Beim ersten Start gleicht iTunes Match die persönliche Musiksammlung (auch Musikvideos) mit dem 20 Millionen Titel großen Katalog des iTunes Store ab. Was Apple vorrätig hat, steht dann DRM-frei im AAC-Format mit 256 kBit/s in der Cloud bereit - auch, wenn es vorher in schlechterer Qualität vorlag. Die übrigen Titel sowie selbst erstellte Cover-Bilder werden hochgeladen. Die lokale Mediathek bleibt dabei unberührt.

Normalerweise ausgeblendet, aber sehr hilfreich ist die Spalte "iCloud-Status": Sie zeigt an, welche Titel iTunes Match gefunden und welche es hochgeladen hat. Wenn Sie zusätzlich die Spalte "Datenrate" einblenden, können Sie gezielt nach gefundenen Titeln suchen, die in geringerer Qualität vorliegen, und sie durch die bessere Version ersetzen: Dazu einfach löschen und erneut aus der Cloud laden.

Gefundene Titel mit besserer Qualität, etwa Apple Lossless, lädt iTunes nicht in die Cloud. Auf anderen Geräten stehen sie also nur mit 256 kBit/s zur Verfügung, und wenn man sie löscht, bekommt man sie auch nur in dieser Qualität wieder. Nicht im Store gefundene Titel landen dagegen unverändert in der Cloud.

Altes aufpoliert

Dateien mit einer Größe von mehr als 200 MByte oder einer Datenrate unter 96 kBit/s lässt iTunes Match als "ungeeignet" links liegen. Letztere können Sie trotzdem in die Cloud übertragen, indem Sie sie in ein Format mit höherer Bitrate wandeln - mit etwas Glück findet iTunes sie dann sogar im Store und stellt sie in besserer Qualität bereit.

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Musikvermittlung: Apples Cloud-Dienst iTunes Match
iTunes Match speichert bis zu 25.000 Dateien, wobei bei Apple gekaufte Songs nicht mitzählen. Befinden sich zu viele Songs in der Mediathek, verweigert iTunes den Abgleich komplett. Wenn Sie nichts löschen wollen, können Sie den Umweg über eine zweite Mediathek nehmen, um wenigstens einen Teil Ihrer Songs in die Cloud zu bekommen. Starten Sie dazu iTunes mit gedrückter Alt-Taste (Mac OS) oder Umschalttaste (Windows) und erstellen eine neue Mediathek. Deaktivieren Sie in den Einstellungen unter "Erweitert..." das Häkchen "Beim Hinzufügen zur Mediathek Dateien in den iTunes-Medienordner kopieren". Jetzt können Sie ausgewählte Titel in die Mediathek hineinziehen, ohne sie unnötig zu duplizieren. Die neu aufgebaute Mediathek synchronisieren Sie anschließend mit iTunes Match.

Dateien direkt aus der Cloud zu entfernen, ist nicht vorgesehen. Wenn Sie Titel aus Ihrer Mediathek löschen, bietet iTunes aber an, sie auch aus der Cloud zu löschen. Achtung: Dann verschwinden sie auch auf allen assoziierten iOS-Geräten. Auf iPod & Co. können Sie Dateien demgegenüber nur lokal löschen.

Bis zu zehn Geräte, davon fünf Macs oder PCs, dürfen auf eine Mediensammlung in der Cloud zugreifen. Matchen und hochladen kann immer nur eines gleichzeitig, herunterladen und streamen funktioniert auch parallel. Jedes in iTunes Match aktivierte Gerät wird exakt einer Apple-ID zugewiesen. Nach dieser Zuweisung funktioniert iTunes Match auf diesem Gerät 90 Tage lang nicht mit anderen Apple-IDs.

Mit der Funktion zum "Deaktivieren aller Computer" in der Kontenverwaltung von iTunes sollte man vorsichtig sein: Alle deaktivierten Geräte müssen beim Neuverbinden mit der Apple-ID auch den iTunes-Match-Abgleich komplett neu durchführen.

Dass eine Gruppe von Freunden iTunes Match benutzt, um eine gemeinsame Mediensammlung zu teilen, hat Apple mit diesen Einschränkungen ziemlich unattraktiv gemacht. Man müsste dazu eine gemeinsame Apple-ID verwenden, aber einer steht dafür mit seiner Bankverbindung gerade. Die Privatfreigabe erlaubt anderen Geräten übrigens nur den Zugriff auf die lokale Mediathek, nicht auf die iCloud. Nach dem Herunterladen aus der Cloud stehen Titel aber auch über die Privatfreigabe DRM-frei zur Verfügung.

Ausblick

Ein vergleichbar komfortables Backup für die eigene Musiksammlung bekommt man derzeit bei keinem anderen Anbieter so günstig. Bleibt abzuwarten, ob es bei diesen Konditionen bleibt; in Deutschland hat die GEMA da ja noch ein Wörtchen mitzureden.

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1. Gema
edgarzander 25.03.2012
Zitat von sysopAP / AppleEin Plätzchen in der Wolke für jährlich 25 Euro: Bei iTunes Match kann man die eigene Musiksammlung in die Cloud stellen und von dort aus auf andere Geräte streamen oder kopieren. Was bringt der Dienst, wie nutzt man ihn am sinnvollsten? Ein Überblick von c't Audio Digital. http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/0,1518,822791,00.html
Pro verkauftem iPhone erhält die GEMA ohnehin schon 36€. Damit dürften die schon 50 Mio. € eingenommen haben. Vielleicht bedeutet das - im Gegensatz zu der youtube-Geschichte - etwas entspanntere Verhandlungen bzgl. iTunes Match.
2. Wozu Wolke?
Nonvaio01 25.03.2012
Zitat von sysopAP / AppleEin Plätzchen in der Wolke für jährlich 25 Euro: Bei iTunes Match kann man die eigene Musiksammlung in die Cloud stellen und von dort aus auf andere Geräte streamen oder kopieren. Was bringt der Dienst, wie nutzt man ihn am sinnvollsten? Ein Überblick von c't Audio Digital. http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/0,1518,822791,00.html
ich hab mein PC im Internet 24/7 da habe ich von ueberall zugriff mit meinem GS2 oder meiner HDD an TV? Mit meinem Tablett von Samsung kann ich mich auch zuhause einloggen, und das kostet nichts, und ich hab keinen der meine Wolke ueberwacht und ausspioniert. Weiss nicht was so toll an der Wolke sein soll, und was der nutzten sein soll, ist einfachnur eine weiter art den leuten das Geld aus der tasche zu ziehen. Und dazu noch die daten an dritte vergeben und kontrollieren lassen, einfacher kann man sich nicht ausschnueffeln lassen.
3. ...
bruced 25.03.2012
Zitat von Nonvaio01ich hab mein PC im Internet 24/7 da habe ich von ueberall zugriff mit meinem GS2 oder meiner HDD an TV? Mit meinem Tablett von Samsung kann ich mich auch zuhause einloggen, und das kostet nichts, und ich hab keinen der meine Wolke ueberwacht und ausspioniert. Weiss nicht was so toll an der Wolke sein soll, und was der nutzten sein soll, ist einfachnur eine weiter art den leuten das Geld aus der tasche zu ziehen. Und dazu noch die daten an dritte vergeben und kontrollieren lassen, einfacher kann man sich nicht ausschnueffeln lassen.
es möchte evtl. nicht jeder seinen PC 24/7 laufen lassen. das kostet bedeutend mehr als 25€ im monat ;) und bis sich ein stromsparender heimserver wirklich ammortisiert hat, hat man den auch schon 2 mal wieder geupdatet und geld reingesteckt... bei persönlichen daten möchte ich ihnen bzgl. dem cloudmisstrauen noch zustimmen, aber bei musik sehe ich das doch deutlich entspannter...
4. Who needs it?
herr minister 25.03.2012
Stellt sich die Frage: Who needs it? Eigentlich doch nur diejenigen, die zu faul sind, ab und zu ihre Musik, die nicht bei apple gekauft wurde, manuell auf die mobilen Geräte zu kopieren. Die höhere Qualität meiner alten, miesen Songs kann ich ja nur solange geniessen, solange ich das Abo bezahle. Spannen dürfte die cloud höchstens für vielreisende DJs sein, die tatsächlich hunderte von Songs monatlich neu einpflegen, nur, dürfen die das dann überhaupt kommerziell benutzen?
5. Meine "Wolke"....
sikasuu 25.03.2012
Zitat von sysopAP / AppleEin Plätzchen in der Wolke für jährlich 25 Euro: Bei iTunes Match kann man die eigene Musiksammlung in die Cloud stellen und von dort aus auf andere Geräte streamen oder kopieren. Was bringt der Dienst, wie nutzt man ihn am sinnvollsten? Ein Überblick von c't Audio Digital. http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/0,1518,822791,00.html
... hat (imMoment) 1 TB, steckt in der Tasche und ist überall da wo Strom/Akku vorhanden ist auch offline nutzbar:-) Einmalige Anschaffungskosten ca. 60-100€ plus Betriebsstrom :-) Mehrfachnutzung jederzeit möglich, Anzahl der Teilnehmer=Unbegrenzt, KEIN DRM und niemand der mir hinterher spioniert! . Migration auf andere Systeme: USB3 = 1 Nacht. Wenns schnell gehen soll eSata oder Firewire:-)) Dann bewegt sich das im Stundenrahmen. . Übertragungskosten: Wieviel Kalorien verbraucht das rumtragen von 300Gr. pro Tag? . Cloud was ist das? Kann man das OHNE Gema auch essen?:-))
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Musik in der Datenwolke: iTunes Match


Musik: Die Cloud-Konkurrenz
Worum geht es?
REUTERS
Die eigene Musiksammlung im Internet, immer und überall verfügbar, mit angeschlossenem Online-Shop: Klingt einfach, ist aber immer noch keine Selbstverständlichkeit. Vor allem die Musiklabels sperren sich gegen die neuen Online-Angebote, zudem behindert internationales Lizenzchaos innovative Angebote. Die EU-Kommission plant deswegen nun einen gemeinsamen europäischen Online-Binnenmarkt.
Amazon Cloud Drive
Der Online-Händler Amazon hat als erster Internetriese einen Online-Musikdienst gestartet. Auf die Online-Festplatte Cloud-Drive lassen sich bei Amazon eingekaufte Werke kopieren. Eine spezielle Genehmigung für das Streaming-Angebot hat sich Amazon nicht eingeholt.
Dropbox
Der Online-Speicherdienst Dropbox synchronisiert automatisch Dateien und Ordner zwischen Computern, außerdem kann über ein Webinterface und eine App auf die eigenen Daten zugegriffen werden. Auch die eigene Musiksammlung lässt sich in den Webspeicher verlegen - und auf das iPhone streamen.
iTunes in the Cloud
Bei Apple eingekaufte Musik steht künftig über "iTunes in the Cloud" automatisch auf allen registrierten Geräten bereit. US-Nutzer können für eine Jahresgebühr von rund 25 Dollar außerdem über das Netzwerk auf Musikstücke zugreifen, die sie als Datei auf ihrem Rechner liegen haben, ohne sie bei Apple (oder anderswo) gekauft zu haben. Vorausgesetzt, der iTunes Store führt das Lied im Angebot.
Music Beta by Google
REUTERS
Im Mai hat Google auf einer Konferenz einen eigenen Online-Musikdienst vorgestellt - zunächst aber nur als Beta-Version und nur für US-Nutzer. Die können ihre eigene Musiksammlung auf die Google-Server laden, einen eigenen Online-Musikladen bietet Google bisher nicht an.
Simfy
Über Werbung und kostenpflichtige Premium-Angebote finanziert sich der Streaming-Dienst Simfy - bisher stehen im deutschsprachigen Raum rund acht Millionen Lieder zur Verfügung. Bisher ist die iPad-App des Unternehmens nicht von Apple genehmigt worden.
Spotify (und Facebook)
AFP
Bisher in sieben Ländern nutzbar ist der Musik-Streamingdienst Spotify. Deutschland und die USA fehlen allerdings. Für die mobile Spotify-App wird eine Gebühr fällig. Für Aufsehen sorgten Meldungen, wonach eine enge Integration in Facebook geplant sein soll.

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