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Getarnte Apps: Versteckte Malware bedroht Millionen Android-Anwender

Vorgetäuscht Warnmeldung (Screenshot aus YouTube): Lieber nicht reagieren Zur Großansicht

Vorgetäuscht Warnmeldung (Screenshot aus YouTube): Lieber nicht reagieren

Drei Android-Apps, die millionenfach heruntergeladen wurden, sind eine Gefahr für Smartphone-Nutzer. Gut getarnt manipulieren sie Warnmeldungen, versuchen weitere Schadsoftware aufs Handy zu bekommen.

Forscher des IT-Sicherheitsunternehmens Avast melden einmal mehr den Fund von Malware-verseuchten Apps in Googles Play Store. Von dem Problem seien mehrere Spiele-Apps betroffen, hieß es am Dienstag im Blog des Unternehmens. Im Einzelnen handele es sich dabei um das Kartenspiel "Durak", die Geschichtsapp "Konka Russian History" und den Intelligenztest "Iwolt IQtest".

Die Applikationen seien dabei zunächst ganz harmlos dahergekommen. Erst nach einigen Tagen oder Wochen würden sie im Hintergrund aktiv, heißt es in dem Bericht. Ein Vorgehen, das offensichtlich der Tarnung dient, weil es vielen Anwendern nach einer solchen Frist nicht mehr möglich ist, nachzuvollziehen, welche App sie zuletzt installiert haben, welche also für plötzlich auftauchende Probleme verantwortlich sein könnte.

Die sähen dergestalt aus, dass es bei manchen Apps bis zu einer halben Minute dauere, bis sie ihr normales Farbschema anzeigen. Beim Entsperren des Smartphones oder Tablets erscheine zudem ein Hinweis, das Gerät sei durch ein Schadprogramm infiziert oder voller pornografischer Dateien. Ein YouTube-Video zeigt, wie das im Alltag aussieht.

Wer darauf eingehe, lande in dubiosen App Stores oder werde auf Seiten umgeleitet, die zum Download weiterer getarnter Schadsoftware animieren. Besonders erstaunte Avast-Mitarbeiter Filip Chytry aber, dass man manchmal auch zu völlig legalen Sicherheits-Apps etablierter Anbieter umgeleitet wird. Er bezweifelt, dass diese Art der Werbung im Sinne der Unternehmen ist.

Millionen Kopien im Umlauf

In der Vergangenheit war Googles Play Store immer wieder Ziel von Cyber-Kriminellen, die dort mit Schadsoftware infizierte Apps platzierten. So machte 2012 eine Malware die Runde, die selbstständig auf Einkaufstour ging, ohne die Erlaubnis des Gerätebesitzers. Ein 2014 in Umlauf gebrachtes Programm verwandelte betroffene Smartphones in Bitcoin-Rechenmaschinen.

In solchen Fällen bemühen sich die Google-Verantwortlichen, problematische Anwendungen zu erkennen und aus dem Play Store zu entfernen. Auch jetzt teilte Google dem Tech-Blog "Ars Technica" mit, die drei aktuell betroffenen Apps seien inzwischen aus dem Verkehr gezogen worden. Auf wie vielen Smartphones sie dennoch installiert sind, lässt sich nicht genau sagen. Die Kartenspiel-App "Durak" etwa, sei laut Google Play fünf bis zehn Millionen Mal heruntergeladen worden, bevor sie von Google aus dem Angebot entfernt wurde.

Vollkommen selbstlos berichtet die Firma Avast natürlich nicht von den Vorgängen. Immer wenn Unternehmen, die Sicherheitsoftware oder ähnliche Dienste anbieten, auf neue Bedrohungen hinweisen, dienen die Meldungen natürlich auch der Werbung für die eigenen Produkte.

meu

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Das neue Windows!
resomax 04.02.2015
History repeating: Android is das neue alte Windows!
2. Wenn ich sowas lese,
fpwinter 04.02.2015
freue ich mich mal wieder diebisch darüber, daß mir sowas nie wird passieren können, da ich keinerlei Handy, Smartfon, Eifon oder Eipett habe und auch nie haben werde und demzufolge nie äppe... Wer partout eine mobile Teleplatte bei sich tragen möchte, muß halt auch mit den Konsequenzen leben....
3.
deltha 04.02.2015
Zitat von resomaxHistory repeating: Android is das neue alte Windows!
... sprach es und versank in seiner Welt, in der alle anderen Betriebssysteme niemals nie Sicherheitsprobleme hatten, haben und definitiv nie haben werden.
4.
silenced 04.02.2015
Zitat von fpwinterfreue ich mich mal wieder diebisch darüber, daß mir sowas nie wird passieren können, da ich keinerlei Handy, Smartfon, Eifon oder Eipett habe und auch nie haben werde und demzufolge nie äppe... Wer partout eine mobile Teleplatte bei sich tragen möchte, muß halt auch mit den Konsequenzen leben....
Ein 'Eifon' oder ein 'Eipett' wird davon auch nicht wirklich betroffen sein. Auch kein iPhone oder iPad, nichtmal ein iPod. Das ist ein Problem offener Software, ohne wirkliche Qualitätssicherung.
5. @silenced
ZehHa 04.02.2015
Mein Haus wird nie von einem Einbruch betroffen sein. Ich habe einen Schließzylinder in der Haustür. Das ist nur ein Problem von ungesicherten Hautüren. Macht diese Aussage Sinn? Überlegen Sie einmal. Und dann können Sie sich später überlegen, wie sich Net-Worm.IphoneOS.Ike.b, IPhoneOS.Worm.Ikee.B und iPhoneOS/Duh.A im iOS-Ökosystem einfinden konnten. Auch die Sicherungssysteme der Firma Apple lassen sich umgehen. Leider. "Ich habe ein iPhone, deshalb kann mir so etwas nie passieren" ist ein Trugschluss.
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