Mehr als 800.000 Accounts betroffen Facebook gesteht Panne bei Blockieren-Funktion ein

Bei Hunderttausenden Nutzern blockierte Facebook einige Tage lang nicht, was blockiert sein sollte. Das hat das Unternehmen jetzt eingeräumt. Und das war nicht die erste Panne.

Facebook-Logo mit Like-Button
REUTERS

Facebook-Logo mit Like-Button


Wer auf Facebook oder im Facebook Messenger keinen Kontakt zu bestimmten Nutzern haben will, etwa zu einem Ex-Partner oder gar einem Stalker, kann diese Personen "blockieren". Das Blockieren verhindere, "dass diese Person Inhalte sieht, die du in deinem Profil postest, Unterhaltungen mit dir beginnt oder dich als FreundIn hinzufügt", erklärt Facebook die Funktion.

Am Montag jedoch musste das Unternehmen eingestehen, dass die Blockieren-Funktion zeitweise nicht so funktioniert hat, wie sie sollte. Einem Blogpost zufolge informiert das Unternehmen mehr als 800.000 Nutzer über einen technischen Fehler, der sowohl Facebook, als auch die zugehörige Chat-App, den Facebook Messenger, betraf. Der Bug führte laut Facebook dazu, dass einige von diesen Nutzern blockierte User zwischen dem 29. Mai und dem 5. Juni zeitweise wieder entblockt waren.

Accounts, auf die dies zutraf, konnten zwar keine Inhalte sehen, die der Account, der sie eigentlich blockiert hatte, mit Freunden teilte, heißt es. Sie konnten aber Inhalte sehen, die der Account einem größeren Publikum zur Verfügung gestellt habe, etwa Fotos, die mit Freunden von Freunden geteilt wurden. Ebenso hatten die versehentlich von der Blockade befreiten Accounts die Option, per Messenger wieder Kontakt mit der Person aufzunehmen, die diesen verhindern wollte.

Facebook bittet um Entschuldigung

"Wir wissen, dass die Möglichkeit, jemanden zu blockieren, wichtig ist", betont Facebook in seinem Blogpost - deshalb bitte man seine Nutzer für die Panne um Entschuldigung. Mittlerweile sei das Problem gelöst und "alle sind wieder blockiert worden".

Wie viele blockierte Accounts genau versehentlich entblockt wurden, legt Facebook in seiner Erklärung zum Problem nicht offen. Es heißt lediglich, dass der Bug bei 83 Prozent der betroffenen Nutzer dafür gesorgt habe, dass lediglich ein blockierter Account kurzzeitig wieder entblockt war.

In einem Benachrichtigungs-Beispiel zur Panne, das Facebook in seinem Blogpost zeigt, wird der betroffenen Person immerhin konkret der Name jener Person genannt, die womöglich Dinge sehen konnte, die sie nicht hätte sehen sollen.

Auch der Datenskandal rund um Cambridge Analytica lässt keine Ruhe

Facebook hatte schon Anfang Juni einen Softwarefehler bekannt gemacht: Vom 18. bis zum 27. Mai hatte demnach ein technisches Problem dazu geführt, dass bei den Postings von 14 Millionen Nutzern ohne deren Zutun die Voreinstellung "für alle sichtbar" aktiviert wurde. Wer den Fehler nicht bemerkte und die fehlerhafte Voreinstellung manuell korrigierte, teilte neue Beiträge womöglich mit allen Facebook-Nutzern, statt nur mit seinen Freunden.

Auch der Datenskandal rund um Cambridge Analytica lässt Facebook keine Ruhe: Einem Bericht der "Washington Post" zufolge werden die Untersuchungen in den USA ausgeweitet. An der Aufarbeitung der Geschehnisse sei beispielsweise die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) beteiligt, schreibt die Zeitung, die sich bei ihrer Berichterstattung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft.

Dem Bericht zufolge wird nun untersucht, was Facebook öffentlich über seinen Informationsaustausch mit Cambridge Analytica berichtet habe. Ebenso werde der Frage nachgegangen, ob diese Darstellungen korrekt sind und ob Öffentlichkeit und Anleger ausreichend vollständige und rasche Informationen zur Verfügung gestellt wurden.

Facebook erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir arbeiten mit Behörden in den USA, Großbritannien und darüber hinaus zusammen." Man habe öffentliche Zeugenaussagen gemacht, Fragen beantwortet und sich verpflichtet, die Behörden auch künftig bei deren Arbeit zu unterstützen.

mbö/Reuters



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hr.cacau 03.07.2018
1. Ist doch alles gut
Die WM-Vorstellung der Nationalmannschaft war mies - keine Frage. Und zu dieser gehören natürlich auch Trainerteam und der restliche Mitarbeiterstab. Wenn Herr Löw die entscheidende Frage, ob er sich dieser neuen Aufgabe gewachsen sieht, mit einem klaren Ja beantwortet, sollte man ihm diese Möglichkeit auch medien- und fanseitig einräumen. Bitte nicht schon wieder so ein Schlachtfest wie bei Özil. Man stelle sich vor, einem normaler Arbeitnehmer passiert nach jahrelang herausragender Arbeit ein - zugegeben ziemlich großer - Fehler. Als Arbeitgeber wäre es fahrlässig, nur auf diesen Fehler abzustellen und das Arbeitsverhältnis zu beenden. Jeder sollte auch nach einem dicken Schnitzer die Möglichkeit bekommen, sich erneut zu beweisen. Und das sollte auch für den Bundestrainer gelten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.