Hamburg - Offiziell gestartet ist sie noch nicht - aber im Android Market und im App Store von Apple ist die kostenlose ZDF-App bereits verfügbar. Zuschauer erhalten mit der "ZDFmediathek"-App Zugriff auf die ohnehin im Internet verfügbare Videosammlung des Senders und können damit einzelne Beiträge oder auch ganze Sendungen jederzeit abrufen.
Der Ansturm auf die ZDF-App war am Montag und Dienstag allerdings so groß, dass die Server des Senders teilweise nicht mit der Auslieferung der Videos nachkamen. So hieß es beim Aufruf der App bei einigen Nutzern zeitweise: "Dienst vorübergehend nicht verfügbar" - verbunden mit der Bitte, es später noch einmal zu probieren. Derzeit würden noch Server justiert, war beim ZDF in Mainz zu erfahren.
Die sonst gegenüber gebührenfinanzierten Online-Aktivitäten eher kritisch eingestellten Verleger lobten das ZDF für sein Angebot. "Wenn nach diesem Modell künftig alle öffentlich-rechtlichen Angebote auf Tablets und Smartphones gestaltet werden, dann ist der Konflikt zwischen Verlagen und den Rundfunksendern gelöst", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes BDZV, Dietmar Wolff, in Berlin. Die ZDF-App sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Beiträge von TV-Anstalten ohne längere Texte auf neue digitale Endgeräte gebracht werden können - die ARD solle dem Beispiel folgen.
Im Juni hatten die Verleger eine Wettbewerbsklage gegen die "Tagesschau"-App der ARD eingereicht. Dieses gebührenfinanzierte Angebot ist den Verlegern zu textlastig, es mache den Verlagen somit Konkurrenz auf ihrem ureigenen Geschäftsfeld. Wolff appellierte in diesem Zusammenhang an die ARD: "Weg mit den textdominanten presseähnlichen Produkten, stattdessen Bewegtbildangebote mit einigen knappen Textzeilen. So sollte auch die Tageschau für Tablets und Smartphones produziert werden."
ore/dapd/dpa
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