Erneutes Gerücht: Google will angeblich WhatsApp übernehmen

Instant-Messaging-App WhatsApp: Bald ein Google-Dienst? Zur Großansicht
dapd

Instant-Messaging-App WhatsApp: Bald ein Google-Dienst?

Das war ein rasanter Aufstieg: Einem Medienbericht zufolge verhandelt Google mit WhatsApp über einem Übernahme des Instant-Messaging-Dienstes. Als Kaufpreis stehe eine neunstellige Dollarsumme im Raum. Es ist nicht das erste WhatsApp-Übernahmegerücht.

Google ist angeblich an einer Übernahme des Instant-Messaging-Dienstes WhatsApp interessiert. Einem Bericht von "Digital Trends" zufolge laufen die Verhandlungen bereits seit vier bis fünf Wochen. Allerdings sollen sich die Vertreter von WhatsApp dabei als äußerst harte Verhandlungspartner geben, die versuchen, den angebotenen Preis in die Höhe zu treiben. Aktuell biete Google knapp eine Milliarde Dollar für das Unternehmen.

Gerüchte über einen Verkauf der erfolgreichen Instant-Messaging-App gibt es allerdings nicht zum ersten Mal. Im Dezember 2012 hatte "TechCrunch" beispielsweise berichtet, Facebook trage sich mit dem Gedanken, WhatsApp zu erwerben.

Sollte sich das Gerücht über die Verhandlungen mit Google bewahrheiten, wäre WhatsApp nicht das erste Unternehmen, das sich der Internetkonzern durch eine Milliardenzahlung einverleibt. Für besonderes Aufsehen sorgte Googles Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola, die Ende 2011 angekündigt wurde. Rund 8,8 Milliarden Euro ließ sich der Konzern diese Übernahme kosten. Besonders interessant war für Google dabei das Patentportfolio des US-Konzerns, das genutzt werden sollte, um das Handy-Betriebssystem Android gegen Patentklagen anderer Unternehmen abzusichern.

WhatsApp hingegen bringt weder Heerscharen von Ingenieuren und Programmierern noch ein Patentportfolio in die gemeinsame Beziehung ein. Schließlich wurde das Unternehmen erst 2009 von den ehemaligen Yahoo-Mitarbeitern Brian Acton und Jan Koum gegründet. Seitdem hat das ehemalige Start-up allerdings eine rasanten Aufstieg hingelegt. Was WhatsApp heute vor allem anzubieten hat, ist eine gewaltige Nutzerbasis.

18 Milliarden Nachrichten an einem Tag

Die Idee einer App, mit der man über Plattformgrenzen hinweg kostenlose Nachrichten von Smartphone zu Smartphone verschicken kann, kam bei den Anwendern so gut an, dass WhatsApp mittlerweile als Quasistandard gelten kann. Die Software wird für diverse Handy-Betriebssysteme angeboten, darunter iOS, Blackberry OS, Nokia S40 und S60 sowie Windows Phone.

Die mit Abstand größte Verbreitung hat das System aber auf Android-Handys. Auf etwa hundert Millionen Geräten mit dem Google-System soll die App installiert sein. Täglich versenden Nutzer der App untereinander Milliarden Nachrichten. Den bisherigen Höhepunkt markierte der Silvesterabend 2012, an dem dem Unternehmen zufolge 18 Milliarden WhatsApp-Texte verschickt wurden.

Ergänzung für Google

Allerdings musste das Unternehmen auch reichlich Kritik, vor allem aufgrund von Sicherheitsproblemen, einstecken. Im September 2012 entdeckten Experten von "heise Security", dass WhatsApp-Accounts schlecht geschützt waren, die Konten mit einfachen Mitteln gekapert werden konnten. Zwei Monate später wurde eine weitere Sicherheitslücke publik, die die Übernahme eines Accounts möglich machte. Im Januar schließlich kritisierten Datenschützer, dass die App auf den meisten Handys das komplette Adressbuch auf die WhatsApp-Server überträgt. Viel Unmut handelte sich das Unternehmen auch ein, als es seine App zunächst für Android und später auch für iOS kostenpflichtig machte.

Für Google könnte WhatsApp eine willkommene Ergänzung bestehender Angebote sein. Bislang bietet der Konzern mit Google Talk, Google+-Hangouts, Google+-Messenger und Google Voice einen bunten Mix technisch unterschiedlicher Chat-Dienste an. Laut "heise.de" sollen diese unter dem Arbeitstitel Babbel zusammengeführt werden. WhatsApp könnte in einem solchen Konstrukt als mobiler Datenübermittler zwischen Smartphones unterschiedlicher Hersteller fungieren.

Bislang aber haben sich weder Google noch WhatsApp zu den Gerüchten geäußert.

mak

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Ohn Nein
peter-k 08.04.2013
bitte nicht das auch noch! Peter Kroll, Singapur
2. glaub's nicht..
norudo 08.04.2013
Google führt seine ganzen Chat Dienste zusammen. Und nun wollen sie dann doch noch einen anderen Dienst kaufen, der dann nicht dabei ist. Außerdem muss Google doch nur die Möglichkeit bieten mit Leuten zu chatten von denen man die Telefonnummer hat, ohne das man sich bei Google anmelden muss. Und schon würden wahrscheinlich sehr viele Menschen auf diesen Dienst wechseln (muss natürlich auf Android vorinstalliert sein)
3.
glaubhafter_politiker 08.04.2013
Bitte nicht!!! Die Sammelwut von Nutzerdaten durch Google finde ich inzwischen sehr bedenklich! Apropos: Whats App kostet 0,89 €, mal ehrlich, weniger als einen Euro für ein Jahr soviele, ich nenn sie mal, "sms" (können aber bilder, videos, etc) wie man will, finde ich nicht übertrieben! Mit irgendwas müssen die Leute ja ihr Geld verdienen. Am stärksten jammern bestimmt die Leute, die sowiso über eine zweistellige Handyrechnung im Monat verfügen....lächerlich!
4. Das ist wäre Ende...
freakytyp 08.04.2013
... von mir und whatsapp ich will nicht das einem so großen und Datenhungrigen Konzern meine Daten in die Hände fallen. Das gleiche gilt natürlich auch für Facebook.
5. Datenschutz
skippy01 08.04.2013
Das man bei einer Google-Übernahme auf mehr Datenschutz hoffen darf, ist schon ne lustige Sache.
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