Neue Video-App Riff animiert Facebook-Nutzer zum Clip-Kleben

Mit der neuen App Riff will Facebook die Nutzer dazu bewegen, ihre Kurzclips zu Gemeinschaftsvideos zu verknüpfen. Doch die Filmer riskieren dabei, die Kontrolle über ihre Videos zu verlieren.

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Riff-Website: Aus Einzelclips sollen Gemeinschaftsvideos entstehen

Riff-Website: Aus Einzelclips sollen Gemeinschaftsvideos entstehen


Aus kurzen Clips entsteht ein Gemeinschaftsvideo: Facebook hat mit Riff eine neue Video-App vorgestellt. Mit dem Programm sollen die Mitglieder des sozialen Netzwerks ihre Clips miteinander verbinden. Die quietschbunte Anwendung für Android- und iOS-Smartphones funktioniert ähnlich wie Vine und Instagram. Mit einem Unterschied: Die Nutzer sollen ihre Kurzclips aneinander kleben.

Bevor Riff die Aufnahme startet, muss man zunächst eine kurze Beschreibung eintippen oder ein Hashtag auf dem neonbunten Bildschirm auswählen. Ist das geplante Video beschriftet, startet ein Countdown. Drei Sekunden später beginnt die Aufnahme.

Im Gegensatz zu den Sechs-Sekunden-Clips bei Vine und den 15-Sekunden-Videos bei Instagram darf der Riff-Clip insgesamt 20 Sekunden lang sein. Riff bietet direkt nach der Aufzeichnung an, das Video bei Facebook zu verbreiten. Das allein ist nichts Besonderes, die Funktion bieten auch die meisten anderen Video-Apps.

Aufforderung zum Mitmachen

Riff allerdings fordert die Nutzer dazu auf, die Videos der Facebook-Freunde mit den eigenen Aufnahmen zu ergänzen. Aus vielen kurzen Videos soll so ein langer Clip entstehen.

Doch der Bastelspaß ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Das Problem: Der Riff-Nutzer verliert völlig die Kontrolle über den Inhalt seines Videos, wenn er es bei Facebook veröffentlicht hat. Denn sobald ein neuer Clip angefügt wird, verlängert sich auch das Video, das man ursprünglich in seiner Timeline gepostet hat.

Das bedeutet: Wenn ein Anwender zunächst ein harmloses Welpenvideo aufnimmt und bei Facebook veröffentlicht, kann es schon im nächsten Moment passieren, dass ein Facebook-Freund ein peinliches Partyvideo nachschiebt - oder schlimmer.

Die Videos lassen sich löschen

Auf die nachfolgenden Videos hat der Urheber des ersten Clips keinen Einfluss mehr. Das ist ja durchaus auch so gewollt, damit ein Kunstwerk aus vielen Einzelclips entstehen kann. Doch wenn sich die Facebook-Freunde einen Spaß daraus machen wollen, dann lässt sich das im ersten Moment nicht verhindern. Erst im Nachhinein lässt sich das Video wieder löschen oder an Facebook melden.

Wie kommt Facebook auf die Idee, dass Nutzer aus ihren Clips ein Gemeinschaftsvideo basteln wollen? Laut Produktmanager Josch Miller geht es darum, das Potenzial der einzelnen Nutzer exponentiell zu vervielfachen. "Wir hatten das Gefühl, dass der kreative Prozess mehr Spaß machen würde und das Ergebnis besser wäre, wenn man Videos gemeinsam erstellen könnte", schreibt Miller in einem Blogbeitrag.

Miller weist auch darauf hin, dass es sich bei Riff um ein Nebenprojekt des Unternehmens handelt. Ein paar Facebook-Mitarbeiter seien abends einfach ein bisschen länger da geblieben, um die App zu entwickeln.

Während Facebook einen neuen Trend setzen will, geht die Konkurrenz einen anderen Weg und veröffentlicht Livestreaming-Apps. Mit Meerkat und Periscope sind in den vergangenen Wochen gleich zwei Anwendungen für Live-Übertragungen mit dem Smartphone erschienen. Facebook hat bei Riff auf einen Live-Modus verzichtet.

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noalk 02.04.2015
1. Bleibt nur eine Frage
Wann wird farcebook in die UNO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen?
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