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Neue AGB: Was sich bei Facebook ändert

Facebook-Logo (in der Europazentrale in Dublin): Neue AGB ab 2015 Zur Großansicht
DPA

Facebook-Logo (in der Europazentrale in Dublin): Neue AGB ab 2015

Facebook passt zum neuen Jahr seine Nutzungsbedingungen an. Künftig werden noch mehr Daten erhoben, die Nutzer sollen aber auch mehr Kontrolle bekommen. Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick.

Facebook aktualisiert zum 1. Januar 2015 seine Nutzungsbedingungen. Mitglieder des sozialen Netzwerks erhalten derzeit die Aufforderung, die "aktualisierten Bedingungen" sowie die "Datenrichtlinie" und die "Cookies-Richtlinie" anzusehen.

Nutzer sollten sich die Mühe machen, dieses umfangreiche Dokument zu lesen, rät Rechtsanwältin Sabine Petri von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Facebook lässt sich erlauben, alle Nutzungsinformationen zu erheben und zu nutzen." Auch wenn man einzelnen Punkten nicht widersprechen könne, sei es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, was mit den eigenen Daten passiere.

Denn wer Facebook ab dem 1. Januar aufruft, stimmt den neuen Richtlinien automatisch zu. Auch Widerspruchsbilder, wie sie Patrick Döring und Dirk Niebel verbreitet haben, helfen da nicht.

"Die geplanten Änderungen der Datenrichtlinie bei Facebook sind mit Licht und Schatten verbunden", sagt Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Er begrüße das Bemühen um mehr Transparenz und eine verständliche Sprache, die Datenschutzbedingungen seien aber auch in der Neufassung viel zu lang. Grundsätzlich ändere sich nichts daran, dass Facebook geräteübergreifend auf nahezu alle Daten zugreift und sie verknüpft und auswertet.

Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Datenschutz: Facebook will es Nutzern leichter machen, zu entscheiden, wer ihre Inhalte sieht. Dazu gibt es jetzt interaktive Anleitungen und auch Möglichkeiten, die Analyse von besuchten Seiten und Apps zu kontrollieren. Verbraucherschützerin Petri weist darauf hin, dass der Nutzer hier aktiv tätig werden muss. Neue Funktionen müssten in der Regel abgestellt werden, wenn man mit ihnen nicht einverstanden sei. Und man müsse sich bewusst sein, dass trotz aller Einstellungen Facebook selbst immer alles erfahre und möglicherweise auswerte.

  • Standortdaten: Künftig können Standortdaten mit denen der Freunde und mit Werbeanzeigen verbunden werden. Wer also seinen Standort teilt, kann beispielsweise Informationen über Restaurants in der Nähe oder Neuigkeiten von Freunden in der Umgebung angezeigt bekommen. Wer das nicht möchte, sollte der Facebook-App auf seinem Smartphone keinen Zugriff auf das GPS-Modul gewähren.

  • Werbung: Facebook will Werbung mehr auf den Einzelnutzer zuschneiden. Bislang sind Inhalte der Werbeanzeigen unter anderem von "Gefällt mir"-Angaben abhängig. Bald sollen auch besuchte Internetseiten und genutzte Apps ausgewertet werden. Das Netzwerk ist in der Lage, die Aktivitäten seiner eingeloggten Nutzer im Netz teilweise nachzuvollziehen. Wer dann etwa online ein Paar Sportschuhe kauft, könnte beispielsweise Anzeigen für Sportkurse oder andere Trainingskleidung sehen. Wer Urlaubsziele recherchiert, sieht Werbung von Reiseveranstaltern.

    Künftig sollen Facebook-Nutzer Werbeanzeigen auch auf ihre Relevanz hin bewerten können: Dazu wird auch sichtbar gemacht, in welche Zielgruppe Facebook die Nutzer einordnet und warum man eine bestimmte Anzeige sieht. Facebook will so sicherstellen, dass Nutzer nur relevante Werbung sehen.

  • Neue Funktionen: Das Netzwerk will seine Kunden durch neue Optionen wie einen "Kaufen"-Knopf enger an sich binden. So könnte der Kauf von Waren direkt über das Facebook-Konto erfolgen. Damit könnte das Unternehmen neben Nutzungsdaten auch an Einkaufsgewohnheiten und Zahlungsdaten der Kunden kommen. "Aus Verbraucherschutzsicht ist das sehr kritisch zu bewerten", sagt Sabine Petri. Durch Zusammenführung dieser Daten könnten umfassende Personenprofile erstellt werden.

Keine Chance, einzelnen Änderungen zu widersprechen

Der Nutzer habe keine Chance, den Änderungen zu widersprechen, sagt Petri. Das bedeutet: Wer mit den neuen AGB nicht einverstanden ist, darf sich ab dem 1. Januar nicht mehr im Netzwerk einloggen.

Grundsätzlich empfiehlt Petri, die Sichtbarkeit von Beiträgen stark zu kontrollieren und in den Privatsphäre-Einstellungen auf minimale Auswertung der persönlichen Daten zu Werbezwecken zu setzen. Außerdem sollten Nutzer wachsam sein: "Man sollte regelmäßig nachsehen, ob die Einstellungen noch so sind, wie man sie eingestellt hatte."

mbö/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1.
udolf 28.11.2014
Man könnte widersprechen wenn die Facebookler sich zusammen tun und mal einen Tag streiken. Aber da würde dann wohl 90% ja sagen und am Ende nur 5% es tatsächlich machen.
2. Es ist immer noch beschämend
WwdW 28.11.2014
dass man solchen Unternehmen das "Opt-out" erlaubt und nicht das "Opt-IN" verpflichtend macht. Was heißt erst mal ist alles Datensammeln abgestellt und bleibt es auch, außer man aktiviert es.
3. Es ist und bleibt...
Monoton&Minimal 28.11.2014
Zitat von WwdWdass man solchen Unternehmen das "Opt-out" erlaubt und nicht das "Opt-IN" verpflichtend macht. Was heißt erst mal ist alles Datensammeln abgestellt und bleibt es auch, außer man aktiviert es.
ja immer noch freiwillig, ob man sich bei Facebook anmeldet oder nicht. Wer dabei sein möchte, der muss sich halt den Spielregeln anpassen.
4.
ichsagemal 28.11.2014
...ausser ein paar Freaks interessiert das doch nun wirklich keinen Facebook Nutzer. Macht auf die Tür, die Tor macht weit... willkommen im Neuland. Frau Merkel macht's vor und da alles was von ihr kommt alternativlos ist> so soll es geschehen in Deutschland.
5. ...
Newspeak 28.11.2014
Außerdem sollten Nutzer wachsam sein: "Man sollte regelmäßig nachsehen, ob die Einstellungen noch so sind, wie man sie eingestellt hatte." Klar, man hat ja auch sonst nichts zu tun, als der Datenkrake immer und immer wieder dieselben Tentakeln abzuschlagen. Ein Konzern, der seine Nutzer so bevormundet, verdient nur eines...und tschüß.
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