Apps im Test: Schöner twittern mit dem iPhone

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Twitter ist praktische Linkschleuder, Seismograf der vernetzten Gesellschaft und öffentliches Miniatur-Tagebuch. Für den Zugriff bieten sich Smartphones an - wir haben sechs Twitter-Apps ausprobiert. Einige bieten echte Vorteile gegenüber dem Standard-Client.

Schnell, allgegenwärtig, weltumspannend: Twitter ist längst eine Art Betriebssystem des Echtzeit-Webs der Gegenwart. Das soziale Netzwerk rund um die maximal 140 Zeichen begrenzten Nachrichten zählt mehr als eine halbe Milliarde Nutzer. Nicht alle davon echt, nicht alle davon aktiv. Viele davon werden automatisch befüllt, zum Beispiel, wenn es ein Update auf einer Website gibt.

Doch genügend Menschen teilen Gedanken, Links, Fotos und Wut mit der Netz-Öffentlichkeit, dass aus Twitter so etwas wie ein Spiegel der Netz-Öffentlichkeit geworden ist. Ein virtueller Raum, in dem sich Nachrichten binnen Sekunden fortpflanzen. Das kann überwältigend sein, verwirrend und kompliziert. Apps wollen die Twitter-Nutzung vereinfachen. Fünf Alternativen zur offiziellen Twitter-App für iPhone, iPod touch und iPad haben wir ausprobiert, viele davon bieten echte Vorteile:


1. Die Elegante: Twitterific

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Twitterific sieht wirklich gut aus: minimalistische Oberfläche mit großer, gut lesbarer Schrift. Die App macht sich auch auf einem iPad gut, auch für Macs gibt es eine gleichnamige App.

Nachteil: Nur die nötigsten Funktionen. Tippt man auf oder wischt man über einen Tweet, öffnet sich erst ein Menü, aus dem dann Funktionen aufgerufen werden können - andere Apps lassen sich schneller bedienen.

Preis: Eine Basisversion mit Werbung gibt es kostenlos im iTunes-Store, wer keine Anzeigen sehen und mehr als einen Twitter-Account verwalten möchte, muss das Update für 3,99 Euro kaufen.


2. Die Nützliche: Tweetbot

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Tweetbot ist das Arbeitstier unter den Twitter-Apps. Mehr ist mehr, hinter jedem Link verbergen sich diverse Funktionen. Eine der Nützlichsten: Tippt man auf einen Hashtag, kann man diesen entweder kopieren - oder alle Tweets mit diesem Thema ausblenden. Bilder, die Twitter-Nutzer über den Anbieter veröffentlichen, werden als Thumbnail direkt in der Timeline angezeigt. Links lassen sich direkt in Tweetbot öffnen, wahlweise passt der Online-Service Readability die Darstellung der Website an, so dass Texte auf einem Smartphone einfacher gelesen werden können. Tweets lassen sich durch Antippen nicht nur beantworten oder retweeten, sondern auch übersetzen oder beim Online-Dienst Favstar ansehen.

Nachteil: Für Twitter-Einsteiger kann die Fülle der Funktionen verwirrend sein.

Preis: 2,39 Euro im iTunes-Store.


3. Die Sortierte: Slices

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Slices richtet sich vor allem an Twitter-Nutzer, die vielen anderen Twitterern folgen. Diese lassen sich in nicht-öffentliche Listen sortieren, sogenannte Slices. Anzeigen lassen kann man sich wiederum alle Tweets, oder nur solche mit Fotos und Videos. Bilder werden als Thumbnail in der Timeline angezeigt. Mit der "Zip it"-Funktion lassen sich Tweets von bestimmten Nutzern oder mit bestimmten Wörtern oder Hashtags einfach ausblenden. Wie bei Tweetbot ist der Online-Dienst Readability eingebunden, ebenso Instapaper, Pocket und Readability.

Nachteil: An Slices muss man sich gewöhnen, die App verzichtet auf die verbreiteten Standard-Darstellungsformen. Das muss kein Nachteil sein, aber einige Elemente sind dann doch etwas klein geraten. Und wer giftgrün nicht mag, wird mit Slices nicht glücklich werden.

Preis: Kostenlose Version mit Werbung im iTunes-Store, die Anzeigen lassen sich für 3,99 Euro ausblenden.


4. Die Grundsolide: Flurry

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Flurry ist ein schlanker, schneller Twitter-Client mit durchdachter Oberfläche. Mit einem Tippen wechselt man von der eigenen Timline zu direkten Nachrichten, zur Suche, zu Listen oder zu den Erwähnungen und Antworten. Enthält ein Tweet einen Link, lässt sich der durch Tippen auf ein Lesezeichen-Symbol kopieren, mailen, twittern oder zum später lesen bei Instapaper oder Pocket eintragen.

Nachteil: Flurry kann mehr als beispielsweise Twitterific, aber nicht mehr als die offizielle Twitter-App. Bilder werden nicht eingeblendet, keine Artikelanrisse von Online-Medien gezeigt - Flurry zeigt Twitter, wie es war, bevor das Unternehmen ans Geldverdienen dachte. Manche (Gelegenheits-) Nutzer werden das als Vorteil sehen.

Preis: 3,99 Euro im iTunes-Store.


5. Die Ambitionierte: Twittelator

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Twittelator Neue ist vor allem bunt. Die App zeigt Fotos und Profilbilder in der Breite des Smartphones an, oben und unten stark beschnitten. Durch antippen klappen sie zu voller Displaygröße auf - ein netter Effekt. Online-Dienste wie Instapaper, Pocket oder Omnifocus sind eingebunden. Eigentlich bringt Twittelator Neue alles mit, was eine Twitter-App braucht, ist dann aber doch ...

Nachteil: ... verwirrend. Die Idee mit den Bildern ist nett, insgesamt fügen sich die diversen Funktionen und Menüs leider nicht zu einem stimmigen Gesamtbild. Bei den anderen Twittelator-Versionen ist das ähnlich.

Preis: Twittelator Neue kostet 3,99 Euro im iTunes-Store.

6. Die Offizielle: Twitter

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Twitter heißt die offizielle Twitter-App. An der ist kaum etwas auszusetzen, wenn man die grundlegenden Twitter-Funktionen nutzen will.

Nachteil: Nach einer Phase maximaler Offenheit hat Twitter begonnen, immer mehr Funktionen nicht länger Drittanbietern zu überlassen, sondern selbst anzubieten. Entsprechend setzt die App ganz auf Twitter-interne Funktionen. Nützliche Extras, die andere Apps integriert haben, fehlen. Auch muss man sich damit abfinden, dass Twitter eigene Prioritäten setzt: Um zu den direkten Nachrichten zu gelangen, muss man erst "Me" aufrufen, dann erst kommt man zum Twitter-Postfach.

Preis: kostenlos im iTunes-Store.


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insgesamt 13 Beiträge
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1. Gibt es sowas
Bolligru 10.10.2012
also nur für´s iPhone? Oder folgt noch ein Artikel über Android-Twitter-Apps?
2.
Lassehoffe 10.10.2012
Zitat von Bolligrualso nur für´s iPhone? Oder folgt noch ein Artikel über Android-Twitter-Apps?
Ist doch immer so... "die Anderen" kommen etwas später. Das war schon mit dem IPhone so ;-)
3. ...
Pollenolli 10.10.2012
Zitat von Bolligrualso nur für´s iPhone? Oder folgt noch ein Artikel über Android-Twitter-Apps?
Na der Artikel heisst ja auch schöner twittern mit dem iPhone. Wer lesen kann ist klar im Vorteil
4.
swnf 10.10.2012
Zitat von Bolligrualso nur für´s iPhone? Oder folgt noch ein Artikel über Android-Twitter-Apps?
Gibt es sicher auch für Android! Google könnte helfen - ist ja schließlich die selbe Firma! Wahrscheinlich sind es aber zum größten Teil die gleichen Apps und sehen auch noch fast gleich aus...mit ziemlich dem selben Funktionsumfang schätze ich mal...
5. Was ist mit Tweetlist?
qantum 10.10.2012
Diese Twitter-App hätte sollen auch vorgestellt werden. Es ist auch eine super klasse App. http://itunes.apple.com/de/app/tweetlist-pro-for-twitter/id365198798?mt=8
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