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App "Anchor" Ein Twitter fürs gesprochene Wort

App "Anchor": Microblogging mit Sprachnachrichten Fotos
Anchor

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Radiomachen für jedermann: Die App "Anchor" macht es sehr einfach, kurze Audioclips herzustellen und sie im Netz zu verteilen. Kommt so das Gespräch ins soziale Netz?

Ein kurzes Stippen auf einen großen roten Button und schon wird eine Audiodatei erstellt, die mit nur einem weiteren Klick ins Netz hinausgeschossen wird - das ist das Versprechen der kostenlosen Audioblogging-App "Anchor".

Die am 9. Februar gestartete iOS-App soll so etwas wie Twitter für die Ohren werden: Nur kurze Clips von maximal zwei Minuten lassen sich innerhalb des "Anchor"-Netzwerks veröffentlichen. Nutzer sollen sich schnell durch die Sprachnachrichten hören und darauf reagieren können. Man kann auf Clips antworten, so können Konversationen entstehen. Alle Audiokommentare sind öffentlich, können eingebettet oder innerhalb von "Anchor", per Mail oder in anderen sozialen Netzwerken geteilt werden.

Um "Anchor" zu benutzen, reicht eine Anmeldung mit Mailadresse oder über ein bereits bestehendes Twitterkonto. Auf diese Weise kann die App ihren Nutzern gleich Freunde innerhalb des Netzwerks vorschlagen. Die Audioclips der anderen, denen man bei "Anchor" folgt, werden in einem Newsfeed angezeigt. Die Interaktion findet hier statt: teilen, liken, antworten oder eigene Konversationen beginnen. Wie bei Twitter lassen sich alle Audioclips mit Hashtags verschlagworten. Über eine Suchmaschine findet man andere Nutzer - und vielleicht interessante Konversationen. Wobei der Großteil der Community bislang aus den USA kommt und auf Englisch veröffentlicht.

Die New Yorker Schöpfer von "Anchor", Nir Zicherman und Michael Mignano, bezeichnen ihre App als das "echte öffentliche Radio". Das ist nur insofern wahr, als dass jeder mit einem Internetzugang und einem iOS-betriebenen Mobilgerät Audioinhalte übertragen kann. Von einer Live-Radioshow ist "Anchor" weit entfernt: Die Kommentare trudeln nach und nach ein, manchmal vergehen Stunden bis zum nächsten Audiopost. Die Funktionsweise ist eher mit dem Verschicken von Audionachrichten bei WhatsApp vergleichbar.

Die Chance der App liegt darin, dass damit neue Podcastformate entstehen könnten. Fremde Menschen treffen im Netz aufeinander und tauschen sich mithilfe von Sprachnachrichten öffentlich aus. Aus all den Konversationen, die im sozialen Netz ständig ablaufen, könnten nun auch Gespräche im Wortsinne werden. Konversationen lassen sich, einmal abgeschlossen, vollständig durchhören. Einige Nutzer überlegen sich auch Minipodcastformate, die sich innerhalb von zwei Minuten erzählen lassen. Deshalb ist Anchor vor allem eines: ein interessantes Experiment für Liebhaber von Audio-Inhalten.

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  • AP/dpa
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