PC-Wartungssoftware CCleaner-Angriff zielte wohl auf Tech-Konzerne

Rund 2,3 Millionen Nutzer haben sich im August über die Wartungssoftware CCleaner Schadsoftware eingefangen. Sicherheitsforscher haben nun das eigentliche Ziel der Attacke entdeckt.

CCleaner-Homepage
Piriform

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Bei der Hacker-Attacke über ein manipuliertes Update der PC-Software CCleaner standen offenbar Konzerne wie Samsung, Intel, Microsoft, Cisco und Sony im Visier der Angreifer. Entsprechende Hinweise hat die IT-Sicherheitsfirma Cisco Talos bei der Analyse der Schadsoftware gefunden. Der Angriff hatte demnach eine zweite Stufe, die nur auf bestimmte Nutzer der Software abzielte.

Der Software-Anbieter Avast, zu dem Piriform, die Entwicklerfirma von CCleaner, gehört, bestätigte den Fokus der bislang unbekannten Hacker auf Tech- und Telekomunternehmen in Japan, den USA, Taiwan, Deutschland und Großbritannien, nannte aber keine Namen. Avast-Schätzungen zufolge könnten einige Hundert Rechner von einer zweiten Stufe des Angriffs betroffen gewesen sein.

Den Angreifern war es nach bisherigen Angaben grundsätzlich gelungen, ihre Schadsoftware auf fast 2,3 Millionen Computern zu platzieren. Sie sei mit dem im August bereitgestellten Update auf die Version 5.33 des Wartungs-Werkzeugs CCleaner mitinstalliert worden, räumte Piriform ein.

Die Schadsoftware war Cisco Talos zufolge darauf ausgelegt, Informationen über die attackierten Computer zu sammeln. Auf infizierten Rechner sammelte sie demnach Informationen über installierte und aktive Programme - möglicherweise als Vorbereitung darauf, die Rechner zu kapern.

CCleaner ist ein Programm, mit dem sich die Leistung von PC und Android-Smartphones verbessern lassen soll, indem es überflüssige Dateien löscht und das System nach Fehlern absucht und diese behebt. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Avast im Juli soll CCleaner 130 Millionen aktive Nutzer gehabt haben.

Avast betont in einem Blogpost zur Attacke, dass der CCleaner ein an Endkunden orientiertes Produkt sei. Die große Mehrheit der Nutzer sei daher uninteressant für die Angreifer, schreibt das Unternehmen, während einige ausgewählte interessant waren. Normalen Kunden empfiehlt die Firma, die Software auf die neue Version 5.35 zu aktualisieren.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

mbö



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
cptlars 21.09.2017
1. interessant
Wäre es wenn man jetzt wüsste wie man seinen weiteren Schutz gestalten muss...
jim_beam 21.09.2017
2.
Zitat von cptlarsWäre es wenn man jetzt wüsste wie man seinen weiteren Schutz gestalten muss...
Regel Nummer 1: Nicht jeden nutzlosen Müll installieren. Diese Tools wie CCLeaner sind bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls eine zusätzliche Sicherheitslücke. Ähnliches gilt für Virenscanner.
Nonvaio01 21.09.2017
3. dem kann man nur zustimmen
Zitat von jim_beamRegel Nummer 1: Nicht jeden nutzlosen Müll installieren. Diese Tools wie CCLeaner sind bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls eine zusätzliche Sicherheitslücke. Ähnliches gilt für Virenscanner.
alle diese cleaner programme sind muell. Wenn man alle paar monate mal das defrag tool laufen laesst reicht das. Cookies loeschen, und temp files, das alles ist in Windows beinhaltet.
Kamillo 21.09.2017
4.
@jim_beam - zum erste Teil stimme ich zu, nur installieren was man braucht und Microsoft entscheiden lassen, welche Dienste das System braucht oder nicht. Sprich, keine Registry "säubern" lassen, keine (MS-)Dienste deaktivieren usw. Das bischen was dann noch übrig bleibt, sprich mal temporäre Ordner leeren kann man auch von Hand machen. Diese Programme machen es meistens schlimmer als es vorher war. Bei Antivirus kann ich nicht zustimmen. Unbedingt nötig! Allerdings reicht es völlig, den in Windows integrierten Defender zu verwenden. Weitere Schutz-Software eigentlich nicht nötig. Den Rest erledigt "Hirn 2.0", sprich Software nicht von diffusen Webseiten herunterladen, unverlangte Anhänge von Emails nicht öffnen, usw. Zusätzlich hilft, wo es geht, keine Standardsoftware zu verwenden, statt Acrobat Reader den SumatraPDF, statt MS-Office Libre-Office, Statt Outlook den Thunderbird, usw. Und ganz wichtig, fallls Java und Flash nicht gebraucht wird, erst garnicht installieren. Und jetzt zur Aussage des Artikels: CCleaner im Unternehmen? Der Admin, der das zulässt, sollte sofort seinen Job los werden. Im Unternehmen pfuscht man nicht in der Registry rum, da benutzt man Active-Directory Gruppenrichtlinien.
wiseacre 21.09.2017
5. Deinstallieren
Ist doch ganz einfach sich zu schützen: Entweder alle Programme auf dem Rechner deinstallieren einschließlich OS oder auf's Internet verzichten. Jeder Rechner im Netz ist potenziell gefährdet. Also, was soll die ganze Hype?
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