Angetippt

iOS-App "Instasnoop" Model erfindet Stalking-Tool für Instagram

Von

Olivia Orchowski bei Instagram: Die Idee für die App hatte das Model beim Stalken
Instagram

Olivia Orchowski bei Instagram: Die Idee für die App hatte das Model beim Stalken


Die Angst vor dem Like-Button: Die App "Instasnoop" richtet sich an Instagram-Nutzer, die mit ihrem Smartphone die Profile von anderen Nutzern durchstöbern und dabei auf jeden Fall unentdeckt bleiben wollen.

Selbst ungeschickten Nutzern soll die iOS-Anwendung "Instasnoop" ermöglichen, auf dem Handy nach Herzenslust die Fotos von Fremden und Freunden durchzublättern, ohne fürchten zu müssen, dabei aus Versehen den Like-Button zu betätigen und sich so zu outen.

Die Oberfläche der App unterscheidet sich nur unwesentlich vom Instagram-Look. Im Vergleich zur beliebten Foto-App sind jedoch einige Funktionen bei "Instasnoop" blockiert. So wird ein Foto nicht mit "Gefällt mir" markiert, sobald man doppelt auf das Bild klickt oder tippt. Auch die Kommentar-Funktion und der Like-Button unter dem Bild sind gesperrt. In der App-Beschreibung heißt es: "Niemals wieder aus Versehen beim Stalken ein 93 Wochen altes Foto liken."

Eine Zoom-Funktion erlaubt es "Instasnoop"-Nutzern zudem, bestimmte Bildausschnitte zu vergrößern, ohne das Bild zu liken. Das bringt allerdings nicht viel, da die Fotos sofort grobkörnig werden.

Justin Bieber unerkannt folgen

Snooplist: So kann man Instagram-Nutzern heimlich folgen

Snooplist: So kann man Instagram-Nutzern heimlich folgen

Außerdem kann man eine Liste mit bestimmten Bildern und Instagram-Nutzern erstellen, ohne dass der Anwender einen Hinweis bekommt, dass man ihm folgt. Wer also heimlich Justin Bieber hört, dem Sänger aber nicht öffentlich folgen will, der kann den Instagram-Account des Promis auf die "Snooplist" setzen und sich von dort aus die Bilder des Stars anschauen.

Die Erfinderin Olivia Orchowski macht keinen Hehl daraus, dass sie Stalker als Zielgruppe anspricht. Ganz im Gegenteil: In einem Interview mit dem "Vice"-Portal "The Creators Project" stellt Orchowski die Theorie auf, dass jeder Internetnutzer gerne in anderen Profilen stöbert. Sie sagt: "Ich glaube, wenn man mal einen Tag lang nicht bei Instagram, Facebook, Snapchat und Twitter rumschnüffeln kann, denkt man die ganze Zeit darüber nach, was manche Menschen gerade so machen."

Die App ist jetzt schon beliebt bei vielen Nutzern

Die Idee für die App sei Olivia Orchowski in den Sinn gekommen, als sie sich selbst beim Stalken ertappte. Sie habe sich ein viele Wochen altes Bild auf dem Instagram-Profil der neuen Partnerin ihres Ex-Freundes angeschaut. "Ich bin vor Scham beinahe gestorben." Doch anstatt auf das Stalken zu verzichten, hat Orchowski mit ihrem Team lieber "Instasnoop" entwickelt.

Orchowski hat nach eigenen Angaben kein Problem damit, wenn andere Nutzer sich unbemerkt durch ihr Profil wühlen. Sie arbeitet als Model und zeigt sich gerne freizügig, auch bei Instagram. Wenn Nutzer ein altes Bild von ihr mit "Gefällt mir" markieren, dann finde Orchowski das nicht gruselig. Sie freue sie sich, "weil sie genug Interesse zeigen, um sich mein Profil anzuschauen und nicht nach ein oder zwei Bildern gelangweilt sind".

Die App für Nachwuchsstalker wird im App Store mit fünf Sternen bewertet, die Fans bei Instagram feiern die Idee. Dabei dürfte die Zielgruppe für eine App, die lediglich den Like-Button blockiert und eine Zoom-Funktion anbietet, überschaubar bleiben. Schließlich schämt sich nicht jeder so sehr dafür, bestimmte Fotos zu betrachten, dass er sogar den Like-Button fürchtet.

Mehr zum Thema


Diskutieren Sie mit!
10 Leserkommentare
davemciroy 01.10.2015
mactor2 01.10.2015
elizar 01.10.2015
youdontwannaknow 01.10.2015
ironcock_mcsteele 01.10.2015
adsonvonmelk 01.10.2015
g.s.hess 02.10.2015
metalslug 02.10.2015
aurichter 03.10.2015
whocaresbutyou 03.10.2015

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.