Facebook-Präsentation Zuckerberg will mit neuer App Androids kapern

Weg mit den Icons, her mit Fotos und Statusnachrichten: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat eine neue Anwendung für Android-Smartphones vorgestellt. Die "Home"-App stülpt sich über das Betriebssystem und setzt ganz auf Funktionen des sozialen Netzwerks.


Hamburg - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat am Donnerstagabend eine neue App namens "Home" für Android-Smartphones vorgestellt. Die neue Facebook-App nistet sich tief in die Telefonfunktionen ein und ersetzt den Homescreen des Telefons. Nicht mehr kleine Icons für Apps anderer Unternehmen sind dort zu sehen, sondern Fotos und Nachrichten von Facebook-Freunden und später auch Werbung.

Die Facebook-App baut auf Googles mobilem Betriebssystem auf und stülpt sich über die bekannten Funktionen. Vom Homescreen aus landet man mit einem Fingerzeig beim Facebook-Messenger, der außerdem eine aufgebohrte Chatfunktion mitbringt. Die übrigen Android-Apps werden in einem Untermenü versteckt.

Mehr als 20 Prozent der Zeit würden Smartphone-Nutzer mit Facebook verbringen, sagte Zuckerberg zu Beginn der Veranstaltung. Er berief sich dabei auf eine Comscore-Studie aus dem Februar. Mehr als hundertmal am Tag würden Nutzer zu ihrem Smartphone greifen. Dabei sollen sie nun als erstes Facebook-Inhalte sehen, nicht andere Apps.

Anstatt ein eigenes Facebook-Telefon zu entwickeln, sagte Zuckerberg, wolle man mit der "Home"-App künftig auf möglichst vielen Android-Geräten präsent sein. Bereits im vergangenen September hatte Zuckerberg auf einer Konferenz erklärt, sein Unternehmen würde kein eigenes Telefon auf den Markt bringen. So ein Facebook-Telefon würde vielleicht von 10 oder 15 Millionen Menschen genutzt werden - das sei nicht die richtige Strategie für Facebook.

Die "Home"-App soll sich ab dem 12. April über Googles Play-Store installieren lassen, auf Android-Telefonen mit aktuellem Betriebssystem. Zunächst gibt es "Home" allerdings nur für Smartphones, eine Version für Tablets soll später folgen.

HTC zeigt erstes Smartphone mit "Home"

Ebenfalls vorgestellt wurde ein neues Android-Smartphone von HTC. Firmenchef Peter Chou zeigte das HTC First, das zum Start der "Home"-App zum Preis von 100 Dollar in den USA beim Provider AT&T erhältlich sein soll. In Großbritannien will HTC sein First mit vorinstalliertem "Home" über den Provider EE anbieten. Über einen deutschen Vertriebspartner gab es zunächst keine Angaben. Der Name First, der niedrige Preis und die vier verfügbaren Farbtöne lassen auf ein Einsteiger-Smartphone der Mittelklasse schließen.

Auf dem iPhone ist Facebook seit dem vergangenen Jahr neben Twitter bereits fester Bestandteil des Betriebssystems: Websites lassen sich direkt auf Facebook teilen, Fotos aus der Kamera-App heraus in dem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Meldet man sich mit seinem Facebook-Konto an, sucht sich das Adressbuch automatisch die passenden Profilbilder zu den Kontakten.

Die Android-Integration, die nun mit "Home" vorgestellt wurde, geht alledings deutlich weiter. Sie ist nur möglich, so Zuckerberg, weil Google sein mobiles Betriebssystem Android nicht als geschlossenes System betrachte.

ore

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insgesamt 86 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-1810274577 04.04.2013
1. Wer braucht das??
Zitat von sysopAFPWeg mit den Icons, her mit Fotos und Statusnachrichten: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat eine neue Facebook-Anwendung für Android-Smartphones vorgestellt. Die "Home"-App stülpt sich über das Betriebssystem und setzt ganz auf Funktionen des sozialen Netzwerks. http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/home-app-facebook-will-android-telefone-uebernehmen-a-892613.html
Das muss man sich mal vorstellen: Es gab mal Zeiten, da ging's auch ohne "Smartphone"! Und Facebook ist doch auf dem absteigenden Ast! Herr Zuckerberg kann schon mal einpacken. Aber bitte vorher schön die Schäfchen ins Trockene bringen! Armes Deutschland, das sein Geld bei einer solchen US-Firma lässt!
01099 04.04.2013
2. Scheitern
Das könnte Herrn Zuckerberg (will er sich nicht langsam in "Geldberg" umbenennen..? so passen, ein trojanisches Pferd in Millionen von Telefonen zu bringen. Doch spätestens bei Patenten wird das Projekt scheitern, denn kein Hersteller der Welt wird es zulassen, dass sein spezifisches Android-System so tief verändert wird. Außerdem: Wer will schon rund um die Uhr vom facebook-blau inklusive ständiger Notifications belästigt werden? Das wird nichts.
schorsch_kluni 04.04.2013
3. super
Sieht klasse aus und ist ne tolle Idee. Hut ab. Allerdings habe ich bis jetzt noch nicht 1 Facebook app besessen welche wirklich funktioniert hat. :-) Viel Glück!
mimas101 04.04.2013
4. So weit zum Thema
beginnender Größenwahn. Lt. der Gesichtsbuch AG greift ein durchschnittlicher Smartphone-User 100x pro Tag zum Gerät (ich schaffe es auf 3x die Woche wenn es viel ist), und ein Handy wird nicht gebaut weil nur ca. 10 bis 15 Mio sowas kaufen bzw. nutzen würden. Also soll jetzt das gesamte Android-OS umgestrickt werden auf das überall diese Internet-Seite mit ihrer Klick-Mich-Unterhaltung auftaucht. In der Windows-Szene bezeichnet man sowas als Hijacking, gerne vorgenommen durch malware bzw. rootkits. Holla, da klingelt doch was? Sind die 10 bis 15 Mio etwa die durchschnittlichen Facebook-User die sich täglich auf dieser Seite mit Ich-Liebe-Dich-Klicks auf sich aufmerksam machen? Dann hat Gesichtsbuch aber bisher tapfer durchgehalten. Oder wird, da mittlerweile die 25 bis 45jährigen zu anderen sozialen Seiten strömen, gar auf ältere Semester geschielt in der Hoffnung die getrauen sich nicht was zu deinstallieren? Mal davon abgesehen das Mr. Salzstreuer Mut hat da im Shop die realen Nutzerzahlen (Download-Zähler) auftauchen so glaube ich kaum das derart tiefgreifende Eingriffe in Android andere zulassen werden. Schließlich leben gut 150% aller Apps vom Einblenden von Werbung. meist noch garniert mit integrierten Game-Inline und Software-Outdoor-Verkäufen. Der Rest sind dann Smartphone-Chatter denen der Mr. dann auch noch auf die Zehen treten wird. Kommt noch die Kleinigkeit hinzu das mit höchst fragwürdigen technischen Methoden der ganze Linux-Kernel pp umgebaut werden muß. Insgesamt hört sich das bei der Gesichtsbuch AG mittlerweile rein nach dem Mut der Verzweiflung an um das Geschäftsmodell aufrecht erhalten und Aktionäre befriedigen zu können.
lukaslauboeck 04.04.2013
5.
Facebook ist so eine Art Kumpel, den niemand braucht, er rennt rum und quatscht, erzählt was draussen passiert. Scheiss auf die Elektroquatschtante. Wenn jemand mich mag und ich ihn, dann brauche ich keinen Vermittler/ Verkuppler der mir über ihn etwas mitteilt.
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