Datensicherung in der Cloud So funktioniert Googles neue Back-up-Software

Mit der kostenlosen App "Backup and Sync" kann man Sicherungskopien von Mac und PC in Googles Cloud-Speicher auslagern. Wir zeigen, wie das geht, worauf man achten sollte und warum Google auch damit Geld verdienen könnte.

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Google hat seinem Online-Speicherdienst Drive eine neue Funktion verpasst: Mit der kostenlosen Software Backup and Sync für PC und Mac lassen sich jetzt Sicherungskopien aller wichtigen Daten von einem Computer in Googles Cloud-Speicher sichern und synchronisieren.

Damit hebt sich der Google Drive jetzt deutlich von den Back-up-Funktionen der Konkurrenz ab. Bei Dropbox beispielsweise muss man die zu sichernden Daten in einen bestimmten Ordner schieben, damit sie online gespeichert werden. Genauso funktionierte Googles Cloud-System bisher auch.

Die knapp 40 Megabyte große App sollte eigentlich bereits im Juni erscheinen und die bisherigen Google-Anwendungen Drive und Photos ersetzen. Aufgrund von Startschwierigkeiten hat sich die Veröffentlichung nun um etwa einen Monat verzögert.

Dateien, die neu in den ausgewählten Ordnern landen, werden von "Backup and Sync" automatisch in die Google-Cloud kopiert. Bei Bildern und Videos kann der Nutzer außerdem auswählen, ob die Originalgröße beibehalten oder die Dateien verkleinert werden sollen, damit der begrenzte Online-Speicher nicht zu schnell voll ist.

Google durchleuchtet die Dateien

Auf dem Google Drive des Anwenders wird für jeden mit der neuen Software synchronisierten Computer ein eigenes Verzeichnis angelegt. Auf alle dort gespeicherten Daten kann man mit Smartphone-Apps, aber auch über Webbrowser zugreifen.

Wer seinen Computer aber so sichern möchte, dass das Betriebssystem und alle Programme etwa nach einem heftigen Absturz wiederhergestellt werden, muss auf eine andere Back-up-Lösung zurückgreifen.

Außerdem sollte man sich gut überlegen, ob man private Daten wie Familienfotos, Steuererklärungen oder Kontoauszüge in der Google-Cloud ablegen möchte. Denn sobald man die Nutzungsbedingungen der Back-up-Software akzeptiert, darf das Unternehmen alle Dokumente durchsuchen.

In den AGB heißt es wörtlich: "Unsere automatisierten Systeme analysieren Ihre Inhalte (einschließlich E-Mails), um Ihnen für Sie relevante Produktfunktionen wie personalisierte Suchergebnisse, personalisierte Werbung und Spam- und Malwareerkennung bereitzustellen."

Zu beachten ist außerdem, dass auch Google nicht wirklich etwas zu verschenken hat. Zwar bekommt man als registrierter Google-Nutzer 15 Gigabyte Cloud-Speicher kostenlos, doch die sind schnell voll, wenn man anfängt, Back-ups von seinem Computer dort hochzuladen. Und dann muss man eben doch zahlen. Für 100 Gigabyte werden bei Google zwei Euro monatlich fällig, für ein Terabyte zehn Euro.

Ein bisschen ist das neue Back-up-Tool also auch Neukundenwerbung für Googles Speicher-Abos.

insgesamt 18 Beiträge
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FerrisBueller 14.07.2017
1. Linux?
Googles gesamte Infrastruktur läuft mit Linux, alle Rechenzentren laufen mit Linux, alle Drive-Server laufen auf Linux, alle Android-Geräte basieren auf Linux ebenso wie alle ChromeOS-Geräte, Wearables, Router, Switches und und und. Aber das einzige Desktop-Betriebssystem, das keinen Client kriegt, ist Linux. Häh?
raoul2 14.07.2017
2. Warum sollte man denn freiwillig
all seine Daten der Krake überlassen, ohne letztlich zu wissen, was die damit letztlich anstellen will (oder könnte)? Eine neue externe Terabyte-Festplatte ist inzwischen derart preiswert zu haben, daß sie sich in wenigen Monaten amortisiert haben dürfte. Dem Einwand, daß man dann ja nach JEDEM Absturz auf seinen privaten Back-up-Speicher zugreifen und "per Hand" tätig werden muß, möchte ich entgegenhalten: Wie häufig ist Ihnen Ihr Computer denn - ehrlich bleiben - tatsächlich schon "heftig abgestürzt"? Google und verwandte Kraken haben so schon viel zuviel Zugriff auf sensible Daten; warum diesen nicht sehr beruhigenden Zustand ohne Not noch ins Immense verschlimmbessern? Aus Faulheit?
willhelm.schmitz 14.07.2017
3. Ganz einfach....
Zitat von FerrisBuellerGoogles gesamte Infrastruktur läuft mit Linux, alle Rechenzentren laufen mit Linux, alle Drive-Server laufen auf Linux, alle Android-Geräte basieren auf Linux ebenso wie alle ChromeOS-Geräte, Wearables, Router, Switches und und und. Aber das einzige Desktop-Betriebssystem, das keinen Client kriegt, ist Linux. Häh?
Warum Linux keinen Client bekommt? Na, dass ist doch ziemlich simpel..... Linuxanwender neigen per se dazu sich unter dem Begriff Datensparsamkeit etwas vorstellen zu können. Mit anderen Worten, die rennen nicht hinter jeder Wurst her, die die Datenkraken ihnen vorhalten. Warum sollte Google also Clients für eine winzige Anwendergruppe entwickeln, die als Dank noch nicht einmal spendabel mit ihren persönlichen Daten ist...... Ausserdem gibt es ja durchaus einen Google-Drive Client für Linux, nur halt nicht von Google und natürlich nicht für lau..... Nennt sich Insync und funktioniert hervorragend
newline 14.07.2017
4. @2
Stimme Ihnen zu. Daten würde ich nur verschlüsselt in eine Cloud hochladen. Ein Punkt, der für die Cloud spricht, ist. dass die Daten dort sicher vor Unfällen in den eigenen vier Wänden liegen.
Buggybear 14.07.2017
5. Und wie sicher sind meine Daten
bei Google gegen unerwünschte Zugriffe geschützt? Bleibt die Privatsphäre gewahrt? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Wäre schön dazu etwas zu lesen.
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